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SPD-Bundeswahlkreis-Vorsitzender Walter Sedlmayer (l.) mit Kati Koper und Hannes Gräbner, die Klaus Barthel im Bundestag nachfolgen wollen.

Bundestagswahlkreis

SPD präsentiert zwei Kandidaten für Barthel

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Landkreis - Mission erfüllt: Innerhalb von vier Wochen hat der neue SPD-Bundeswahlkreis 223 zwei Kandidaten gefunden, die die Nachfolge von Klaus Barthel antreten wollen.

Von Personalnot keine Spur. Vier Wochen hat die SPD im Oberland gebraucht, um sich nach dem unerwarteten Rückzug von Klaus Barthel neu zu sortieren. Wie berichtet, hatte der 60-Jährige aus Kochel am See (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) Mitte Juni seinen Vorstand des Bundeswahlkreises mit der Entscheidung überrascht, 2017 nicht mehr für den Bundestag kandidieren zu wollen. Nach 23 Jahren solle Schluss sein.

Beim neuen Bundeswahlkreis 223 der SPD – das Oberland hat nach der Ausgliederung des Landkreises Starnberg statt 224 dann die Nummer 223 – startete umgehend die Suche nach neuen geeigneten Kandidaten. „Wir haben die Vorstände der Orts- und Kreis-SPD kontaktiert und um mögliche Kandidaten gebeten“, berichtet Wahlkreisvorsitzender Walter Sedlmayer. Die Suche war erfolgreich.

Mit Kati Koper und Hannes Gräber hat die SPD im Oberland nun zwei Bewerber an der Hand, die Barthels Nachfolge in Berlin antreten wollen. Koper, die mit Vornamen Katarina heißt, aber Kati bevorzugt, bringt bereits politische Erfahrung mit, obwohl sie erst 26 Jahre alt ist. Sie ist SPD-Ortsvorsitzende von Bad Tölz sowie Vorsitzende der Jusos Oberland und stellvertretende Bezirksvorsitzende. Zudem fungiert die Einzelhandelskauffrau als Betriebsrätin und studiert Betriebswirtschaft und Wirtschaftspyschologie.

Gräbner wiederum ist im Landkreis Miesbach besser bekannt. Seit eineinhalb Jahren ist der 48-jährige Referent für Programmkommunikation bei einem Privatsender bei München Vorsitzender des SPD-Kreisverbands. Wie Koper ist auch er Betriebsrat – eine Gemeinsamkeit, die sich inhaltlich niederschlägt.

Die beiden Kandidaten wollen sich für Arbeitnehmer und deren Rechte einsetzen. Immer wieder Kurzzeitverträge statt unbefristete Arbeitsverhältnisse, dazu die Folgen der zunehmenden Digitalisierung, die zwar ein steigendes Maß an Flexibilisierung mit sich bringe, aber meist nur im Interesse der Arbeitgeber – in diesen Bereichen gebe es einiges zu tun. Der zweite große Themenkomplex ist das Wohnungsproblem, das eng mit den vertraglichen Zwängen am Arbeitsplatz einhergeht. Bezahlbarer Wohnraum sei im Oberland kaum vorhanden, und oft seien Wohnungssuchende wegen befristeter Arbeitsverträge benachteiligt, weil Vermietern die Sicherheit fehle. Im Zusammenspiel, da sind sich Gräbner und Koper einig, sei es für junge Menschen schwierig, in ihrer Lebensplanung weiterzukommen.

Damit die SPD-Mitglieder die beiden Kandidaten für die Bundestagswahl 2017 kennenlernen zu können, sind Regionalkonferenzen vorgesehen. Die erste findet am Mittwoch, 27. Juli, um 19 Uhr in den Ratsstuben in Geretsried statt. Weitere sind für 6. September in Hausham (Lokal steht noch nicht fest), 14. September im Kolberbräu in Bad Tölz und 15. September im Oberland in Holzkirchen geplant. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Am 24. September stimmen die SPD-Mitglieder ab, ob Kati Koper aus Bad Tölz oder Hannes Gräbner aus Holzkirchen für den Bundestag antritt.

Koper und Gräbner sind beide motiviert. „Ich fand den Bundestag schon immer faszierend, weil dort das beschlossen wird, was unser Leben definiert“, sagt Gräbner. Er sei gerne Unterbezirksvorsitzender, „aber Abgeordneter ist die aktivere Rolle“. Ähnlich sieht es Koper, die vor vier Jahren in die SPD eingetreten ist: „Es geht darum, sich auf die Themen zu besinnen, die die Menschen wirklich betreffen, und dabei ehrliche, realistische Ziele zu nennen.“

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