Supermarkt Neuhaus
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So könnte er aussehen: der für Neuhaus geplante Supermarkt mit Wohnungen in den Obergeschossen. Archiv.

Bürgermeister zieht Bilanz und wagt Ausblick

Schliersee ist bereit für die Umsetzung: Diese Projekte stehen im neuen Jahr an

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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So manches in Schliersee harrt schon länger seiner Verwirklichung. 2021 könnte es wirklich klappen. Allen voran mit der Turnhalle.

Schliersee – Auf die Frage, womit Corona die Gemeinde Schliersee am meisten getroffen hat, nennt Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) die Sitzungen des Gemeinderats: „Da sind immer wieder welche ausgefallen. Das bedeutet eine Verzögerung um Monate.“ Im März und April seien Sitzungen wegen der Pandemie abgesagt worden, ebenso jetzt im Dezember. „Wir können aber nicht einen Tag vor dem Lockdown keine Sitzungen durchführen“, erklärt der Rathauschef. Was dadurch fehlt, sei die „offene Diskussion“, das Auseinandersetzen im Plenum mit anderen Meinungen. „Man formuliert seine Standpunkte, aber es findet kein Austausch mehr statt.“ Und damit fehle auch die Möglichkeit, sich positionsmäßig anzunähern.

Neubau der Sporthalle steht an erster Stelle

An großen Themen mangelt es Schliersee im Jahr 2021 nicht. An oberster Stelle steht der Neubau der Sporthalle in Neuhaus. Die Förderanträge bei Regierung und Bayerischem Landessportverband sind gestellt. Wie berichtet, sieht der weitere Zeitplan vor, dass idealerweise in den Sommerferien neben der Schule die Tiefbauarbeiten für die neue Halle ablaufen. Im Dezember soll das Dach drauf sein, damit über die Wintermonate der Innenausbau erfolgen kann.

Feuerwehrhaus Neuhaus in trockenen Tüchern

Das zweite große Projekt ist der Neubau des Feuerwehrhauses in Neuhaus. Hier kämpfte die Gemeinde um ein Grundstück, das für die Erweiterung am Standort unverzichtbar ist. Die Verhandlungen seien nun in trockenen Tüchern. Noch im alten Jahr sollte alles notariell geregelt sein. Hintergrund ist die vorgeschriebene Hilfsfrist von zehn Minuten, die für den Bereich Spitzingsee bislang nicht eingehalten werden kann. Gelöst werden soll das Problem mit einem Schnellfahrzeug – gewissermaßen nach dem First-Responder-Prinzip –, doch für das neue Fahrzeug vom Typ Sprinter für die Truppe und die nötige Ausrüstung fehlt am Standort an der Bayrischzeller Straße ein Stellplatz. Um diesen muss das Feuerwehrhaus nun erweitert werden.

Vitalressort und Vollsortimenter

Ein großes, aber kein eigenes Projekt, ist das Vitalresort, das auf dem seit Jahrzehnten unbebauten Gelände an der Stolzenbergstraße in Neuhaus entstehen soll. Hier gilt es für die Gemeinde, zusammen mit dem Investor Planquadrat aus Stuttgart die baurechtlichen Voraussetzungen zu schaffen. Gleiches gilt für den Supermarktbau – ebenfalls in Neuhaus. Spannend wird sein, wie groß die Widerstände gegen die Größe des Wohn- und Geschäftshauses wirklich sind. Wie berichtet, haben Kritiker knapp 400 Unterschriften gesammelt und dem Rathaus übergeben. Schnitzenbaumer hatte in der November-Sitzung des Gemeinderats die Stoßrichtung der Gemeinde noch einmal unterstrichen: Es soll der Vollsortimenter werden, auf den die Neuhauser seit Jahren verzichten müssen. Bei der Höhe könne man durchaus Abstriche machen. So liege die Firstlinie des geplanten Gebäudes niedriger als die des Altenheims nebenan. In der nächsten Sitzung des Gemeinderats würden zwei Varianten vorgestellt. Was die Unterschriften betrifft, sagte Schnitzenbaumer: „Da waren auch einige Auswärtige dabei, und bei manchen stand der Vermerk, dass man zum Supermarkt stehe.“ Er selbst habe als Reaktion auch schon gehört, dass ein kleinerer Supermarkt kritisch gesehen werde.

Bürgermeister hofft auf weniger Einschnitte im neuen Jahr

Für 2021 hofft Schnitzenbaumer auf weniger Einschnitte bei den Sitzungen. Andererseits nimmt er die Aufforderung aus dem Innenministerium ernst, Sitzungen auf ein Minimum zu beschränken. Denn schnell komme eine durchaus beträchtliche Gruppengröße zusammen, wie eben bei der abgesagten Dezembersitzung. „20 Ratsmitglieder, dazu Rathausmitarbeiter, Planer und an die 15 Zuhörer – das wäre nicht gut gewesen.“

Der Jahreswechsel ist Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und nach vorne zu schauen. Was war trotz der Corona-Pandemie möglich, was wird nachgeholt, was in Angriff genommen? Wir haben uns in den Rathäusern umgehört.

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