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Das erste Haus am Platz: Der Gasthof Terofal in Schliersee ist nicht nur wegen seiner zentralen Lage ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens im Ort. Jetzt soll er verkauft werden.

Er will nur weitermachen, wenn Zimmer saniert werden.

Schlierseer Gasthof Terofal steht vor Verkauf

Schliersee - Eine Schlierseer Institution könnte bald ihren Besitzer wechseln: Der Gasthof Terofal steht vor dem Verkauf. Damit verbunden ist auch die Zukunft von Wirt Alois Gartenleitner.

Es ist viel mehr als nur ein Gasthof in prominenter Lage: Das Terofal ist ein Teil der Schlierseer Geschichte. Ein Symbol für Tradition und Gastlichkeit – und, nicht zuletzt durch das benachbarte Bauerntheater, ein Mittelpunkt für das gesellschaftliche Leben im Ort. Nun zeichnet sich ein neues Kapitel für das altehrwürdige Gebäude ab. Das Terofal soll verkauft werden.

Zwar ist der jetzige Eigentümer, der in Frankreich lebt, nicht für eine persönliche Stellungnahme erreichbar. Dafür bestätigt Pächter und Wirt Alois Gartenleitner auf Nachfrage unserer Zeitung, dass eine „Verkaufsabsicht“ vorhanden ist. Spruchreif sei jedoch noch nichts. Nichtsdestotrotz wird das Thema bereits im Ort diskutiert. Nicht wenige Schlierseer sorgen sich, wie es mit dem Gasthof weitergeht. Zentrale Frage: Bleiben die Gartenleitners dem Terofal auch im Falle eines Verkaufs treu?

Eine Antwort kann Alois Gartenleitner noch nicht geben. „Ich möchte die laufenden Verkaufsgespräche nicht stören“, sagt er. Sicher sei jedoch, dass sein fünfjähriger Pachtvertrag im Oktober 2017 auslaufe. Es gebe zwar eine Option für weitere fünf Jahre. Ob er die tatsächlich wahrnehmen wird, kann der Pächter aber noch nicht sagen. Zuerst müsse man über die Bedingungen sprechen. Und da bringt Gartenleitner eine entscheidende Forderung mit: Das Terofal müsse kernsaniert werden.

„Es gibt einen Renovierungsstau in den Zimmern“, berichtet der Pächter. Die Bäder seien in die Jahre gekommen, die Betten zwar historisch wertvoll, aber für heutige Körpergrößen schlicht zu kurz. Hinzu kämen die veralteten Leitungen. Für die notwendigen Arbeiten rechnet Gartenleitner mit einer Schließung des Hotels für sechs Monate, der Restaurantbetrieb könnte aber weiterlaufen. Trotz dieser Mehrbelastung ist der Umbau für ihn unabdingbar. Schließlich bekomme er als Pächter als erster den Ärger und die schlechten Bewertungen von unzufriedenen Gästen ab.

Das sieht laut Gartenleitner auch der Eigentümer ein. Die anstehende Sanierung ist wohl mit ein Grund für ihn, das Terofal zu verkaufen. „Er hat gerade in Val d’Isère ein neues Hotel gebaut“, berichtet Gartenleitner. Da sei es verständlich, dass er sich im mehr als 800 Kilometer entfernten Schliersee nicht gleich um das nächste Großprojekt kümmern wolle. Nicht zu vergessen die Kosten. „Das ist ein altes Haus, da muss man einiges investieren“, sagt Gartenleitner. Seines Wissens hätten sich aber bereits Kaufinteressenten gemeldet. Namen kann er nicht nennen. „Ich bin da nicht direkt eingebunden.“ Auch die Gäste sollen davon bis auf Weiteres nichts mitbekommen. Bis Oktober werde der Betrieb des Terofal unverändert weiterlaufen, versichert Gartenleitner.

Dass das auch darüber hinaus der Fall ist, darauf hofft man auch im Rathaus. Nicht nur, weil die Gartenleitners das gemeindeeigene Bauerntheater bewirten und regelmäßig für größere Veranstaltungen wie Hochzeiten nutzen. „Das Terofal ist eine wichtige Kerngastronomie für Schliersee“, sagt Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer. Dank Gartenleitner habe der Gasthof in den vergangenen Jahren eine „Erfolgsgeschichte“ hingelegt. „Alle sind sehr zufrieden mit ihm“, lobt Schnitzenbaumer. So beschränken sich die Gartenleitners nicht nur auf ihr Restaurant- und Hotelgeschäft, sondern beteiligen sich auch an Aktionen wie der „Romantischen Weihnacht“.

Das hätte wohl auch Xaver Terofal gefallen, der 1891 den damaligen „Neuwirt“ kaufte und nur ein Jahr später mit dem Schauspieler Konrad Dreher das Schlierseer Bauerntheater gründete. Um seine damals gesellschaftlich nicht erwünschten französischen Wurzeln zu verbergen, drehte Terofal seinen ursprünglichen Nachnamen „Laforet“ einfach um.

Sollte es nun tatsächlich zum Verkauf kommen, würde der Gasthof zum zweiten Mal in seiner Geschichte seine Verbindung zu Frankreich verlieren. Den Schlierseern dürfte das freilich nicht ganz so wichtig sein. Sie hoffen in erster Linie, dass das Terofal das bleibt, was es ist: der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens im Ort.

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