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Wechsel an der Spitze der Raiffeisenbank im Oberland: Hubert Stehr (2.v.r.) geht Ende des Jahres in den Ruhestand, den alleinigen Vorstandsvorsitz übernimmt dann Hansjörg Hegele (l.). Johannes Paul (2.v.l.) wird spätestens 2024 in den Vorstand nachrücken. Aufsichtsratsvorsitzender Josef Lechner bleibt noch bis Mai 2022. 

Hubert Stehr geht in den Ruhestand

Personalkarussell bei der Raiffeisenbank: Chef stellt seine Nachfolger vor

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Hubert Stehr (60) steuert auf seine letzten Tage als Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank im Oberland zu. Ein Machtvakuum wird es aber nicht geben. 

Miesbach – Die Personalie ist keine Überraschung. Im Zuge des Zusammenschlusses der in Miesbach ansässigen Raiffeisenbank im Oberland und der Raiffeisenbank Tölzer Land zur Raiffeisenbank im Oberland im Jahr 2017 war klar, dass sich der dann sechsköpfige Vorstand in den Folgejahren wieder auf drei Personen verkleinern muss. Von Tölzer Seite war Mitte 2017 bereits Andreas Strohm ausgeschieden, Ende dieses Jahres folgt von Miesbacher Seite Hubert Stehr. Seit der Fusion steht der 60-Jährige zusammen mit dem früheren Tölzer Vorstandschef Hansjörg Hegele (58) gemeinsam an der Spitze der Bank.

„Ich bin nicht amtsmüde, aber Dinge wie zunehmende Regulatorik machen mir den Abschied leichter“, gesteht Stehr, der 20 Jahre für die Raiffeisenbank tätig war, davon 14 Jahre als Vorstandsvorsitzender. Sein eigentlicher Ruhestand beginnt mit 63. Bis dahin – im April 2022 – wurde eine Altersteilzeitregelung getroffen. „Das lief seinerzeit bei den Fusionsverhandlungen alles einvernehmlich“, betont der Aufsichtsratsvorsitzende der Raiffeisenbank, Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner. „Niemand ist gedrängt worden.“ Stehr bestätigt das. Sein fusionsbedingtes Ausscheiden falle ihm jetzt insofern leicht, als die Weichen rechtzeitig richtig gestellt worden seien und er die Bank in guten Händen wisse.

34-Jähriger soll in den Vorstand aufrücken

Tatsächlich existiert für die nächsten Jahre ein konkreter Personalfahrplan. Ende 2021 verlässt Josef Bernöcker (59) den Vorstand, Ende 2023 Hegele. Bis dahin übernimmt der Tölzer den alleinigen Vorstandsvorsitz. Bleiben noch Manfred Gasteiger (51) und Manfred Klaar (55). Einer von ihnen wird 2024 wohl die Nachfolge Hegeles antreten. Bis dahin soll Johannes Paul in den Vorstand berufen werden und das neue Führungstrio komplettieren. Der bald 34-jährige Bankbetriebswirt ist ein Eigengewächs der Raiffeisenbank, war fünf Jahre Bereichsleiter fürs Filialgeschäft und ist seit 2013 Bereichsleiter der Kreditabteilung. Er absolvierte unter anderem ein berufsbegleitendes Studium und mehrere Ausbildungen und Seminare, die ihn für das Vorstandsamt befähigen.

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In den kommenden vier Jahren soll sich Paul an der Seite von Hegele insbesondere in die Bereiche Rechnungswesen und Controlling einarbeiten. „Dass die Wahl auf ihn gefallen ist, zeigt, dass wir in der Bank eine hervorragende zweite Ebene haben“, sagt Lechner. Auch einen Nachfolger von Paul als Bereichsleiter wolle man zu gegebener Zeit zunächst in den eigenen Reihen suchen. „Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil“, findet der Jungmanager. „Es ist ein Signal an alle Mitarbeiter, dass man in unserem Haus was werden kann.“ Paul arbeitet ehrenamtlich als Schatzmeister im Vorstand des BRK-Kreisverbands und lebt mit seiner Frau und den beiden Töchtern (sechs Monate und drei Jahre) in Miesbach.

Aufsichtsratsvorsitzender Lechner, der in dieser Funktion im Mai 2022 ausscheiden wird, sieht die Zukunft der Raiffeisenbank damit nicht nur personell gesichert. Mit einer Bilanzsumme von knapp 1,3 Milliarden Euro sei sie in der Region eines der größten Institute und „fit for future“. Eine weitere Fusion ist für die Raiffeisenbank im Oberland deshalb momentan kein Thema. „Wir sind aber“, sagt der Fischbachauer, „offen für Gespräche, wenn andere Banken auf uns zukommen.“

sh

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