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Lücken im Brandschutz: Seit dem Bau der Parsberger Grundschule im Jahr 1968 haben sich die Vorschriften vielfach geändert. Nun muss nachgebessert werden.

Lücken im Brandschutz

Parsberger Grundschule braucht zweiten Rettungsweg

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Parsberg - Die Stadtkasse ist leer, und schon folgt die nächste Hiobsbotschaft: Die Grundschule im Miesbacher Ortsteil Parsberg braucht einen zweiten Fluchtweg. Betroffen ist vor allem das erste Obergeschoß, das eine Außentreppe bekommen soll. Die Gesamtkosten liegen nach ersten Schätzungen bei 200 000 Euro.

Manchmal braucht es einen Zufall, um ein Problem zu entdecken. Im Zuge des Parsberger Faschingsballs in der Schulturnhalle wurde festgestellt, dass die Beschilderung des Fluchtwegs fehlt. Dies sollte nun erledigt werden. Bei der Begehung des 1968 erbauten Schulgebäudes am vergangenen Donnerstag stellte Architekt Joachim Staudinger jedoch fest: Es fehlt mehr. Die Grundschule hat Lücken beim Brandschutz.

Für Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) Grund genug, umgehend zu handeln. „Uns war dieser Mangel nicht bewusst. Nun kennen wir ihn und wollen ihn schnellstmöglich beheben“, erklärt die Rathaus-Chefin, die das Problem auf eigene Initiative unserer Zeitung mitteilte. „Wir wollen kein Risiko eingehen. Noch vor den Pfingstferien sollen die Arbeiten idealerweise abgeschlossen sein.“ Die Sofortmaßnahmen dürften 50 000 Euro kosten.

Der gesamte Maßnahmenkatalog steht indes noch nicht fest, klar ist jedoch: Für das erste Obergeschoß fehlt der zweite Rettungsweg. Der soll nun umgehend mittels einer Außentreppe eingerichtet werden. „Wir sind gerade erst dabei, eine Bestandsaufnahme zu machen“, sagt Staudinger. „Dann muss man sehen, was gleich gemacht werden muss und was mit Blick auf den Haushalt auf die nächsten zwei Jahre verteilt werden kann.“ So sei auch noch nicht entschieden, ob es bei der Außentreppe ein Provisorium wird oder gleich die endgültige Variante. Bei den Gesamtkosten rechnet Staudinger derzeit mit 200 000 Euro.

Das zu erstellende Konzept muss dabei unterscheiden in Maßnahmen, die sicherheitsrelevant sind, und solche, die lediglich formell nicht in Ordnung sind. „Es ist zum Beispiel so, dass es für alte Türen keine Prüfzeugnisse gibt“, erklärt der Architekt. Damit fehle der Nachweis, was das Material aushält und ob es den Vorschriften entspricht.

Doch wie konnte es passieren, dass die Lücken im Brandschutz über Jahre unentdeckt blieben, zumal neben der Schule die Parsberger Feuerwehr untergebracht ist? „Das ist ein Problem, das zunehmend bei alten Gebäuden auftritt“, erklärt Staudinger. „Was unterliegt noch dem Bestandsschutz und was muss dennoch gemacht werden, um Sicherheit zu gewährleisten?“ Was für einen Planer Tagesgeschäft sei, werde von anderen leicht übersehen.

In der Grundschule, die aktuell 120 Schüler besuchen – davon 28 aus dem Irschenberger Ortsteil Niklasreuth – hält sich die Aufregung in Grenzen, „aber wir sind schon überrascht“, sagt Schulleiterin Ursula Wildgruber. „Wir stehen ja mit unserer Feuerwehr regelmäßig in Kontakt und machen zweimal im Jahr die Pflichtübungen – einmal angekündigt, einmal unangekündigt.“ Auch bei den beiden jüngsten Evaluationen der Grundschule sei nichts beanstandet worden. „Wir fühlten uns auf der sicheren Seite.“

Um die Eltern zu informieren, wurde bereits ein Treffen mit dem Elternbeirat anberaumt, das am kommenden Montag, 11. April, stattfinden soll. „Es ist auf jeden Fall sehr positiv, dass der erste Stock gleich gemacht wird“, findet Wildgruber. Eine Baustelle während der Schulzeit sei kein Problem: „Den Lärm werden wir verkraften.“

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