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Ohne Rücksicht geht es nicht: Wanderer und Mountainbiker auf der Neureuth.

Interview zum Umgang mit Konflikten

Radexperte: Auch Mountainbiker wollen intakte Natur

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Die sportlichen Radler im Landkreis zieht es vermehrt ins Gelände. Konflikte mit Förstern, Jägern und Wanderern sind da nur eine Frage der Zeit. Wir haben ATS-Radexperte Sebastian Freund dazu befragt.

Sebastian Freund (34) arbeitet als Produktmanager Rad beim Kommunalunternehmen Alpenregion Tegernsee Schliersee.

Landkreis – Man muss das Rad nicht immer neu erfinden. Eine Weisheit, die sich auch die Touristiker im Landkreis zunutze machen wollen. So haben sich Sebastian Freund, Produktmanager Rad beim Kommunalunternehmen Alpenregion Tegernsee-Schliersee, und seine Kollegin Christine Miller von der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) beim dritten deutschen Mountainbike-Tourismusforum unter dem Motto „Unsere Natur“ in Winterberg umgehört. Was sie in den drei Tagen gelernt haben und wie der Landkreis in Sachen Mountainbike im Vergleich mit anderen Regionen aufgestellt ist, erklärt Freund (34) im Interview mit unserer Zeitung.

-Herr Freund, hat sich die Tour nach Winterberg gelohnt?

Freund: Auf jeden Fall. Es ist immer gut zu wissen, dass man mit bestimmten Herausforderungen nicht allein ist. Und es ist interessant zu erfahren, wie andere damit umgehen.

-Sie sprechen über die Konflikte zwischen Mountainbikern und anderen Naturnutzern wie Förstern oder Jägern.

Freund: Genau. Diese Thematik beschäftigt nicht nur uns, sondern nahezu alle anderen Regionen im Alpenvorland. Ein Problem ist sicher die verstärkt aktive Freizeitgestaltung, aber auch die teilweise unsichere Rechtslage. Da steht vieles auf wackligen Füßen, was die Situation nicht einfacher macht.

-Wie ist das woanders geregelt, zum Beispiel bei den Nachbarn in Österreich?

Freund: Hier wird das Thema sehr zentral angegangen und der Tourismus dort hat teilweise einen anderen Stellenwert. Das geht sogar so weit, dass die Grundbesitzer für jeden laufenden Meter mit einem bestimmten Geldbetrag entschädigt werden, an dem das Land anteilig beteiligt ist.

-Das heißt, Sie schauen machtlos zu, wie die Mountainbiker nach Österreich abwandern?

Freund: Nein, das können und wollen wir uns nicht leisten. Wir müssen darauf setzen, dass wir ein partnerschaftliches Miteinander aller Naturnutzer erreichen. Das ist das Ziel unserer Fair-Bike-Kampagne. Wir werben für gegenseitiges Verständnis, setzen auf Aufklärung und Rücksichtnahme. Auch Mountainbikern bedeutet eine intakte Natur viel. Das ist das Image, das wir transportieren wollen. Nur durch attraktive Angebote können wir es schaffen, Mountainbiker auf ausgewiesenen Strecken zu kanalisieren und dem Wildwuchs vorzubeugen. Dieser Zug ist im Landkreis noch nicht abgefahren.

-Aber wäre es nicht einfacher, die Zielgruppe anderen Regionen zu überlassen und sich stattdessen auf die Wanderer zu fokussieren?

Freund: Das ist sicherlich schwierig in der Praxis umsetzbar und auch nicht unser Ziel. Zum einen würde sich das Ganze schnell verselbstständigen und aus dem Ruder laufen. Wir können die Mountainbiker ja nicht einfach aussperren. Zum anderen haben die Erfahrungen anderer Regionen gezeigt, dass es sich lohnt, ein gutes touristisches Angebot zu schaffen. Es gibt Orte in den Mittelgebirgen, die sonst nahezu ausgestorben wären. Durch die immer schneeärmeren Winter wurden zahlreiche Sessellifte stillgelegt. Heute dienen sie den Mountainbikern im Sommer als Aufstiegshilfe. Und die gesamte Region profitiert davon.

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