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„And the Stipendium goes to...“: Aus den goldenen Kuverts der Büttenpapierfabrik Gmund, die schon bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles zum Einsatz gekommen sind, haben die 15 Mittelschüler ihr Schach-Stipendium entgegengenommen.

Ohne Kosten für die Eltern

Schach-Stipendium soll Mittelschülern Weg zum Abschluss erleichtern

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Sie sollen nicht nur Schach lernen, sondern auch viel fürs Leben. 15 Mittelschüler dürfen sich über ein Stipendium des Vereins Schulschach Landkreis Miesbach freuen. 

Landkreis – Stolz wie König und Dame fühlten sich die 15 Mittelschüler, als sie die goldenen Umschläge mit ihren Schach-Stipendien in den Händen hielten. Und fast schon königlich werden sie in den kommenden Jahren auch betreut. Mit dem neuen Projekt des Vereins Schulschach Landkreis Miesbach kommen die Sechstklässler aus den Mittelschulen Miesbach, Rottach-Egern und Holzkirchen nicht nur in den Genuss eines regelmäßigen Trainings mit Schachgroßmeister Michael Prusikin, sondern dürfen sich auch auf viele weitere Angebote wie Ausflüge oder Theaterbesuche freuen. Ab sofort und bis zu ihrem Schulabschluss – einer großzügigen finanziellen Unterstützung durch den Lions Club am Tegernsee sei Dank.

„Das ist ein soziales Projekt für eine bessere und lebenswerte Gesellschaft“, schwärmt Diana Steiner, Geschäftsführerin des Vereins Schulschach Landkreis Miesbach. Aber auch ein neuer Anlauf, die an den Grund- und weiterführenden Schulen im Landkreis bereits flächendeckend etablierten Schachkurse auch an den Mittelschulen zu verankern. Zwei Mal habe man dies bereits probiert, berichtet Steiner. Für regelmäßige Stunden hätten sich aber stets zu wenige Teilnehmer gefunden.

Umso glücklicher ist Steiner nun mit der Resonanz auf das Stipendien-Programm. 38 Mittelschüler hätten sich dafür beworben, berichtet die Geschäftsführerin. „Die Auswahl ist uns sehr schwer gefallen.“ Sie sei aber bewusst unabhängig von Vorkenntnissen der Schüler erfolgt. Entscheidend sei vielmehr gewesen, dass die Sechstklässler nicht nur an Schach, sondern auch an ihrem „Fortkommen in der Schule und im Leben“ interessiert seien.

Das königliche Spiel sei eine gute Grundlage, um die Motivation, die Konzentration, das logische, räumliche und abstrakte Denken sowie das Urteilsvermögen, die Voraussicht und die allgemeinen Analysefähigkeiten der Schüler zu fördern. Durch ständiges Üben könne Schach die Entwicklung eigener Problemlösungsstrategien und die Entscheidungsfähigkeit begünstigen, erklärt Steiner. Wovon Grundschüler, Realschüler und Gymnasiasten im Landkreis schon länger profitieren, soll über das Stipendien-Projekt nun auch interessierten Mittelschülern zuteil werden. „Ohne Kosten für die Eltern“, betont Steiner.

Entsprechend groß war die Begeisterung bei der feierlichen Übergabe der Stipendien im Hotel zur Post in Bad Wiessee. Neben den Stipendiaten mit ihren Familien waren dazu auch die Schulleiter und Lehrer sowie Sponsoren, Bürgermeister und die frühere Schulamtsdirektorin Ursula Weiss-Brummer als Projekt-Patin eingeladen. In mehreren Vorträgen stellten Referenten die Bedeutung des Schulschachs für die Entwicklung der Kinder einmal mehr heraus.

Offizieller Starttermin des Stipendien-Programms ist der 22. Januar. Jede Woche findet dann ein Kurs pro Schule für jeweils fünf Schüler statt. Fürs Üben und Spielen zuhause erhalten die Teilnehmer Tablet-Computer mit einem Schachprogramm. Begleitet werden sie vom erfahrenen Kinder- und Jugendpsychologen Peter Pohl, der für die Sicherung der Qualität und die Messung der Ergebnisse zuständig ist. Laut Steiner besonders wichtig: Die Schüler werden nicht nur in Schach-, sondern auch in wichtigen Lebensfragen beraten.

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