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Wird verschwinden: Das Haus an der Schlierseer Straße 23 soll einem Neubau weichen. Fast vollständig ausfüllen darf der das Grundstück aber nicht.

Die Gemeinde braucht den Platz

Schlierseer Straße in Miesbach: Kein Platz für Fünfspänner

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Ein altes Häuschen sollte an der Schlierseer Straße in Miesbach einem Fünfspänner. Die Gemeinde lehnte das ab. Mit einer interessanten Begründung. 

Miesbach – Eigentlich war sich der Miesbacher Bauausschuss von Anfang an einig, was er von dem Plan für die Schlierseer Straße 23 hielt. Trotzdem entwickelte sich daraus eine Diskussion, die viel über die Städteplanung zwischen Waitzinger Wiese und Talerbach verriet. Doch von Anfang an: Der Antrag sah vor, das bestehende dreigeschossige Wohnhaus abzureisen und an seiner Stelle einen Fünfspänner von 11,03 Metern Breite und 36,27 Meter Länge entstehen zu lassen. Mit Stellplätzen und Carports. Auf einem Grundstück mit einer Länge von 43 Metern füllte der Entwurf den vorhandenen Platz fast komplett aus.

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Schlierseer Straße in Miesbach: Kein Platz für Fünfspänner

Das störte alle Bauausschuss-Mitglieder. „Es ist zu eng“, fand Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU). „Verdichtung ist schon Recht, aber das ist zu viel des Guten“, sagte dritter Bürgermeister Michael Lechner (FWG). „Was da rein passt, ist ein Dreispänner.“ „Vielleicht sogar ein Vierspänner“, sagte Pongratz. „Wenn man es gut macht“, sagte Lechner.

Damit war klar: In der geplanten Form wird das Gebäude nicht entstehen. Blieb die Frage, wie viel Raum man dem Neubau zugestehen wollte. Dabei kam es vor allem auf die Städteplanung an. Markus Baumgartner (CSU) regte an, das Grundstück nicht völlig zu bebauen, um noch Raum für einen Gehweg zu haben, der an der Seite zum Millauerweg entstehen könnte. Zwar gibt es bereits einen Gehweg auf der anderen Seite. Trotzdem solle man sich die Option einer beidseitigen Bebauung offen halten. „Wer weiß, was in zehn, 20 Jahren ist.“ Franz Mayer (CSU) unterstützte die Idee. Die Fläche könne man auch als Radweg nutzen.

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So erwartet Miesbach die Zukunft zwischen Waitzinger Wiese und Brecherspitzstraße

Gründe, sich die Option offen zu halten, hat die Gemeinde. Auf der anderen Seite der B 472, Richtung Straß und Brecherspitzstraße, liegt eine Grünfläche. Die könnte zur Nachverdichtung genutzt werden, erklärte Bauamtsleiter Lutz Breitwieser. „Wir reden von 30 000 Quadratmetern, die in den nächsten 20 Jahren fallen könnten“, sagte er. Dann liefen durch den Millauerweg viele Fußgänger Richtung Innenstadt. Um dem gewachsen zu sein, solle man sich mehr Platz für Gehwege frei halten, als der Entwurf es vorsieht.

Diese Argumente überzeugten einen Vertreter des Bauherrn. Er sagte zu, den Entwurf nach den Wünschen des Bauausschusses zu überarbeiten, wünschte sich aber: „Es wäre schön, wenn wir einen Wink bekommen könnten, wie groß sich die Gemeinde das Gebäude vorstellen könnte.“ Etwa 27 Meter wäre ihre obere Grenze, sagte Pongratz. Maßgeblich ist nicht das Finanzamt, sondern das Gebäude im Millauer Weg 2a, stellte Breitwieser fest. Das ist etwa 25 Meter lang. Rein rechtlich gesehen, könne der Bauherr in diesem Rahmen machen, was er wolle. Ein Dreispänner scheint aber am wahrscheinlichsten.

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Blieb noch ein Punkt: Auf der gegenüberliegenden Seite der Schlierseer Straße liegt die Waitzinger Wiese, der Miesbacher Volksfestplatz. Damit die Gemeinde keine Klagen bekommt, wenn unweit des Neubaus Fahrgeschäfte und Festzelt lärmen, besteht sie auf eine Immissionsduldungsverpflichtung bestehen. Auch da war sich der Ausschuss einig.

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