Zwei Lint-Züge der BRB im Bahnhof Gmund.
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Mit neuen Lint-Zügen ist seit einigen Wochen die Bayerische Regiobahn (BRB) im Landkreis unterwegs (hier zu sehen im Bahnhof Gmund). Doch auch an den Nachfolgern von Integral und Talent gibt es Kritik.

„Nachjustieren im gegebenen Rahmen“

Quietschen und Verspätungen: BRB erklärt aktuellen Stand der Zug-Verbesserungen

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Reichlich Kritik hagelte es für die neuen Lint-Züge der BRB. Das Unternehmen versprach, beim Quietschen und den Verspätungen nachzubessern. So sieht es aktuell aus.

  • Das Quietschen und die Verspätungen der neuen Lint-Züge haben viel Kritik erzeugt.
  • Die BRB versprach, an einigen Punkten nachzuarbeiten.
  • Wir haben gefragt, wie der aktuelle Stand der Verbesserungen aussieht.

Landkreis – Sie seien laut, unpünktlich und obendrein nicht komplett barrierefrei: Mit Kritik regelrecht überzogen wurden die neuen Lint-Züge, mit denen die Bayerische Regiobahn (BRB) seit Ende Juli den Bahnverkehr im Oberland durchführt. Die BRB versprach, den Problemen auf den Grund zu gehen und vor allem beim Quietschen und den Verspätungen der Züge nachzubessern. Wir haben nachgefragt, was sich seither getan hat.

Quietschen

Die Diagnose ist weitgehend abgeschlossen. Die von Anwohnern als „Quietschen“ beschriebenen Geräusche in den Gleisbögen würden aufgrund der höheren Reibung zwischen Rad und Schiene auftreten, erklärt BRB-Pressesprecher Christopher Raabe. Nachdem die dafür verantwortlichen Drehgestell-Konstruktionen in jedem modernen Schienenfahrzeug verbaut seien, müsse man „in diesem gegebenen Rahmen optimieren“. Beispielsweise durch Nachjustieren der Spurkranzschmieranlage, die Öl auf die Räder gibt und damit die Reibung mit dem Gleis minimiert. „Die Anlage wird von uns regelmäßig gewartet und eingestellt“, erklärt Raabe. Es sei zudem davon auszugehen, dass die Geräusche nach einer gewissen Zeit mit dem Abrieb der Räder abnehmen.

BRB-Geschäftsführer Fabian Amini verweist dabei nochmals auf den Einfluss des Wetters. Je heißer und trockener, desto lauter die Geräusche. Dies habe man aber schon bei den alten Zügen festgestellt. Die bemängelten lauten Bremsgeräusche würden derzeit noch geprüft, berichtet Raabe. Die in den alten Fahrzeugen verbauten Bremsanlagen seien aus Sicherheitsgründen nicht mehr zulässig, wodurch man auch hier nur innerhalb des neuen Systems nachbessern könne.

Fabian Amini: BRB-Geschäftsführer.

Generell seien die Geräuschprobleme nach den durchgeführten Testfahrten so nicht zu erwarten gewesen, betont Raabe einmal mehr. Zudem würden die neuesten Normen, auch in Bezug auf die Emissionsvorgaben, vollständig erfüllt. Bei Vorbeifahrt und im Innenraum seien die Züge sogar deutlich leiser als die alten Modelle. Amini dämpft in diesem Zusammenhang auch die Hoffnungen, dass das Quietschen von heute auf morgen abgestellt werden kann. „Wir arbeiten daran, aber man darf hier leider keine Wunder erwarten.“

Verspätungen

Diese seien vor allem in der Anfangsphase des Flottenwechsels aufgetreten, räumt Raabe ein. Trotz umfangreicher Schulungen hätten sich die Mitarbeiter im „Live-Betrieb“ an die Triebwagen gewöhnen müssen. Inzwischen seien die Pünktlichkeitswerte mit „weit über 90 Prozent gut“ und allenfalls durch infrastrukturbedingte Störungen beeinflusst, wie aktuell durch die nach dem schweren Unfall zerstörte Signaltechnik an den Bahnübergängen in Warngau und Holzkirchen (wir berichteten).

Eine wesentliche Verbesserung stellt Raabe für Ende des Jahres in Aussicht. Wenn mit dem Fahrplanwechsel sechs weitere Fahrzeuge in Betrieb genommen werden, könne man durch „überschlagene Wenden“ unabhängig von Verspätungen von ankommenden Zügen aus dem Oberland immer pünktlich aus München abfahren. Amini bestätigt: „Mit den zusätzlichen Zügen haben wir Großes vor.“

Töne an den Türen

Hier hat die BRB laut Raabe nicht viel Handlungsspielraum. Die Töne seien in Lautstärke und Frequenz durch eine europäische Vorgabe normiert, da sie Fahrgästen mit Mobilitätseinschränkungen das Ein- und Aussteigen erleichtern sollen. Dennoch sei man mit der Fachabteilung des Zugherstellers Alstom in Kontakt, um zu klären, ob der Ton „angenehmer gestaltet“ werden könne.

sg

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