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Fühlen sich in der Werkstatt zuhause: Maximilian Schunter (l.) und Michael Grimm absolvieren ihre Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker beim Autohaus Kathan in Bad Wiessee.

"Handwerkliches Geschick allein reicht nicht mehr aus"

Personalerin erklärt: Das müssen Kfz-Azubis heute können

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Bad Wiessee - Was die handwerklichen Berufe angeht, ist Kfz-Mechatroniker auch heuer ein Renner bei den Azubis. Wir haben bei Veronika Seitlinger vom Autohaus Kathan nachgefragt, was Bewerber können müssen.

Frau Seitlinger, aus dem Automechaniker ist ein Kfz-Mechatroniker geworden. Was hat sich außer dem Namen für die Azubis noch verändert?

Veronika Seitlinger (48) ist Personalmanagerin beim Autohaus Kathan in Bad Wiessee und Miesbach.

Seitlinger: Eine ganze Menge. Der Beruf hat heute neben Schrauben und Schweißen auch viel mit Computern zu tun. Wer ein Auto verstehen will, muss sich mit elektronischen Prüfsystemen und Diagnosetechnik auskennen. Obwohl das handwerkliche Geschick für diesen Beruf unerlässlich ist, reicht es bei Weitem nicht mehr aus. Dafür ist IT-Wissen ein wichtiger Baustein geworden – auch schon in der Ausbildung.

Was bedeutet das für die Bewerber?

Seitlinger: Die Anforderungen haben sich natürlich erhöht. Grundvoraussetzung ist ein Qualifizierender Hauptschulabschluss. Es bewerben sich aber auch vermehrt Realschüler und sogar Abiturienten bei uns. Auf jeden Fall sollte man gute Noten in Mathe, Physik und Informatik mitbringen – verbunden mit einem gewissen Interesse an diesen Fächern.

Klingt nach einer sehr theorielastigen Ausbildung. Schreckt das nicht viele ab?

Seitlinger: Ganz im Gegenteil. Der Beruf ist immer attraktiver geworden. Es ist ja nicht so, dass man nur noch am Computer sitzt. Am Anfang schauen die Azubis natürlich viel zu. Wer Ehrgeiz und Interesse zeigt, kann sein Geschick bereits nach wenigen Wochen unter Beweis stellen und mitarbeiten. Im dritten Jahr kann man sich dann auf ein Fachgebiet spezialisieren. Wer gerne schweißt, lötet und klebt, wählt die Karosserietechnik. Wer lieber mit elektronischen Bauteilen arbeitet, geht in die System- und Hochvolttechnik. Die klassischen Aufgaben wie Bremsen- oder Getriebewartung gibt es in der Personenkraftwagentechnik. Bis auf Motorrad- und Nutzfahrzeugtechnik decken wir in unserem Betrieb alle Fachbereiche ab.

Lehrlingsmangel ist bei Ihnen also kein Thema?

Seitlinger: Nein. Bislang haben wir unsere Ausbildungsplätze – auch im kaufmännischen Bereich – immer gut besetzen können. Wir tun aber auch einiges dafür. So bieten wir zum Beispiel Praktika für Schüler an und stellen unseren Azubis einen Paten zur Seite, der sie auf ihrem Weg ins Arbeitsleben begleitet. Auch die Innung wirbt fleißig um Nachwuchs – vor allem um Abiturienten. Im Programm „Abi und Auto“ können diese schon nach zweieinhalb Jahren ihre Prüfung ablegen und sich dann in einer halbjährigen Projektzeit zum Servicetechniker beziehungsweise Technikermeister weiter qualifizieren.

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