Gebietsbetreuer Florian Bossert (r.) informiert Touristen über den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und die Bedeutung von Wildschutzgebieten.
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Gebietsbetreuer Florian Bossert (r.) informiert Touristen über den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und die Bedeutung von Wildschutzgebieten.

Tierschutz und Tourismus

Wintersportler missachten Schutzzonen: Gebietsbetreuer erklärt Situation

Es ist Winter - da zieht es Wintersportler in die Natur. Doch der Tierschutz leidet unter den sportlichen Touristen. Wir haben einen Experten befragt.

  • Der Wintertourismus in den Alpen nimmt zu, auch im Landkreis Miesbach.
  • Im Rotwandgebiet dringen Tourengeher vermehrt in Wildschutzgebiete für Tiere ein. 
  • Florian Bossert, Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge, er klärt, wie er dem Problem begegnen will.

Landkreis – Es ist Winter – zumindest kalendarisch. Und damit die Zeit des Wintersports. Viele Menschen drängen in die Natur. Doch auch Tiere brauchen Raum für ein ungestörtes Winterquartier. Dafür gibt es ausgewiesene Schutzgebiete. Da sind Konflikte absehbar. In einer Tourengehergruppe auf Facebook wird auf das Konfliktpotenzial hingewiesen und zur Rücksicht gemahnt. Verschiedentlich seien Tourengeher in Wildschutzgebiete eingedrungen. Wir haben nachgefragt bei Florian Bossert (34), dem Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge

Herr Bossert, beachten die Wintersportler die Schutzgebiete?

Florian Bossert: Im Allgemeinen akzeptieren die Leute die ausgewiesenen Gebiete. Aber in zwei Gebieten gibt es massive Probleme. 

Welche Gebiete sind das? 

Florian Bossert: Es handelt sich um die Gebiete Lämpersberg und Benzingspitz im Rotwandgebiet. Diese zwei Areale sind aus wildbiologischer Sicht sehr wichtig. Aber es dringen hier sehr häufig Tourengeher in die geschützten Gebiete ein. Wenn erst einmal eine Spur gemacht ist, dann halten das andere später für eine normale Route und benutzen die Spur ebenfalls. 

Lesen Sie auch: Zehn einfache Regeln für nachhaltigen Naturgenuss 

Welche Maßnahmen können Sie treffen, um das zu verhindern? 

Florian Bossert: Wir beobachten natürlich die Situation und versuchen darauf hinzuweisen, die Begrenzung einzuhalten und die Schutzgebiete zu respektieren. Außerdem bringen wir zusätzliche Hinweisschilder an und setzen auf offensive Aufklärung, auch über soziale Medien. Ein nächster Schritt wäre dann eine Verstärkung der Vor-Ort-Präsenz durch Einsatz von Rangern

Und wenn das nichts fruchtet? 

Florian Bossert: Die letzte Möglichkeit wäre schließlich eine Verordnung des Landratsamtes zur vollständigen Sperrung des Gebietes für den Tourismus. In anderen Gegenden, etwa im Chiemgau oder dem Allgäu, gibt es das. 

Welche Tierarten sind bei uns besonders bedroht?

In tieferen Lagen ist es das Auerwild, in höheren Lagen das Birkwild. Mancherorts haben wir zwar bei uns derzeit eine ganz gute Birkhuhn- Population. Der heiße, trockene Sommer 2019 hat ganz gute Bedingungen für den Nachwuchs geboten. Aber wir reden hier ganz klar von wenigen Exemplaren, noch nicht von einer stabilen Population. Generell ist das Problem die Verinselung der Bestände. Schutzgebiete bilden Verbindungsachsen meist am Gebirgskamm für die Vögel. Durch ein Monitoring überwachen wir den jährlichen Bestand. 

Wie steht es um das Umweltbewusstsein der Menschen allgemein? Generell ist das Interesse an der Natur deutlich größer geworden. Die Leute fragen mehr nach, wollen vor allem auch Hintergrundwissen, wieso das ein Problem für die Wildtiere ist. Andererseits ist auch die Masse an Menschen rapide angestiegen, die in die Berge drängt. Dadurch nehmen Störungen für Tiere zu. Da trampeln dann den ganzen Tag Hunderte von Menschen durch. Längere Pausen für Tiere in Winterruhe gibt es nicht mehr. 

Das Gespräch führte Stefan Gernböck.

Die Rufe des Rehkitz’ klangen herzzerreißend. Deshalb haben Spaziergänger in der Weissachau das vermeintlich hilflose Tierbaby an sich genommen. Der Tierschutzverein warnt vor einem solchen Handeln.

Etwas weniger laut, etwas weniger lang:So haben viele Beobachter das Silvesterfeuerwerk im Tegernseer Tal erlebt. Eine Folge des Appells zum Verzicht auf Pyrotechnik?

 

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