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Alle Hände voll zu tun haben Florian Rödig, Leiter der Miesbacher Nabholz-Filiale, und seine Kollegen in der Werkstatt. Freie Termine für den Reifenwechsel gibt es erst wieder ab 22. November. 

Nabholz-Filialleiter Florian Rödig im Interview

Reifenwechsel: Darum ist das Auswuchten so wichtig

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Landkreis - Alle Jahre wieder bilden sich beim ersten Schnee lange Warteschlangen vor den Werkstätten. Wir haben einen Miesbacher Experten gefragt, warum man dennoch einen Termin vereinbaren sollte.

Wenn die ersten Flocken vom Himmel rieseln, fällt es vielen Autofahrern wie Schuppen von den Augen: Es wird langsam Zeit für Winterreifen. Wer nicht selbst zum Werkzeug greifen will, braucht Glück – oder Geduld. Meist sind die Warteschlangen vor den Autohäusern und Werkstätten lang. Wir haben uns bei Florian Rödig (37), Filialleiter bei Reifenservice Nabholz in Miesbach, nach dem nächsten freien Termin erkundigt. Im Gespräch erklärt der Experte, warum immer mehr Autobesitzer zum Reifenwechseln in die Werkstatt fahren, wieso das Auswuchten so wichtig ist und ob sich Ganzjahresreifen wirklich lohnen.

Herr Rödig, was muss ich machen, wenn ich mein Auto in diesen Tagen noch mit Winterreifen ausrüsten möchte?

Rödig: Da werden Sie vermutlich selbst wechseln müssen. Wir sind jedenfalls total ausgebucht. Der nächste freie Termin ist in 14 Tagen. Die Leute, die jetzt ihr Auto bei uns abgeben, haben vor vier bis sechs Wochen reserviert.

Stirbt der Spontanwechsler also langsam aber sicher aus?

Rödig: (lacht) Ganz und gar nicht. Die breite Masse wartet auch heutzutage noch, bis es zum ersten Mal weiß wird. Wir schicken natürlich niemanden gerne weg, aber mehr wie arbeiten können wir nicht. In der Übergangszeit sind permanent fünf Mitarbeiter in der Werkstatt. Selbst wenn wir wollten, könnten wir unsere Kapazitäten nicht einfach aufstocken. Es gibt derzeit leider einen ziemlichen Personalmangel.

Wie erklären Sie sich die hohe Nachfrage? Will heute niemand mehr selbst zum Wagenheber greifen?

Rödig: Es stimmt, dass wir jedes Jahr mehr Reifensätze einlagern. Das liegt aber auch daran, dass die Räder in Zeiten von SUVs immer größer und damit schwerer werden. Die hebt man nicht mehr so ohne weiteres auf die Achse. Hinzu kommt, dass man den Reifendruck bei modernen Fahrzeugen nur noch elektronisch kalibrieren kann. Bei bestimmten Modellen müssen die Kunden dafür sogar zur Vertragswerkstatt fahren. Und auch das Auswuchten kann man zuhause nicht machen.

Braucht es das denn überhaupt?

Rödig: Ab einer jährlichen Laufleistung von 10 000 Kilometern empfehlen wir es bei jedem Reifenwechsel. Durch den Verschleiß entsteht nämlich auch eine Unwucht. Der Reifen sitzt also nicht mehr so perfekt auf der Felge wie bei der Montage. Das bedeutet, dass mehr Kräfte auf das Rad, die Achse und damit auch das Fahrzeug insgesamt einwirken. Die Folge ist nicht nur eine schnellere Materialermüdung, sondern auch ein höheres Sicherheitsrisiko.

Bekommt der Fahrer etwas davon mit?

Rödig: Früher oder später auf jeden Fall. Wenn die Unwucht groß genug ist, fängt das Lenkrad an zu rütteln. Bei den Vorderreifen spürt man das bereits bei einer Geschwindigkeit von unter 100 Stundenkilometern. Dann ist es wirklich höchste Zeit, in die Werkstatt zu fahren. Und je nach Verschleiß sollte man sich lieber gleich für einen neuen Reifensatz entscheiden.

Tut es eigentlich auch ein Ganzjahresreifen? Dann würde man sich das leidige Wechseln sparen...

Rödig: Da spart man aber meist am falschen Eck. In unserer Region, wo es doch häufiger mal schneebedeckte oder vereiste Fahrbahnen gibt, würde ich eigentlich immer zum echten Winterreifen raten. In der Stadt oder in Gegenden mit milderen Wintern sieht das natürlich anders aus. Trotzdem ist ein Blechschaden im Zweifel immer teurer als ein Satz neuer Reifen – inklusive Montage und Auswuchten.

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