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Hier fühlen sich die Nager wohl: Am Fußweg zwischen der Schlierach und dem Miesbacher Bahnhof wurden zuletzt wiederholt Ratten gesichtet. Wegen Abfall und Lebensmittelresten haben sich die Tiere dort ausgebreitet. Die Stadt lässt dort ab Montag Fangkäfige aufstellen.

Zwischen dem Miesbacher Bahnhof und der Schlierach

Rattenproblem: Stadt ordnet Bekämpfung an

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Miesbach - Die Kreisstadt hat ein Rattenproblem. Gleich mehrfach sind die Nager zuletzt zwischen Bahnhof und Schlierach aufgetaucht. Ab Montag lässt das Ordnungsamt deshalb Fangkäfige aufstellen.

Der Tisch für die Nager ist reich gedeckt. Halbvolle Dönerboxen in der Böschung, nicht ganz aufgegessene Leberkäsesemmeln im Bahngleis, angebrochene Chipstüten in den Abfallkörben: Der Bereich zwischen dem Miesbacher Bahnhof und der Schlierach ist aufgrund mancher menschlicher Hinterlassenschaft ein ideales Revier für Ratten. „Für die ist das ein Festmahl“, sagt Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz. Immer wieder seien die Nager zuletzt in diesem Bereich gesichtet worden. „Auch mich hat mal eine angeschaut“, sagt Pongratz.

Was sich im ersten Moment harmlos anhört, ist tatsächlich nicht ganz ungefährlich. Weil Haus- und Wanderratten Krankheiten auf Menschen übertragen können, gelten diese im Sinne des Infektionsschutzgesetzes als Gesundheitsschädlinge. Die Stadt Miesbach nimmt die Warnung ernst. Ab Montag lässt sie von einer Fachfirma im betroffenen Bereich sogenannte Fangkäfige aufstellen, um einer möglichen Rattenplage frühzeitig entgegenzuwirken. „Wir werden die Population zwar nicht ausrotten, aber sie wirksam bekämpfen“, kündigt die Bürgermeisterin an.

Gift komme dabei nicht zum Einsatz, stellt Pongratz klar. „Das wollen wir absolut nicht.“ Leider hätten die Stadt bereits Hinweise auf von Unbekannten ausgelegte Giftköder erreicht. Vor allem für Hunde- und Katzenbesitzer eine beunruhigende Nachricht. Das Ordnungsamt bittet die Bürger deshalb ausdrücklich darum, dies zu unterlassen. „Durch solche Maßnahmen kann eine große Gefahr für andere Tiere ausgehen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Nur eine Fachfirma könne sicherstellen, dass ausschließlich Ratten bekämpft und dabei alle tierschutzrechtlichen Aspekte beachtet würden.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Nager in Miesbach wohlfühlen. Der bislang letzte Fall dieser Art liegt laut Pongratz aber schon sieben Jahre zurück. Auch damals habe die Stadt umgehend reagiert. „In Zukunft werden wir das in kürzeren Abständen wiederholen“, verspricht die Rathaus-Chefin. Gänzlich ausschließen lasse sich ein Rattenbefall aber nicht. Vor allem nicht, solange Menschen ihre Abfälle und Essensreste in der Natur zurücklassen.

Das Veterinäramt des Landkreises bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung diese Vermutung: „Grund für einen Populationsanstieg könnte ein gutes Nahrungsangebot sowie die Anpassungsfähigkeit der Ratten sein“, gibt die Behörde bekannt. Konkrete Zahlen zur Verbreitung der Tiere im Landkreis würden aber nicht vorliegen. Um die Rattenpopulation niedrig zu halten, sei eine „Tötung unumgänglich“. Ob und wann dies notwendig ist, entscheide aber – wie im Fall Miesbach – das städtische Ordnungsamt. Das Landratsamt wird laut Pressesprecher Gerhard Brandl erst bei einer „großen Rattenplage“ tätig.

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