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Die Schäden bleiben vorerst: Die Staatsstraße 2010 zwischen Parsberg und Leitzach wird heuer nicht mehr erneuert.

Maßnahme war für August geplant

Sanierung verschoben: Marode Staatsstraße muss noch durchhalten

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Die Schäden bleiben: Das Staatliche Bauamt Rosenheim verschiebt die Sanierung und den Ausbau der Staatsstraße 2010 zwischen Parsberg und Leitzach. Zwei Varianten stehen zur Wahl.

Parsberg – Über einen Mangel an Baustellen können sich die Miesbacher in diesem Sommer nicht beklagen. Nicht nur rund um die Johannisbrücke im Zentrum der Kreisstadt wird fleißig gebaggert, sondern auch auf diversen Straßen im weiteren Umfeld – Sperrungen inklusive. Auch die Parsberger haben sich auf eine wochenlange Baustelle vor ihrer Haustür eingestellt. Doch dazu kommt es nun erst 2018.

Wie berichtet, wollte das Staatliche Bauamt Rosenheim im August die marode Staatsstraße 2010 zwischen Parsberg und Leitzach sanieren und verbreitern. Diese Maßnahme wurde nun aber verschoben, wie Gebietsleiter Matthias Geitz auf Nachfrage unserer Zeitung bekannt gibt. Wegen der zahlreichen anderen Bauprojekte im Landkreis habe man sich mit der Planung Zeit gelassen, berichtet Geitz. „Irgendwann ist es auch mal gut“, fügt er schmunzelnd hinzu. Ähnlich dürfte die Gefühlslage bei vielen von Ampelwartezeiten und Umleitungen genervten Autofahrern sein.

Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben, betont der Gebietsleiter. Im kommenden Frühjahr werde man die Maßnahme in Angriff nehmen. Aufgerissen wird die St 2010 laut Geitz von der Einmündung des Burgwegs in Parsberg bis zur Leitzachbrücke. Eine Streckenlänge von gut 1,3 Kilometern. Am Leitzacher Berg lässt das Straßenbauamt lediglich die Deckschicht erneuern und die Hangböschung sanieren. Kern der Arbeiten ist hingegen der gut 500 Meter lange Abschnitt vom Ortsausgang Parsberg bis zur Linkskurve in den Wald. Hier ist der Asphalt von Unebenheiten überzogen. „Auch die Querneigung stimmt nicht mehr“, sagt Geitz.

Zwei Varianten lässt das Straßenbauamt derzeit prüfen. Eine sieht den kompletten Austausch von Asphalt und Teer vor. „Alles, was früher eingebaut wurde, kommt dabei raus“, erklärt Geitz. Bei der zweiten Lösung wird der alte Unterbau aus den 1950er-/1960er-Jahren abgedichtet und mit einer neuen Fahrbahnschicht überzogen.

Die Entscheidung stehe noch aus, hänge aber letztlich vom Kosten-Nutzen-Verhältnis ab, so Geitz. Die sparsamere Variante sei aber durchaus denkbar, weil die Staatsstraße in diesem Bereich vergleichsweise wenig von Schwerlastverkehr frequentiert werde. 2010 hatte eine Verkehrszählung ergeben, dass unter 6400 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden nur 257 Lkw waren. Ein Anteil von unter fünf Prozent.

Bereits beschlossene Sache ist hingegen die Verbreiterung der Fahrbahn von aktuell weniger als sechs Meter außerorts auf 6,50 Meter. Davon profitieren sollen auch die Radfahrer. Eine eigene Fahrspur werden sie jedoch nicht bekommen. Laut Geitz habe man der Stadt Miesbach angeboten, diese südlich der Staatsstraße zu bauen.

Der Bauausschuss winkte ab, berichtet Bauamtsmitarbeiter Johannes Löw. Weil der Radweg am Leitzacher Berg in einen Treppenweg im Wald münden würde und damit nicht an ein übergeordnetes Netz angeschlossen wäre, gebe es dafür auch keine Fördermittel. „Unter diesen Gesichtspunkten wäre die Maßnahme dann zu teuer gewesen“, erklärt Löw.

Ob das auch für einen neuen Gehweg vom Burgweg bis zur Litzelauer Straße in Parsberg gilt, steht noch nicht fest. Das Straßenbauamt will sich hierzu noch mit der Stadt abstimmen. Fest steht hingegen, dass die Gesamtbaumaßnahme gut eine Million Euro kosten wird. Und auch, dass die Arbeiten wohl zwischen sechs und acht Wochen in Anspruch nehmen werden. In dieser Zeit muss die Staatsstraße laut Geitz voll gesperrt werden. „Das lässt sich leider nichts anders machen.“

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