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Projektleiterin Marion Münsterer, die Diakonin der evangelischen Gemeinde, stellt den Kinderbibelkalender in der Miesbacher Grundschule vor.

Projekt an der Grundschule

Für den guten Zweck: Der Miesbacher Kinderbibel-Kalender 2017

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Miesbach - Religion mal anders: Ein ganzes Jahr lang haben 150 Grundschüler aus Miesbach gemalt, gebastelt, getöpfert und erzählen so in einem Kalender Bibelgeschichten auf ihre eigene Art. 

Petrus, mit grauem Bart und auf einen Stock gestützt, betritt die Turnhalle der Miesbacher Grundschule. 335 Kinder recken die Hälse, um einen Blick auf den Apostel zu erhaschen. Petrus erzählt, dass er sich nicht mehr an alles erinnern kann, was er früher mit Jesus erlebt hat. Daher bedankt er sich bei den Grundschülern, die ihm geholfen haben, die Geschichten von damals aufzuschreiben. Aus diesen Texten ist der „Miesbacher Kinderbibelkalender 2017“ entstanden.

„Petrus“ war Teil eines Projekts, das für die letztjährigen Zweit- und Drittklässler anlässlich des Reformations-Jubiläums stattfand. Die evangelische Diakonin Marion Münsterer leitet das Projekt, das gestern in der Grundschule-Turnhalle vorgestellt wurde. „Uns war wichtig, dass sich die Kinder mit Geschichten beschäftigen, die nicht im Lehrplan stehen“, sagt sie. Diese Geschichten füllen nun zwölf Seiten.

Die Kalender sind für einen guten Zweck bestimmt. Aus dem Erlös soll zum einen „Kindern, deren Eltern nicht so viel Geld haben, ein Ferienfreizeitplatz bezahlt werden“, erklärt Münsterer. Ein anderer Teil des Geldes geht an den Förderverein der Miesbacher Grundschule. Der hat vor, davon die Bibliothek neu zu bestücken.

Nicht alle konnten früher lesen - Bilder versteht jeder

Erst musste die Projektleitung aber in Vorleistung gehen. Zwar gab es Spenden der Raiffeisenbank und der Reformationsdekade in Nürnberg. Doch Druck, Grafik und Material kosteten rund 6500 Euro. 1000 Exemplare des Kalenders sind gedruckt. Münsterer lacht. „Wir sind unterschiedlicher Einschätzung, ob sich die verkaufen oder nicht.“

Ein ganzes Schuljahr haben rund 150 Kinder gebastelt, gemalt, geschrieben oder getöpfert. Susanne Crössmann, Rektorin der Grundschule, betont: „Wir haben das Projekt so gestaltet, dass es religionsübergreifend funktioniert.“ Teil des Programms war auch das Bibelmobil und die Schüler beschäftigten sich mit den Gegebenheiten zu Zeiten Luthers. „Mädchen waren nicht in der Schule und konnten nicht lesen“, sagt eine Schülerin bei der Vorstellung des Projekts. Die Bilder im Kalender sprechen deshalb für sich.

Wie im Monat Juni. Es geht um die „Sturmstillung“. Menschen in einem wackligen Boot inmitten von großen Wellen zeigen die Seenot, in die Jesus und seine Jünger geraten sind. Auf einer anderen Seite verkündet ein Engel Maria die Botschaft, dass sie ein Kind erwarte. Jeder Monat zeigt eine andere Bibelgeschichte – so wird sich auch Petrus wieder erinnern, was einst geschehen ist.

Den Kinderbibelkalender gibt es für 9,99 Euro im evangelischen und katholischen Pfarramt und bei Das Buch am Markt in Miesbach.

Die Bilder zum Bibelkalender der Miesbacher Grundschüler

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