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Neu hergerichtet: Bürgermeisterin Ingrid Pongratz zeigt den ehemaligen Sitzungssal des Wieser Gemeinderats.

Renovierungsarbeiten abgeschlossen

Gemeindehaus Wies bereit für Flüchtlingsfamilien

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Die Stadt hat das Gemeindehaus Wies mit viel Fördergeld vom Staat sanieren lassen, um es nun an anerkannte Asylbewerber zu vermieten. Ein Blick in demnächst wieder privat genutzte Räume.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. An die 800 000 Euro hat die Sanierung des ehemaligen Gemeindehauses Wies gekostet. Die Stadt Miesbach zahlt davon 260 000 Euro – die restlichen 540 000 Euro übernimmt der Freistaat Bayern. Ein lukratives Förderprogramm, das Ingrid Pongratz zu schätzen weiß: „Wir sind sehr dankbar. Ohne den Freistaat wäre es uns nicht möglich gewesen, das denkmalgeschützte Gebäude wieder herzurichten.“

Der ideelle Preis für diese Unterstützung ist vergleichsweise gering: Die Stadt muss die vier Wohnungen, in die die Räume aufgeteilt wurden, über sieben Jahre an anerkannte Flüchtlinge vermieten. „Sie dürfen sich auf schöne, helle Räume im Herzen Miesbachs freuen“, sagt Pongratz. Dass das Gebäude neben der Bahnstrecke liegt, sei verschmerzbar. Die Bayerische Oberlandbahn fährt dort am Bahnübergang langsam, und die Lärmschutzfenster tun ihr übriges.

Aufgeteilt wurde das ehemalige, zwischen 1811 und 1813 erbaute Salzeinnehmeramt an der Tölzer Straße in vier Einheiten. Zur größten im ersten Stock gehört der ehemalige Sitzungssaal des Rats der Gemeinde Wies, die 1978 bei der Gebietsreform Miesbach zugeschlagen worden war. Die Bauerngemeinde musste sich mangels eines größeren, zentralen Orts für Versammlungen stets nach Miesbach orientieren. Bis 2011 nutzte der VdK-Kreisverband die Räume.

Nach Ostern sollen die ersten Mieter einziehen. Zwei Familien kommen aus Eritrea, die beiden anderen aus Syrien und dem Kongo. Die Wohnungen haben verschiedene Zuschnitte. Die beiden im ersten Stock sind 72 und 37 Quadratmeter groß, die beiden im Erdgeschoß kommen auf 45 und 55 Quadratmeter. Die Miete liegt bei 7,90 Euro pro Quadratmeter, die große kostet 8,20 Euro. Tarife, die sich nach dem Sozialgesetzbuch ergeben. „Sonst kann das Landratsamt die Mietkosten nicht übernehmen, solange die Mieter noch nicht genug Einkommen haben“, erklärt die Bürgermeisterin.

Ausgestattet sind die Wohnungen mit Einbauküchen – ausgesucht von Pongratz –, Rauchmeldern und Fußbodenheizung. In einem Gemeinschaftsraum kann jede Partei Waschmaschine und Trockner aufstellen. Der Dachboden mit dem geteilten Kamin bietet vier abschließbare Speicherabteile. In den Küchen wurde auf einen Geschirrspüler verzichtet. Aber das hält Pongratz für zumutbar: „Ich wäre froh gewesen, wenn ich nach dem Studentenleben so hätte anfangen können.“

ddy

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