Nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat die Reform des Infektionsschutzgesetzes passieren lassen.
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Nach dem Bundestag hat am Mittwoch auch der Bundesrat das neue Infektionsschutzgesetz verabschiedet. Ein Wiesseer will gegen dieses Vorgehen protestieren und organisiert eine Autodemo in Miesbach.

Anton Linsinger (42) organisiert Kundgebung

Protest gegen neues Corona-Gesetz: Wiesseer ruft zu Autodemo in der Kreisstadt auf

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Anton Linsinger (42) aus Bad Wiessee ruft für Montag (23. November) zu einer Auto-Demo in Miesbach auf. Er will gegen das neue Infektionsschutzgesetz protestieren - und gegen das Vorgehen der Polizei.

Miesbach/Bad Wiessee – Die Eil-Verabschiedung des neuen Infektionsschutzgesetzes am Mittwoch in Berlin brachte für Anton Linsinger das Fass zum Überlaufen. „Hier wird so große Macht auf so wenige Köpfe verteilt“, kritisiert der 42-jährige Wiesseer. Am Montag, 23. November, will er ein deutliches Zeichen des Protestes setzen: In der Kreisstadt Miesbach ruft Linsinger als Privatmann zu einer Demo per Autokorso auf.

Wiesseer sieht sich nicht als Corona-Leugner, will Maßnahmen aber kritisch hinterfragen

Er sei kein Corona-Leugner, stellt Linsinger klar. Er wisse sehr wohl, dass es die Krankheit gebe und diese schwerwiegende Folgen haben könne. Als Mensch und Familienvater wolle er die Maßnahmen der Regierung aber kritisch hinterfragen „und mit Augenmaß betrachten“, erklärt der Wiesseer. So könne er etwa nicht nachvollziehen, dass die Kinder in der Schule sieben bis acht Stunden eine Maske tragen müssten. „Es kann nicht sein, dass wir mit der Heilung mehr Schaden anrichten als mit der Krankheit selbst“, meint Linsinger, der wegen des Lockdowns mit „massivsten Schäden“ für die Wirtschaft rechnet.

Organisator der Demo spricht von „massiver Polizeigewalt“

Die Verabschiedung des neuen Infektionsschutzgesetzes und die damit einhergehende Auflösung von Kundgebungen durch die Polizei veranlassen den 42-Jährigen nun zum Handeln. Er wende sich gegen „massive Polizeigewalt gegen friedlich demonstrierende Bürger“ erklärt Linsinger und kündigt für Montagabend eine Autodemo an. Die Protestveranstaltung habe er soeben mit dem Landratsamt Miesbach als zuständiger Behörde und der Polizei abgesprochen, betont Linsinger. „Das war ein sehr konstruktives Gespräch.“

Autokorso soll lautstark durch die Kreisstadt fahren

Und so soll die Demo ablaufen: Um 19 Uhr ist Treffpunkt auf dem Volksfestplatz in Miesbach. Von dort aus sollen gegen 19.30 Uhr die Demonstrationsteilnehmer in einem Autokorso zu einer Rundfahrt durch die Stadt Miesbach aufbrechen. Endpunkt der Veranstaltung ist wiederum der Volksfestplatz. Während der Fahrt werde man mit Hupen, Lichtzeichen und auch Rufen aus den Autos auf sich aufmerksam machen, kündigt Linsinger an. All dies sei nach Absprache mit den Behörden erlaubt. Über diverse Messenger-Dienste will Linsinger die Kundgebung nun bewerben.

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