+
Gefeiert wird unverändert gerne. Wenn es aber ums Autofahren geht, sind junge Menschen heute oft verantwortungsbewusst.

Trendwende beim Komasaufen

Polizeichefin im Interview: Die Exzesse im Fasching lassen nach

  • schließen

Trinken junge Leute heute weniger? Wie es um den Alkoholkonsum der Jugend steht, erklärt Polizeichefin Katharina Schreiber im Interview. 

Landkreis– Der Fasching steuert auf seinen Höhepunkt zu. Die närrische Zeit mit ihrem ausschweifenden Treiben, den Bällen und Feiern ist dabei gerade für viele junge Menschen untrennbar mit dem Konsum von Alkohol verbunden. Was als große Gaudi gedacht ist, wird jedoch schnell gefährlich, wenn sich die Feierwütigen nach der Party ans Steuer setzen. Die Polizei kündigt für die „heiße Phase“ des Faschings deshalb wieder verstärkte Kontrollen an. Im Interview spricht Katharina Schreiber über eine Trendwende beim Komasaufen, erfolgreiche Präventionsmaßnahmen und vernunftbegabte Jugendliche.

Frau Schreiber, gehören Fasching und Alkohol bei der Jugend unverändert zusammen?

Schreiber: Sicher. Allgemein ist Alkoholkonsum bei jungen Menschen nach wie vor ein Thema. Er spielt bei vielen Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren, aber auch bei jungen Erwachsenen bis 25 eine große Rolle. Besonders natürlich im Fasching.

Studien kommen aber zu dem Schluss, dass die Zahl der Alkoholkonsumenten unter Jugendlichen stetig abnimmt.

Schreiber: Tatsächlich stellen auch wir in unserem Inspektionsbereich fest, dass der Konsum rückläufig ist. Das ist auch meine persönliche Wahrnehmung. Absolute Alkoholexzesse bei Jugendlichen bis 18 Jahre sind nicht mehr so häufig, Komasaufen ist eher out. Auch das Vor- und Nachglühen – also Alkoholgenuss schon vor dem Besuch einer Feier und dann wieder danach – liegt wohl nicht mehr so im Trend.

Woran könnte das liegen?

Schreiber: Ich glaube schon, dass das mit den vielen Präventionsmaßnahmen in den letzten Jahren zu tun hat. Neben der Polizei tun vor allem auch Schulen, Verbände und die Verkehrswacht viel dafür, spezielle Zielgruppen auf die Gefahren hinzuweisen und sie zu sensibilisieren.

Die Jugendlichen sind also vernünftiger geworden?

Schreiber: Ich denke schon. Gerade im ländlichen Bereich sind die jungen Leute ja sehr auf ihr Auto angewiesen. Der Führerschein ist heilig. Ihn zu verlieren, tut entsprechend weh. Ich glaube, dass ihnen das sehr bewusst ist. Dabei haben sicherlich auch der Führerschein auf Probe und die Null-Promille-Grenze geholfen.

Gefeiert wird aber trotzdem.

Schreiber: Das soll ja auch so sein. Unsere Botschaft lautet: Jeder soll genießen und nach Lust und Laune feiern. Es muss aber eine Regelung geben, wie man nach der Party wieder nach Hause kommt. Und da gibt es tatsächlich viele Möglichkeiten und Lösungen. Nur Alkohol und Autofahren passen eben nicht zusammen. Wir beobachten zum Beispiel recht oft – auch bei unseren Verkehrskontrollen –, dass Fahrgemeinschaften gebildet werden und einer der Partygänger nüchtern bleibt. Erfreulicherweise funktioniert das.

ah

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Namens-Wirrwarr um den AfD-Prinzen - Staatsanwalt ermittelt
Die Sache mit Adelstiteln ist kompliziert. Die Weitergabe ist manchmal intransparent. Genau deswegen hat der AfD-Direktkandidat Constantin Leopold Prinz von Anhalt nun …
Namens-Wirrwarr um den AfD-Prinzen - Staatsanwalt ermittelt
Radwegebau: 2019 Lückenschluss von Hundham nach Wörnsmühl? 
2019 könnten nördlich von Hundham zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: zum einen die Entschärfung eines Unfallschwerpunkts, zum anderen die Fortsetzung des …
Radwegebau: 2019 Lückenschluss von Hundham nach Wörnsmühl? 
Die Direktkandidaten für Miesbach und Tölz im Schnelldurchlauf
Die Bundestagswahl 2017 rückt näher. Für alle Unentschlossenen - und für die, die unsere Interviews nicht gesehen haben - haben wir wichtigstens Fakten über die …
Die Direktkandidaten für Miesbach und Tölz im Schnelldurchlauf
Wegen Einsturzgefahr: Freistaat sperrt Gärtnereigelände
Die Immobilienverwaltung des Freistaats Bayern hat Teile der Gärtnerei Unützer in Miesbach sperren lassen. Es soll die Gefahr bestehen, dass der Boden wegen darunter …
Wegen Einsturzgefahr: Freistaat sperrt Gärtnereigelände

Kommentare