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Auf die Straße für den Frieden: Im vergangenen Jahr nahmen rund 170 Menschen am wieder ins Leben gerufenen Ostermarsch teil.

Am Karsamstag

Ostermarsch 2017: Weil Frieden nicht selbstverständlich ist

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Um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie teuer und kostbar der Frieden ist, findet am Karsamstag zum zweiten Mal nach langer Pause der Miesbacher Ostermarsch statt - mit großer Resonanz.

Miesbach – Nach 21 Jahren Pause wurde im vergangenen Jahr der Ostermarsch in Miesbach wiederbelebt – mit Erfolg. Auch heuer findet die Protestaktion gegen Krieg, Gewalt und Ungerechtigkeit in der Welt in der Kreisstadt statt – mit wachsender Beteiligung, wie Mitorganisator Hermann Kraus erklärt: „Wir haben 19 statt wie zuletzt 13 Veranstalter.“ Ein Zeichen, dass immer mehr Menschen erkennen, dass Frieden, Demokratie und soziale Gerechtigkeit nicht von selbst passieren.

Vor allem der neue Präsident der USA bereitet laut Kraus Sorgen. „In Zeiten des Kalten Krieges hatten wir in den USA und der UdSSR zwei rational arbeitende Administrationen“, erklärt er. Dass damals trotz Kuba-Krise und Mauerbau in Berlin die Lage nicht eskalierte, sei aus heutiger Sicht bemerkenswert. Doch dieses rationale Agieren könne man heute nicht mehr voraussetzen.

Aber auch ohne Zwischenfälle spüre man in Deutschland die Auswirkungen. „Die Kriegsstimmung schwappt nach Europa“, stellt Kraus fest. „Die Bundeswehr gerät zunehmend unter Druck aufzurüsten.“ Und das sei der Anfang einer höchst bedenklichen wie gefährlichen Entwicklung. „Wir richten uns klar gegen den Aufrüstungsschub und Rüstungsexporte. Was an Waffen einmal in der Welt ist, geistert dauerhaft herum.“

Um ins Bewusstsein zu bringen, welche Folgen Kriege in der Vergangenheit gehabt haben und dass der Frieden, wie wir ihn heute kennen, nicht selbstverständlich ist, wurde diesmal das Mahnmal im Waitzinger Park als Station eingeplant, ergänzt Kraus: „Es lässt gut erkennen, was früher passierte und nicht mehr passieren darf.“

Als Rednerin wurde Lisi Maier, Vorsitzende im Vorstand des deutschen Bundesjugendrings und hauptamtliche Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, eingeladen. Für Kraus ist die 32-Jährige aus Irschenberg eine Idealbesetzung: „Sie kommt aus unserem Landkreis und engagiert sich für die Jugend und in der Friedensbewegung.“ Bereits 2016 sei ihre Teilnahme am Ostermarsch in Miesbach geplant gewesen, doch ihr Terminkalender ließ damals eine Teilnahme nicht zu. „Aber sie hat sich 2017 gleich vorgemerkt.“

Lisi Maier im Interview:

Der Termin

Der Ostermarsch beginnt am Karsamstag, 25. April, um 10 Uhr an der Rudolf-Pikola-Schule, Münchner Straße in Miesbach. Von dort ziehen die Teilnehmer zum Mahnmal im Waitzinger Park und dann weiter über die Schmiedgasse zum Stadtplatz sowie über Lederer- und Frühlingstraße zum Rathaus. Dort ist die Friedenskundgebung mit Lisi Maier, Bundesvorsitzende der katholischen Jugend, vorgesehen.

Es spielen der Country-Musiker Mike Hill und die Acoustic-Rock-Band Iganana. Veranstalter sind Amnesty International, Arbeiterwohlfahrt, Bayernpartei, BDKJ, Bund Naturschutz & Jugendorganisation, Bündnis 90/Die Grünen, DGB, Die Linke Miesbach, Motorradclub Edelweiß-Piraten, FDP, Grüne Jugend, Junge Liberale, Jungsozialisten, Gewerkschaft NGG, SPD Miesbach, SPD Bad Tölz-Wolfratshausen, Gewerkschaft ver.di sowie die evangelische Jugend im Dekanat Bad Tölz und die evangelische Kirchengemeinde Miesbach. Weitere Infos gibt‘s hier:

ddy

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