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Die Glückwünsche des Umweltministers überbrachte Ministerialdirektor Christian Barth (l.) bei der Gründungsversammlung des Landschaftspflegeverbands.

„Wer hätte gedacht, dass wir das in so kurzer Zeit schaffen“

Reibungslose Gründung: Landschaftspflegeverband kann Arbeit aufnehmen

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Nach eineinhalb Stunden war alles erledigt: Der Landschaftspflegeverband Miesbach ist gegründet. Jetzt wird noch ein Geschäftsführer gesucht.

Landkreis – 80 Ja-Stimmen bei nur 79 Wahlberechtigten: Bei aller Euphorie für den neuen Landschaftspflegeverband war das ein bisschen zu viel des Guten. „Da war wohl ein Zettel zu viel in der Urne“, meinte Wahlleiter Thomas Eichacker mit einem Schmunzeln. Die Wahl der Vorsitzenden des soeben neu gegründeten Landschaftspflegeverbands musste wiederholt werden. „Eine kleine Komplikation“, wie Eichacker es formulierte.

Es sollte die einzige bleiben bei der Gründungsversammlung im Miesbacher Bräuwirtsaal. In nur eineinhalb Stunden waren alle Formalien erledigt, die Satzung beschlossen, der Vorstand gewählt. Alles einstimmig. „Wer hätte gedacht, dass wir das in so kurzer Zeit schaffen“, sagte der frisch gebackene Vorsitzende, Warngaus Bürgermeister und Vize-Landrat Klaus Thurnhuber, in seiner Antrittsrede. Den Grund für den reibungslosen Verlauf des Abends sah er in der Vorbereitung durch den Fachlichen Naturschutz am Landratsamt um Teamleiter Josef Faas. „Sepp, jetzt ist dein Kind geboren“, feixte Thurnhuber.

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Wie berichtet, hatte Faas den Landschaftspflegeverband in den vergangenen Monaten nicht nur in den Gemeinderäten, sondern auch bei den Landwirten und Naturschutzvertretern vorgestellt und beworben. „Wir haben nicht überredet, sondern überzeugt“, betonte Landrat Wolfgang Rzehak in seinem Grußwort. Dass sich 16 von 17 Gemeinden zu einem Beitritt entschlossen hätten, sei ein großer Erfolg. Die Tür für Otterfing stehe weiter offen.

Der Vorstand setzt sich zusammen aus (Bild unten v.l.) Hans Kirchberger (Landwirt), Josef Bichler (BBV-Kreisvorstand), Manfred Burger (Bund Naturschutz Kreisgruppe Miesbach), Karl Einwanger (Bund Naturschutz Otterfing), Georg Kittenrainer (Bürgermeister Bayrischzell), Henning Fromm (LBV Kreisgruppe Miesbach), Gerhard Eisenkolb (Landwirt), Klaus Thurnhuber (Bürgermeister Warngau) und Landrat Wolfgang Rzehak.

Das Lob von Umweltminister Marcel Huber überbrachte dessen Amtschef Christian Barth. Die Gründung des Miesbacher Landschaftspflegeverbands, der 61. in ganz Bayern, sei „ein Meilenstein im Oberland, wo wir noch einige Lücken haben“. Ab sofort hätten die Miesbacher einen „starken Motor für den Naturschutz“. Überall dort, wo die Verbände bereits aktiv seien, sei eine deutliche Verbesserung im Landschaftsbild zu beobachten. Gerade im Landkreis gebe es mit den Almen, Streuwiesen, Mooren und Hagen viele Betätigungsfelder.

Erfolgsgeheimnis des Verbandes, da waren sich alle Redner einig, sei die „Drittelparität“ und damit das partnerschaftliche Miteinander aus Politik, Landwirtschaft und Naturschutz. „Sie haben es hervorragend geschafft, dass diese Gruppen an einem Strang ziehen“, lobte Beate Krettinger, Landeskoordinatorin für Bayern beim Dachverband der deutschen Landschaftspflegeverbände. Zu den größten Profiteuren der durch den Verband akquirierten Fördergelder würden die Landwirte zählen. Entscheidend dafür sei jedoch „außerordentlich engagiertes Personal“ im Vorstand und der Geschäftsführung.

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Daran soll es in Miesbach nicht scheitern, machte Thurnhuber im Namen seines achtköpfigen Gremiums klar. „Heute sind wir einen wichtigen Schritt vorwärts gekommen, jetzt wollen wir Fahrt aufnehmen.“ So bald wie möglich werde man die Stellenbeschreibung für den Geschäftsführerposten ausarbeiten. Dann könne die konkrete Projektarbeit beginnen. Das Ziel steht für Thurnhuber bereits fest: „Wir müssen unsere bäuerliche Kulturlandschaft erhalten, denn wir haben sie nur einmal.“

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