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Die Proben für Carl Orffs „Comoedia de Christi Ressurrectione“ laufen auf Hochtouren – hier die Darsteller um Regisseur Walter Kohlhauf (vorne l.) im Waitzinger Keller.

Orffs Klangwelt und Christi Auferstehung in Miesbach

Das wartet bei den Osterklangspielen im Waitzinger Keller

Zum 20-jährigen Bestehen des Kulturzentrums Waitzinger Keller in Miesbach kommt ein Orff-Werk auf die Bühne. Seit Monaten bringt das mehr als 70 Mitwirkende aus der Kreisstadt und der Region zusammen.

Miesbach – Das Stück an sich dauert zwar gerade mal 45 Minuten. Trotzdem ist es ein Mammutprojekt, das am nächsten Wochenende im Miesbacher Kulturzentrum Waitzinger Keller zwei Mal auf die Bühne kommt: Rund 70 Mitwirkende gestalten unter der Leitung von Walter Kohlhauf aus Miesbach Carl Orffs Osterspiel „Comoedia de Christi Resurrectione“ mit Gesang, Musik und Theater. Und das ist nur die zweite Hälfte der „Osterklangspiele“. Den ersten Teil des Abends gestaltet ein professionelles Musiker-Ensemble um Bernhard Kohlhauf, den Neffen von Walter Kohlhauf. Das Ensemble Vibracord mit Bernhard Kohlhauf,der für spannende musikalische Grenzgänge ja bekannt ist, mit Alex Haas, Carlos Vera Larrucea und Stefan Noelle leitet mit Eigenkompositionen, Barockwerken, Tango, Valse, Chanson und New Wave-Improvisationen auf Orffs Klangkosmos hin, ehe die „Comoedia de Christi Resurrectione“ beginnt. Der Begriff „Comoedia“ ist dabei im ursprünglichen Sinne als Schauspiel zu verstehen, nicht als „Komödie“.

Seit Monaten proben die rund 70 Mitwirkenden Orffs musikalisches Theater um Christi Auferstehung. 13 Laienschauspieler des „Miesbacher Volkstheaters“ des Trachtenvereins stehen im Zentrum des Geschehens auf der Bühne: zwölf als römische Soldaten, einer – namentlich Norbert Weinhuber – als Teufel. „Es ist ein Glücksfall, dass er dabei ist“, sagt Walter Kohlhauf. „Er hat sich richtig in die Rolle reingelebt.“ Der frühere Tölzer Schulamtsdirektor hat selbst jahrelang Orff-Fortbildungen für Lehrer geleitet, kennt sich mit dem Werk des Komponisten also bestens aus. So wie der Miesbacher Kohlhauf, der zwei Jahre am Salzburger Orff-Institut war. Nicht nur die Orff-Sprache, die auf einem Ur-Bairisch fußt, stellt das Ensemble vor Herausforderungen, erklärt Kohlhauf: „Der Text in sich hat eine rhythmische Struktur.“ Das Timing muss präzise sitzen.

Das gilt auch für Musik und Gesang, die der Kammerchor des Gymnasiums Miesbach unter der Leitung von Simone Weiß sowie ein Orchester aus Gymnasiasten und Musikern aus der Region unter der Leitung von Christoph Sturm übernehmen. Die musikalische Gesamtleitung hat Rudolf Maier-Kleeblatt, der Intendant des Freien Landestheaters Bayern, inne. „Die Professionalität des Freien Landestheaters kommt uns sehr zugute“, sagt Kohlhauf. Die Besucher erwartet die typische, rhythmusgeprägte Klangwelt Orffs, mit zwei Klavieren, zwei Harfen, zwei Bässen und viel Schlagwerk, dazu faszinierende Chorsätze.

Optisch ist die Inszenierung bewusst schlicht gehalten, erklärt Kohlhauf. „Wir wollten nichts Pompöses, das lenkt davon ab, was wichtig ist.“ Schreiner Paul Martin und Raumausstatter Stefan Rühl schufen ein Bühnenbild, das die Handlung in Szene setzt. Die Kostüme für den 35-köpfigen Chor haben Schüler der Mittelschule Miesbach geschneidert. Das Projekt bringt Menschen zusammen. „Da sind alt und jung zusammengespannt, und alle arbeiten mit Begeisterung mit“, sagt Kohlhauf.

Mal wieder etwas von Orff zu bieten, das hatte sich Kulturzentrums-Chefin Isabella Krobisch gewünscht – und deshalb Kohlhauf angesprochen. Ein passendes Geschenk also zum 20-jährigen Bestehen des Waitzinger Kellers.

Eintrittskarten für die Osterklangspiele

Tickets Aufführungen am Samstag, 1. April, um 20 Uhr und am Sonntag, 2. April, um 19 Uhr gibt es zu 20 oder 24 Euro (Kinder bis 12 Jahre zwölf Euro) im Waitzinger Keller, unter 0 80 25 / 7 00 00, per E-Mail an info@waitzinger-keller.de und auf www.eventim.de.

ag

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