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Opfer hat am Tresen gedöst

Schlossleitn: Einfach mal drauf losgeprügelt

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Erst streckte er sein Opfer mit einem Faustschlag nieder, dann prügelte er am Boden weiter auf den benommenen Mann ein. Jetzt muss der 26-jährige Schlierseer für ein Jahr hinter Gitter. 

Miesbach– Weil er einem Gast in der Miesbacher Bar „Schlossleitn“ offenbar grundlos zwei Faustschläge verpasst hatte, musste sich ein 26-jähriger Schlierseer nun vor dem Amtsgericht Miesbach verantworten. Da dieser bereits im Vorfeld mehrfach straffällig geworden war und bereits zwei Bewährungsstrafen verbüßt hatte, verurteilte ihn Richter Walter Leitner wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer einjährigen Gefängnisstrafe – ohne Bewährung.

Nach einer Geburtstagsfeier am 4. Januar dieses Jahres soll der Schlierseer laut Anklage gemeinsam mit einem Freund besagte Bar betreten haben. Dort habe er Freund begonnen, den späteren Geschädigten, einen 29-jährigen Miesbacher, zu belästigen. Dieser hatte angetrunken am Tresen gedöst und daraufhin mehrfach den Wunsch geäußert, in Ruhe gelassen zu werden. Ohne ersichtlichen Grund und ohne sich am Gespräch beteiligt zu haben, soll sich der Angeklagte schließlich mit einem so wuchtigen Faustschlag eingemischt haben, dass der Geschädigte samt Barhocker nach hinten umfiel und mit dem Kopf am Boden aufschlug. Statt von seinem sichtlich benommenen Opfer abzulassen, habe er diesem ein zweites Mal mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Der Miesbacher erlitt eine Gehirnerschütterung, eine Risswunde am Mundwinkel sowie einen Kieferbruch.

Zumindest den ersten Faustschlag gab der Angeklagte vor Gericht zu – den zweiten hingegen bestritt der Schlierseer. Er sei über den Barhocker gestolpert und auf den Geschädigten gefallen. Auslöser seien demnach Beleidigungen gegenüber ihm und seinem Freund gewesen. Sowohl der Geschädigte, als auch die Barkeeperin und eine weitere Zeugin widerlegten diese Version mit ihren Aussagen. Der Angeklagte habe sich über sein Opfer gebeugt und ihm ein zweites Mal gezielt mit der Faust ins Gesicht geschlagen. „Ich dachte, er sei tot“, sagte die Barkeeperin. Auch die angeblichen Beleidigungen konnte keiner der Zeugen bestätigen.

Dies tat dann der Freund des Angeklagten. Unter anderem sollen die Worte „Verpiss dich, du Grattler“ gefallen sein. An dieser Stelle schritt Richter Leitner ein, der hinter den Einlassungen des Freundes eine Falschaussage vermutete. „Das will ich vermeiden. Dass ihr Freund verurteilt wird, ist eh klar wie Kloßbrühe.“ Es gehe nur darum, das geeignete Strafmaß zu finden.

Trotz weiterer Angaben, die in deutlichem Widerspruch zu den Aussagen der drei zuvor vernommenen Zeugen standen, war die Angelegenheit für Leitner klar. Zwar würden für eine gefährliche Körperverletzung nicht genügend Beweise vorliegen. Da der Angeklagte aber bereits drei Mal verurteilt worden war und ein angeordneter Anti-Aggressions-Kurs auch keine Besserung gebracht habe, komme er um eine Freiheitsstrafe nicht herum. „Ich habe eh schon das ausgenutzt, was möglich war“, sagte Leitner. „Aber da fällt selbst dem wildesten Richter nichts mehr ein.“

Rubriklistenbild: © dpa

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