Erster Zuchtviehmarkt

Rekord-Premieren-Chaos

Miesbach - Der erste Zuchtviehmarkt in der neuen Oberlandhalle hat mit Rekorden aufgewartet. So wechselte bei der Premiere am neuen Standort in Straß ein Zuchtbulle für einen Rekordwert von 104 500 Euro den Besitzer. Rund um den Zuchtverband herrschte derweil ein rekordverdächtiges Verkehrs-Chaos.

Freud und Leid liegen bekanntlich nah beieinander. Beim ersten Großviehmarkt waren dies geschätzt 300 Meter. Diese Distanz dürfte zwischen der Versteigerungshalle auf dem neuen Zuchtverbandsstandort und den Anwohnern der Kleinthalstraße liegen. Während sich in der Halle die Familie Willibald aus Arzbach über einen Rekord-Versteigerungs-Erlös von 104 000 Euro für ihren Zuchtbullen „“ freuen durfte, sprangen die Anwohner der nahegelegenen Siedlung im Karree. Grund: Mindestens die Hälfte der Marktteilnehmer hatte seine Autos auf der nassen Wiese zwischen Verbandshof und Kleinthalstraße geparkt. Beim Verlassen des Geländes war die Straße entsprechend dreckig, und allesamt - eine Anwohnerin sprach gegenüber unserer Zeitung von 300 Autos - fuhren zweimal am Kindergarten Straß vorbei. Unzumutbar, finden die Anwohner.

Und das war noch der geregeltere Teil des Chaos'. Auf dem Parkplatz des Zuchtverbands gerieten sich die Autos in die Quere, ein ewiges Rangieren, und ein Lkw-Fahrer hatte seinen Viehlaster kurzerhand auf der Bundesstraße gegenüber der Einfahrt zum Zuchtverband abgestellt. Weitere Pkw parkten neben der B 307. Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz war beim allerersten Markt ebenfalls in der neuen Oberlandhalle, und auch sie sah ein „Tohuwabohu“, nimmt den Zuchtverband aber auch in Schutz. „Ich kann die Bevölkerung nur um Verständnis bitten. Das war der allererste Markt, da ist klar, dass noch nicht alles funktioniert.“ Sie selbst, so die Rathaus-Chefin weiter, habe noch einen so gut frequentierten Viehmarkt erlebt, und es war wahrlich nicht ihr erster Besuch in der Oberlandhalle. Offenbar hatte die Premiere am neuen Standort neben Marktteilnehmern durchaus auch den einen oder anderen Neugierigen angelockt. Die Versteigerungshalle - sie fasst 1200 Personen - war jedenfalls voll.

Sichtbar war, dass der Parkplatz im neuen Zuchtverbandsareal noch nicht fertiggestellt ist und an der Verkehrsführung auf dem Gelände noch gearbeitet werden muss. Außerhalb davon ist eigentlich alles gesteuert. Bekanntlich hat der Zuchtverband die Linksabbiegespur zu seinem Gelände bezahlen müssen. Ferner wurde die Verkehrsführung an der Einmündung der B472 - von Gmund kommend - in die B307 in Richtung Hausham so gestaltet, dass ein Linksabbiegen möglich ist.

Pongratz bekräftig derweil: „Wir wollen nicht, dass die Autos über die Kleinthalstraße fahren.“ Sie habe diesbezüglich schon gestern versucht, mit dem Zuchtverbands-Vorsitzenden Balthasar Biechl zu sprechen. Der war angesichts des Premieren-Stress’ aber nicht greifbar.

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