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Festlich: Die Absolventen der Realschule Miesbach wurden jetzt im Waitzinger Keller verabschiedet.

Realschule Miesbach 

Mutmacher-Worte für Realschul-Absolventen

Es ist geschafft. Die Schüler von sechs Abschlussklassen der Realschule Miesbach haben am Freitag im Waitzinger Keller feierlich ihre Zeugnisse bekommen. Zuvor gab es mutmachende Worte.

Miesbach – Vielleicht hätte die Star-Wars-Titelmelodie, platziert im Mittelteil, ganz gut an den Anfang oder das Ende gepasst. Das Fanfarenhafte dieser Klänge weckt ja gerne die Assoziation vom Aufbruch zu fernen Zielen, vielleicht auch ins Ungewisse. Vor diesem Aufbruch brauchen die Realschulabsolventen keine Angst zu haben. Diese Botschaft sendeten alle Redner bei der Abschlussfeier der Gunetzrhainer Realschule Miesbach aus – nicht zuletzt die Schüler selbst.

Was unterdessen Angst machen kann, sind Amokläufe wie der in München vor einem Jahr. Der fand just während des Abschlussballs der Realschule statt, und der Elternbeirats-Vorsitzende Michael Hortmann erinnerte daran, wie alle voller Sorge das Geschehen via Smartphone mitverfolgten. Er weckte die Erinnerung nicht ohne Grund. Eine neurobiologische Studie habe bewiesen, dass das Ausüben von Gewalt das Belohnungszentrum im Gehirn nicht aktiviert. „Das Gegenteil ist der Fall“, so Hortmann. Im Menschen schlummert anderes, Gutes. Er rief die Schüler dazu auf, dies in sich zu entdecken: „Ertüchtigt euch darin, zu erkennen, welche Bedürfnisse ihr habt.“ Hortmann ist zuversichtlich, „das euch eure Bauchentscheidung auf den richtigen Weg leiten wird.“ Der Mensch komme als „wunderbarer Potenzial-Entfalter“ auf die Welt. Dies gelte es zu nutzen.

Auch stellvertretender Schulleiter Karsten Kundt, der eine Grußbotschaft der im Krankenstand befindlichen Schulleiterin Johanna Tojek-Rieth vorlas, wollte Mut machen. „Es ist ein Abschied, ja; aber euch muss nicht bang sein.“ Anhand von Hermann Hesses Gedicht „Stufen“ mit dem viel zitierten Satz „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ ermunterte er die jungen Frauen und Männer. „Baut auf dem gelegten Fundament weiter“, auf dass ein „prächtiges Haus“ entstehe: das eigene Leben, die eigene Persönlichkeit. Freilich geht das nicht immer von allein. Daran hatte zuvor Miesbachs Zweiter Bürgermeister Paul Fertl erinnert: „Die Kurve des Lebens steigt nicht immer steil nach oben.“ Und Kundt prophezeite: „Es werden noch viele Stufen zu erklimmen sein.“ Aber was die Realschulzeit betrifft, so der Konrektor, gelte: „Es ist geschafft.“

So sahen das auch die Schüler. Zehn Jahre hätten sie „mit Tränen und Freude überstanden“, berichteten etwa die SMV-Vertreter Arina Gart und Daniel Eder. Jahre, in denen die anfangs große, unbekannte Schule ihnen fast so vertraut geworden sei wie die eigenen vier Wände. Von ihr gilt es nun ebenso Abschied zu nehmen wie von Mitschülern und Lehrern, denen die beiden dankten für Kraft, Ausdauer, Geduld, aber auch Hartnäckigkeit und Strenge, „deren Nutzen wird erst jetzt erkannt haben“.

Zwischen den Wortbeiträgen lieferte die Schule den Nachweis ihrer kreativen Leistungsfähigkeit. Percussiongroup, Chor, Wooden Brass- und Schulband sangen und spielten, und das Stück der Theatergruppe mit dem passenden Titel „Müssen wir immer ,müssen‘ müssen?“ endete mit der Aufforderung an die Erwachsenen: „Macht uns keine Sorgen um uns.“ Kundt sagte: „Ich mach’ mir gewiss keine Sorgen um euch.“ Die Reise in die Zukunft treten die Miesbacher Absolventen offenbar mit breiter Brust an.

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