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Noch zwei Sommer durchhalten: Frühestens im Herbst 2019 kann die Sanierung des Warmfreibads beginnen.

Sanierung des Warmfreibads

Miesbach droht große Konkurrenz am Fördertopf

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Die Stadt Miesbach steht in den Startlöchern. Das marode und in die Jahre gekommene Warmfreibad muss dringend saniert werden. Doch diesen und nächsten Sommer wird noch nichts passieren.

„Frühester Start ist im Herbst 2019“, sagt Bürgermeisterin Ingrid Pongratz auf Nachfrage unserer Zeitung.

Das scheint noch lange hin zu sein, doch für Miesbach drängt die Zeit. Wie berichtet, wird landesweit die Forderung nach staatlicher Unterstützung immer lauter. Eine Arbeitsgruppe soll nun die Möglichkeiten einer Schwimmbadförderung prüfen. Diese kann jedoch frühestens bis zum Doppelhaushalt 2019/20 berücksichtigt werden.

Die Kreisstadt befindet sich damit zeitlich in der Zwickmühle. Will sie von einer möglichen Förderung profitieren, muss sie zuwarten, wie Pongratz erklärt: „Wir dürfen nur vorbereitende Maßnahmen vornehmen, also planen und prüfen. Diese sind unschädlich. Sobald wir aber ausschreiben, sind wir raus aus der Förderung.“

Bei der Planung ist die Stadt bereits eingestiegen. Nun wurde dieser Tage auch noch eine Probebohrung vorgenommen, die klären soll, in welchem Zustand sich das Betonbecken befindet. Die Ergebnisse sollen in der Mai-Sitzung des Stadtrats besprochen werden. Eines sei jedoch klar, sagt Pongratz: Sei auch der Beton schadhaft, komme die Sanierung deutlich teurer als die festgeschriebene Obergrenze der reinen Baukosten von 2,5 Millionen Euro netto. „Dann reicht das Verkleiden mit Edelstahl nicht mehr.“

Als großen Vorteil sieht die Bürgermeisterin, dass die Stadt in Sachen Planung schon weit sei. Komme ein Fördertopf zum Einsatz, sei man bereit und könne schnell in ein Förderverfahren einsteigen. Die Konkurrenz dürfte jedenfalls enorm sein, denn mittlerweile warten viele Kommunen auf eine solche Förderung. In der jüngsten Sitzung des Stadtrats hatte Pongratz Zahlen präsentiert, wonach der Sanierungsbedarf für die Schwimmbäder – Hallen- und Freibäder – im Freistaat bei rund 1,2 Milliarden Euro liegen soll.

Die Rathaus-Chefin kann sich vorstellen, dass man vorgeht wie einst beim Konjunkturpaket, mit dem die Stadt ihre Grund- und Mittelschule saniert hatte und gute Erfahrungen machte. „Wer Pläne in der Schublade hat und etwas finanzieren kann, ist gut dabei.“

Dass der Freistaat sich beteiligen müsse, ist für Pongratz offensichtlich: „Mittlerweile können immer weniger Kinder sicher schwimmen.“ Dafür brauche es einen zusätzlichen Fördertopf. Es könne nicht sein, dass bestehende Unterstützung nur umgeleitet werde.

In den vergangenen Jahren wurden nur Schwimmhallen staatlich unterstützt, die zu einem guten Teil schulisch genutzt werden. Freibäder sind außen vor. Die Folge ist ein wachsender Sanierungsstau, der bereits mit Schließungen endete. Wie aus einer Stellungnahme der Staatsregierung hervorgeht, sind mehr als die Hälfte der kommunalen Schwimmbäder in Bayern sanierungsbedürftig. 55 drohe akut die Schließung. Zudem habe sich die Zahl der maroden Bäder seit 2016 von 299 auf 446 deutlich erhöht. Im selben Zeitraum mussten 18 öffentliche Schwimmstätten geschlossen werden. So weit soll es in Miesbach nicht kommen, betont Pongratz: „Unser Bad hat einen hohen Stellenwert.“

ddy

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