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Sollen sich nicht aufs Geländer setzten, fordert die Bürgermeisterin: Kinder auf dem Schulweg.

Risiko Handlauf: "Wenn sich ein paar Gankerl oben draufsetzen"

Pongratz: Schulweg mit Geländer gefährlicher als ohne

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Miesbach – Man sollte Kinder nicht in Watte packen, findet die Bürgermeisterin. Deshalb gibt's jetzt nur an einzelnen Stellen ein Geländer am Schlierach-Schulweg. Und nicht nur das.

Eine Entscheidung, die Auswirkungen auf die Sicherheit von Kindern hat, nimmt kein Politiker auf die leichte Schulter. Dass jedoch nicht jede vermeintliche Lösung tatsächlich den gewünschten Effekt bringt, wurde jetzt im Miesbacher Bauausschuss deutlich. Wirkungslos verpufft ist der Antrag der Elternbeiräte und Schülervertreter von Gymnasium und Realschule dennoch nicht.

Wie berichtet, hatten diese drei Gefahrstellen auf dem Schulweg ausgemacht: die Bushaltestelle an der Schlierseer Straße, die Treppe vom Jahnweg zur Söger-Ostin-Straße und den Fußweg zwischen Landkreisturnhalle und Schlierach. Aufgrund einer jeweils langen Vorgeschichte dröselte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) die Punkte einzeln auf.

Was die Bushaltestelle anbelangt, konnte sie die Beschwerden der Eltern und Schüler nicht nachvollziehen. Die Schulen selbst hätten im Zuge des Campus-Baus gefordert, dass keine Busse mehr zwischen Gymnasium und Realschule halten dürften – aus Gründen der Sicherheit. Die ist für Pongratz an der Schlierseer Straße gegeben. „Meines Wissens hat sich bis jetzt keine Gefahrensituation ergeben“, sagte sie. Die Busfahrer würden sich untereinander absprechen, so dass immer nur ein Fahrzeug an der Haltestelle stehe. Alternativen sieht die Bürgermeisterin nicht. Eine Haltebucht an der Waitzinger Wiese hätte nur zur Folge, dass die Schüler über den stark frequentierten Edeka-Parkplatz spazieren würden. „Ich weiß nicht, ob das sicherer ist“, sagte sie.

Auch Bauamtsleiter Lutz Breitwieser sprach sich für die bestehende Lösung aus. Wegen der Linksabbiegerspur von der Bayrischzeller Straße her dürften Autofahrer einen stehenden Bus eigentlich gar nicht überholen. „Und vom ruhenden Verkehr geht ja keine Gefahr aus“, betonte Breitwieser. Verkehrsreferent Florian Ruml (FWG) sah das ähnlich. „Eine Busbucht wäre mir auch lieber, aber das würde da oben keine Verbesserung bringen.“ Zudem müsste die Stadt erst ein geeignetes Grundstück finden.

Für eine Rückkehr zur alten Lösung sprach sich dagegen Peter Haberzettl (Grüne) aus. Zumindest ein Teil der Busse könnte doch wieder direkt an den Schulen halten. „Das würde eine gewisse Entflechtung bewirken“, sagte er. Pongratz schüttelte den Kopf. Angesichts vieler Eltern, die ihre Kinder „bis vor die Haustüre“ fahren würden, wäre das nächste Chaos programmiert. Zustimmung erhielt letztlich Paul Fertls Vorschlag, die Polizei zur nächsten Bauausschusssitzung einzuladen. „Da würde ich mich wohler fühlen“, sagte Fertl.

Keinen Handlungsbedarf sahen die Bauausschussmitglieder an der Treppe am Jahnweg. Bei einer Breite von 1,10 Meter kämen locker zwei Schüler aneinander vorbei, betonte Dritter Bürgermeister Michael Lechner (FWG). Mit einem Handlauf auf beiden Seiten seien die 74 Stufen ausreichend abgesichert. Für die Bürgermeisterin schied eine Verbreiterung auch wegen dem Winterdienst aus. „Dann hätten wir keine Ablagefläche für den Schnee mehr.“

Überhaupt sollte man die Kinder heutzutage „nicht in Watte packen“, sagte Pongratz. Folglich lehnte sie das von den Eltern geforderte Geländer am Fußweg zwischen Landkreisturnhalle und Schlierach ab. Die Böschung sei gut eingewachsen, die Gefahr, in den Fluss zu stürzen, also gering. Im Übrigen könne auch ein Handlauf Risiken bergen. Etwa dann, „wenn sich ein paar Gankerl oben drauf setzen“. In Sachen Beleuchtung versprach Pongratz, den dafür zuständigen Landkreis um ein Zurückschneiden der Sträucher an den Straßenlaternen zu bitten. Danach könne sich die Firma Bayernwerk die Situation nochmals vor Ort anschauen. Auch die von den Eltern geforderten, zusätzlichen Mülleimer werde man aufstellen.

Lechner teilte die Auffassung der Rathaus-Chefin. „Wir reden hier von Schülern, nicht von kleinen Kindern“, sagte er. Franz Mayer (CSU) plädierte dagegen für ein Geländer an der Schlierach. „Da könnten ja auch ältere Leute mal ausrasten“, sagte er. Verkehrsreferent Ruml war ähnlicher Auffassung. Die Schlierach führe manchmal auch mehr Wasser. „Wenn da einer reinfällt, kommt er nicht mehr raus“, sagte er. Wäre er Grundstückseigentümer, so Ruml, würde er an den kritischen Stellen ein Geländer anbringen lassen. Um die Kosten im Rahmen zu halten, könne das ja der Bauhof übernehmen.

Ein Argument, das letztlich auch am Ratstisch zog. Einstimmig brachte der Bauausschuss die Maßnahmen auf den Weg. Ein Teilerfolg für Eltern und Schüler – und ein gutes Gefühl für die Stadt.

sg

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