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Sicherheitshalber gesperrt wurde der Kletterspielplatz in Bergham. Nun soll er als einer der ersten saniert werden.

Reaktion auf Sicherheitsmängel

Miesbach will Spielplätze für 400.000 Euro  sanieren

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Die Stadt Miesbach muss für ihre 19 Spielplätze tief in die Tasche greifen. Weil bei einer Überprüfung der Anlagen im Mai 2018 durch einen Sachverständigen zum Teil erhebliche Sicherheitsmängel festgestellt wurden, mussten einige Spielgeräte gesperrt oder gar entfernt werden.

Die Stadt will nun in die Sanierung einsteigen und auf vier Jahre bis zu 400 000 Euro ausgeben. Für 2019 sind 150 000 Euro vorgesehen.

Die Spielplätze sind in die Jahre gekommen. Die Geräte stammen aus dem Jahr 1987 oder sind noch älter. Damit haben sie nicht nur viele Jahre gehalten, sondern auch eine Vielzahl an DIN-Normen verpasst. In ihrem Bericht an den Stadtrat zählt die Verwaltung einige Beispiele auf: So sei bei vielen Spielplätzen der Sicherheitsabstand zwischen Geräten und Zäunen zu gering, und ein Fallschutz sei meist nicht oder nur unzureichend vorhanden. Zudem seien in den vergangenen Jahren die Sicherheitsanforderungen für kommunale Spielplätze noch mal verschärft worden.

Geprüft werden muss auch, ob die Fundamente der Standpfosten noch halten oder sich zersetzen. Dafür müssen sie jedoch freigelegt werden. Da die Sandkästen keine Abdeckungen haben, müssen sie wegen Verunreinigungen jährlich vom Bauhof ausgetauscht werden.

Laut Bericht gibt es auch gefährliche Defizite. So wurden an Kletternetzen Stellen ausgemacht, an denen Kinder mit Hals, Händen und Fingern hängen bleiben könnten – diese wurden deshalb bereits entfernt. Ebenso sind an Einfriedungen wie Zäunen, Schutzgittern und Abgrenzungselementen sogenannte Halsfangstellen zu verschließen und so zu gestalten, dass diese nicht zum Klettern verleiten und keine Gefährdung darstellen.

Die Stadt rechnet mit hohen Kosten. Wie Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) im Stadtrat erklärte, werden für die Sanierung der 19 Spielplätze der Stadt 400 000 Euro veranschlagt – wenn nicht gar 450 000. Geplant sei, heuer Ausgaben bis zu 150 000 Euro einzuplanen, für 2020 und 2021 je 100 000 Euro und für 2022 dann 50 000 Euro. „Wir haben die Spielplätze vernachlässigt und über Jahre nur repariert“, stellte die Bürgermeisterin fest.

Begonnen werden soll mit den Spielplätzen an der Wallbergstraße im Ortsteil Wachlehen und an der Sepp-Sontheim-Straße in Bergham. Da diese am Ort die einzigen Spielmöglichkeiten für Kinder sind, soll ihnen höchste Priorität eingeräumt werden. Auch die Anlagen an Lindenplatz, Franz- und Johann-Wallach-Straße und am Grießer sollen Vorrang haben. Pongratz: „Wir wollen im Frühjahr anfangen.“

Die ersten Angebote liegen bereits vor. Eine Firma aus Altenmarkt würde die Plätze in Bergham für 54 000 Euro und in Wachlehen für 33 000 Euro herrichten. Für letzteren haben sich laut Pongratz auch die Anwohner umgehört und ein Konzept erstellen lassen. Die ins Auge gefasste Firma aus Lenggries würde jedoch 66 000 Euro verlangen – das Doppelte.

Das rief Michael Lechner (FW) auf den Plan. „Wir stehen in der Pflicht“, sagte der Dritte Bürgermeister. „Wir haben jahrelang nur das Nötigste gemacht, aber wir können jetzt keine Luxuswünsche erfüllen.“ Er stelle sich eine gute Mischung vor, die attraktiv für Groß und Klein sein soll. 150 000 Euro seien die Obergrenze. Zudem solle die Stadt die Mitarbeit von Eltern einfordern und sich auf die Suche nach Sponsoren machen, um Kosten zu sparen. Auch sei zu überlegen, ob nicht einige der 19 Spielplätze „abgespeckt“ werden könnten – abhängig von der Nutzung. Sein Fraktionskollege Markus Seemüller fand, dass die Stadt ein großes Angebot für bis zu Zwölfjährige habe, für bis zu 15-Jährige aber weniger. Daher solle man den Mut haben, jeden Spielplatz für sich zu betrachten und gegebenenfalls anders zu konzipieren.

Astrid Güldner (Grüne) begrüßte die konzertierte Herangehensweise, sprach sich jedoch dafür aus, noch zügiger vorzugehen. Dafür solle die Stadt auf zwei Jahre jeweils 200 000 Euro in die Hand nehmen. „Sonst fällt im Extremfall eine ganze Spielplatzgeneration weg.“ Dem schloss sich Verena Assum (CSU) an, die einen entsprechenden Antrag stellte. Was auch Manfred Burger (Grüne) begrüßte: „Wer weiß, was in drei Jahren ist.“ Das Festschreiben war Alfred Mittermaier (CSU) zu viel: „Wenn Luft im Haushalt ist, kann man immer noch mehr machen.“

In der Abstimmung unterlag der Antrag über 200 000 Euro mit 8:8 Stimmen. Der Vorschlag der Verwaltung wurde im Anschluss einstimmig angenommen.

ddy

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