Rathaus Miesbach
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An der Front des Miesbacher Rathauses sollen die vier neuen Fahnenmasten angebracht werden. Darauf hat sich der Stadtrat mit dem Denkmalschutz geeinigt. 

Stadtrat und Denkmalschutz sind sich einig

Endlich: Standorte für neue Fahnenmasten am Miesbacher Rathaus stehen fest

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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An der Fassade oder lieber am Brunnen? Wo genau die neuen Fahnenmasten am Miesbacher Rathaus stehen sollen, war lange Zeit umstritten. Jetzt gibt es ein Ergebnis.

Miesbach – An der Fassade oder lieber am Brunnen? Wo genau die neuen, acht Meter hohen Fahnenmasten am Miesbacher Rathaus stehen sollen, war lange Zeit umstritten. Während die Stadträte mehrheitlich eine Anbringung direkt an der Hauswand favorisierten, machte sich die Untere Denkmalschutzbehörde für frei stehende Flaggen stark. Jetzt ist der Durchbruch geglückt.

Um die Fronten nicht weiter zu verhärten, hatte Architekt Christian Boiger als Vertreter des Denkmalschutzes angeregt, die Sichtweise der Behörde persönlich in der Stadtratssitzung zu erläutern. Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU) nahm das Angebot gerne an. Mit dem Ziel, das Thema endlich zum Abschluss zu bringen und die zwingend erforderliche Beflaggungsmöglichkeit zügig wiederherzustellen.

Der Architekt machte gleich deutlich, dass er nicht viel von der von einigen Stadträten vorgeschlagenen Anbringung der Masten auf direkt an der Fassade hält. „Das würde provisorisch wirken und der Würde der Stadt nicht gerecht werden“, urteilte Boiger. Als Kompromiss schlug er vor, die beiden äußeren Masten frei stehend an den beiden Enden der Vorderseite des Rathauses und die beiden mittleren an der Treppe anzubringen.

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Verena Assum (CSU) schüttelte den Kopf. Sie befürworte weiterhin die Fassadenlösung, so wie sie etwa auch am Rathaus von Bad Aibling zu sehen sei. „Das ist auch denkmalgeschützt.“ Boiger verwies hingegen auf die baulichen Besonderheiten des Miesbacher Rathauses. Durch die vielen Fenster seien freie Wandflächen rar gesät. Wenn diese nun durch Flaggen(masten) verdeckt würden, könnten sie nicht mehr wirken. „Ich spreche da auch als Bauberater und Architekt zu ihnen“, betonte Boiger.

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Für eine historisch begründete Lösung machte sich hingegen Markus Baumgartner (CSU) stark. Auf alten Fotos habe er gesehen, dass man damals die Flaggen aus den „Bullaugen“ unter dem Dach gehängt habe. „Nackte Alu-Masten stören das Gesamtbild “, sagte Baumgartner.

Die Mehrheit der Stadträte konnte hingegen mit Boigers Idee leben. Allerdings wünschten sich einige, die mittleren Masten nur bei Bedarf aufzustellen. Michael Lechner (FWG) winkte ab. „Wir brauchen kein Beschäftigungsprogramm für den Bauhof.“ Gegen fünf Stimmen setzten sich die dauerhaften Masten durch. Hoffnung für alle Skeptiker machte Erhard Pohl (CSU) mit einem launigen Vorschlag: „Es gibt die Masten auch in Weiß-Blau.“

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