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Auf zum Ostermarsch: Auch in diesem Jahr findet der friedliche Protest am Karsamstag statt. Initiator Hermann Kraus und Petra Schneider vom Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde Miesbach präsentieren das aktuelle Plakat.
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Zerschlagt die A-Bombe: SPD-Kreisrätin Christine Negele baute zusammen mit Hermann Kraus für den Ostermarsch eine Atomrakete vom Typ B61-4 nach.

Ostermarsch 2018

In Sorge um den Frieden

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Die USA gegen Nordkorea, Großbritannien gegen Russland – es knirscht gewaltig in der Weltpolitik. Und damit wächst die atomare Gefahr für die Menschheit. Deshalb soll der Ostermarsch 2018 vor allem das Bewusstsein für Atomwaffen schärfen – aber auch für weitere Brennpunkte.

Die atomare Bedrohung ist im Grunde nichts Neues. Das weiß auch Hermann Kraus. „In der Zeit des Kalten Krieges hat die Abschreckung funktioniert, weil rational denkende Menschen an der Macht waren“, sagt der Organisator des Miesbacher Ostermarsches, der nach zwei Jahrzehnten Pause dieses Jahr zum dritten Mal in Folge stattfindet. „Die wussten: Wenn wir zum atomaren Schlag ausholen, vernichten wir auch uns.“

Heute sei die atomare Gefahr deutlich größer als damals. „Das Zerstörungspotenzial der vorhandenen Waffen ist riesig“, sagt Kraus, „aber im öffentlichen Bewusstsein hat dies keinen Platz.“ Zwar hätten Ost und West in den 1990er-Jahren deutlich abgerüstet, jedoch wurde der verbliebene Rest modernisiert, sagt Kraus. Hinzu komme, dass aktuelle und auch radikalere Regierungen weniger vernunftbasiert zu entscheiden scheinen, wie der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea zeige. Dieser sei auch der konkrete Aufhänger für das diesjährige Ostermarsch-Thema.

Aufgegriffen wird der Protest gegen Atomwaffen im traditionellen Ostermarsch-Stil. Gemeinsam mit SPD-Kreisrätin Christine Negele hat Kraus in Originalgröße – also 3,5 Meter hoch – eine B61-4- Atomrakete nachgebaut, wie sie die Vereinigten Staaten seit 1968 in großer Stückzahl in Europa stationiert haben. Derzeit sollen die USA laut Wikipedia etwa 200 Bomben dieses Typs im Arsenal haben, davon 90 in Europa.

Die Attrappe soll im Rahmen der Kundgebung am Karsamstag auf der Waitzinger Wiese zerschlagen werden – nach dem alten Ton-Steine-Scherben-Song „Macht kaputt, was euch kaputt macht“.

Wichtig war es Kraus zudem, ein Thema auszuwählen, das alle Menschen betrifft, nicht nur eine Gruppe – und das ist gelungen, wie Petra Schneider vom Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde bestätigt: „Die Sorge um den Frieden ist auch unser Thema als Christen und nichtpolitische Teilnehmer.“ Es sei schließlich im Interesse aller, sicher leben zu können.

Für Kraus ist es ein zentraler Punkt, über die freiwillige Reduzierung der militärischen Möglichkeiten eines Angriffskriegs zu diskutieren: „Die strukturelle Nichtangriffsfähigkeit wurde in den 1980er-Jahren viel diskutiert. Aus gutem Grund: Es geht nicht um die Absicht einer Regierung, sondern um ihre Möglichkeiten. Denn Absichten kann man ändern.“

Die weiteren Punkte, mit denen die Welt zu einer besseren gemacht werden kann, werden bei der nächsten Station am Rathaus vorgetragen. „Dort haben wir dreiminütige Statements vorgesehen“, erklärt Kraus. „Es wird ein breites Meinungsspektrum.“

ddy

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