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Radwegebau: Diese Projekte will der Freistaat im Kreis Miesbach angehen

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Nervig für alle Beteiligten, gefährlich vor allem für die Radler: An der Staatsstraße zwischen Ostin und Hausham soll ein Radweg die Lage entschärfen. © Thomas Plettenberg

Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer hat am Freitag das Radwegebau-Programm 2020 bis 2024 vorgestellt. Im Landkreis Miesbach sind zehn neue Radwege eingeplant.

Landkreis – Gerade wer mit dem Rad nicht nur Ausflüge unternehmen, sondern es auch im Alltag als Alternative zum Auto nutzen will, stößt im Landkreis Miesbach schnell an Grenzen, respektive auf Lücken. Entlang wichtiger Verkehrsachsen gibt es bislang keine Radwege. Nun rückt der Lückenschluss in greifbare Nähe: Zehn Radwegeverbindungen mit zusammen gut 21 Kilometern Länge und geschätzten Kosten von knapp 11,9 Millionen Euro sind im Programm Radwegebau 2020 bis 2024 des Freistaats aufgeführt, das Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Freitag präsentierte. Mit acht Einzelprojekten an B 318 und B 472 ist Miesbach bei der Zahl der Radwegprojekte an Bundesstraßen so stark vertreten wie kein zweiter Landkreis in Oberbayern.

Radwegebau 2020 bis 2024 im Freistaat: Das sind die Projekte im Landkreis Miesbach

Aufgenommen wurden als größte Projekte im Landkreis neue Radwege an der Staatsstraße 2073 zwischen Weyarn und Miesbach (7,5 Kilometer, 4,425 Millionen Euro Kostenschätzung) sowie an der Staatsstraße 2076 zwischen Ostin und Hausham (4,9 Kilometer, 2,7 Millionen Euro). An der B 318 sind im Investitionsprogramm die Etappe Kreuzstraße-Reitham (2,2 Kilometer, 1,3 Millionen Euro) sowie zwei Abschnitte zwischen Weissach und Ringsee eingeplant, an der B 472 ein neuer Radweg zwischen Waakirchen und der Tölzer Landkreisgrenze (1,5 Kilometer, 775 000 Euro), die Etappen Kammerloher Kreisel – Waakirchen und Müller am Baum – Wachlehen, wo es immer wieder zu haarsträubenden Situationen kommt, sowie zwischen Miesbach und Irschenberg die Abschnitte Schwaig – Jedling und Markstein – Riedgasteig – Schwaig. Letztere Verbindung hatte es nach unserem Bericht sogar zum „Hammer der Woche“ im ZDF-Länderspiegel gebracht, weil der Radweg dort bislang einen Weg ins Nirgendwo bildet. Nicht genannt ist ein Großprojekt, an dem mehrere Gemeinden im Landkreis Miesbach basteln: die schnelle Radverbindung zwischen Otterfing und Gmund

Die schlechte Nachricht: Damit ist nicht gesagt, dass alle Projekte bis 2024 fertiggestellt oder wenigstens begonnen sind. Das Programm umfasst deutlich mehr Projekte, als Mittel zur Verfügung stehen, damit Gelder flexibel andernorts eingesetzt werden können, wenn ein Projekt stockt. 

200 Millionen Euro fließen bis 2024 in den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur in Bayern

Insgesamt sind fast 440 Radweg-Projekte im Programm aufgeführt mit einem geschätzten Kostenvolumen von 198 Millionen Euro für Radwege an Bundesstraßen und 207 Millionen Euro für Radwege an Staatsstraßen in Bayern. Tatsächlich fließen aus Bundesmitteln aber nur rund 90 Millionen Euro in den Bau von Radwegen an Bundesstraßen und rund 70 Millionen aus Mitteln des Freistaats in den Ausbau des Radnetzes entlang Staatsstraßen. Hinzu kommen Fördermittel in Höhe von rund 40 Millionen Euro, mit denen der Freistaat die Kommunen bei der Finanzierung von Projekten unterstützt. Macht insgesamt etwa 200 Millionen Euro für den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur in fünf Jahren, die Schreyer zufolge mindestens investiert werden sollen. 

Lesen Sie auch: Vor zehn Jahren kämpfte ein zehnjähriges Mädchen aus Valley für einen Radweg zwischen Mitterdarching und Oberlaindern, den die Behörden nicht hinbekamen - mit Erfolg: Drei Jahre später wurde er tatsächlich eingeweiht.

Katrin Hager

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