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Noch immer vakant: Wer künftig wieder regelmäßig in der Miesbacher Stadtpfarrkirche predigt, ist weiter offen.

Verunsicherung bei den Miesbacher Gläubigen

Pfarrersuche: Ordinariat soll Kandidat verheimlicht haben

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Miesbach - Pikante Neuigkeiten zur Pfarrersuche für Miesbach: Offenbar hat sich bereits vor einiger Zeit ein Interessent für die Stelle gemeldet, dann aber keinen Zuschlag bekommen.

Die Gläubigen im Pfarrverband Miesbach-Parsberg sind verunsichert. Seit Monaten sehnen sie sich nach einem neuen Stadtpfarrer, seit Monaten werden sie vom Erzbischöflichen Ordinariat vertröstet. Die Antwort war stets die gleiche: Die Stelle sei ausgeschrieben, mehr könne man dazu aber nicht sagen. Deutlich mehr geredet wurde in den Kirchenbänken. Unter anderem munkelte man, Miesbach habe mittlerweile einfach einen schlechten Ruf bei Pfarrern. Seit kurzem macht nun ein ganz anderes Gerücht die Runde: Es habe sich sehr wohl ein Priester für den Pfarrverband interessiert, doch das Ordinariat habe ihm seinen Segen verweigert.

Eine pikante Angelegenheit, die sich wohl tatsächlich so zugetragen hat, wie die Recherchen unserer Zeitung ergeben haben. Öffentlich dazu äußern möchte sich zwar niemand, aber es gilt als sicher, dass der entsprechende Kandidat mittlerweile eine andere Priesterstelle angetreten hat. Warum ihm das Ordinariat trotz der Notsituation in Miesbach mit seinen mehr als 6000 Katholiken einen Korb gegeben hat, weiß niemand.

Auch das Ordinariat selbst trägt auf Nachfrage unserer Zeitung nicht zur Aufklärung bei. Zum Schutz von möglichen Bewerbern äußere man sich grundsätzlich nicht zu laufenden Verfahren, sagt Pressesprecherin Bettina Göbner. Selbst die Frage, ob sich bereits Interessenten für die Pfarrerstelle in Miesbach gefunden hätten, bleibt unbeantwortet. „Auch dazu können wir nichts sagen“, betont Göbner. Eine Ausnahme sei Miesbach aber nicht. Leider gebe es wegen des allgemeinen Priestermangels auch in anderen Pfarrverbänden unbesetzte Stellen. Dies habe nicht zuletzt mit den Vorlieben der Bewerber zu tun. „Früher war wegen der Nähe zu den Bergen eher der Süden im Trend, aktuell zieht es viele in die Großstadt“, erklärt Göbner.

Einer, der seit mehr als 20 Jahren in der Pfarrkirche St. Maximilian im Herzen Münchens predigt, hat für diese Erklärungen kein Verständnis. „Die Stadt hat seit jeher einen besonderen Stellenwert bei Pfarrern“, sagt Rainer Maria Schießler auf Nachfrage. Erst kürzlich hielt der Pfarrer, der 2016 sein Buch „Himmel, Herrgott, Sakrament“ veröffentlicht hat und für seine liberale Einstellung zur Kirche bekannt ist, einen Vortrag im Waitzinger Keller in Miesbach.

Bei seinem Pastoraljahr in Bad Kohlgrub lernte der Münchner zudem den späteren Miesbacher Stadtpfarrer Axel Meulemann kennen. Genau so einen Geistlichen brauche die Kreisstadt als „Hotspot der Vereine und der Tradition“ auch heute wieder, meint Schießler. Eine standhafte Person, die Dialekt spreche und mit den Vereinen gut zurechtkomme. „Tradition braucht eine geistliche Betreuung“, sagt Schießler. Es könne doch nicht so schwer sein, so einen Pfarrer für Miesbach zu finden.

Das Ordinariat sieht das offenbar anders. Wie berichtet, ist die Pfarrerstelle für die Kreisstadt nicht mehr ausgeschrieben. Um den Kreis an geeigneten Kandidaten zu erweitern, habe man nun eine Stelle für einen Pfarrvikar geschaffen, erklärt Göbner. Dafür kämen auch Priester aus kleineren Pfarreien und damit ohne Leitungserfahrung infrage. Die Leitung des Pfarrverbands bleibe bis auf Weiteres bei Haushams Pfarrer Michael Mannhardt.

Wann sich die Gläubigen auf den neuen Mann am Altar freuen dürfen, ist noch offen. Wegen des neuen, rollierenden Nachbesetzungssystems des Ordinariats könnte es laut Göbner auch schon vor September klappen.

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