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So nahm Bruder Oberitas Miesbachs VIPs aufs Korn

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Von: Dieter Dorby

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Launig kommentierte Fastenprediger Bruder Oberitas alias Wolfgang Ober die Geschehnisse in Miesbach. © Angreas Leder

Manege frei heißt es im Miesbacher Stadtrat, wenn die Stadtoberen zusammenkommen. Beim Starkbierfest des Musikvereins im Bräuwirt griff Fastenprediger Bruder Oberitas zur verbalen Peitsche.

Beim diesjährigen Starkbieranstich des Musikvereins Miesbach hatte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz im Festsaal des Bräuwirts alles perfekt im Griff. Zum Anzapfen brauchte sie drei Schläge, daneben ging wenig, und anders als vergangenes Jahr beim Volksfest traf sie diesmal ins richtige Loch. Paulaner-Chef Andreas Steinfatt konnte also zügig die ersten gefüllte Krüge verteilen. Wenn’s doch nur auch so reibungslos laufen würde bei der Kandidatensuche für die Kommunalwahl 2020.

Warum „des koana macha mog“, erklärte Bruder Oberitas alias Wolfgang Ober in seiner Fastenpredigt; „Weil der Stadtrat genau weiß, wie gemein der Stadtrat zur Bürgermeisterin war.“ Und wie unangenehm Gegenwind aus der Bevölkerung sein kann, hätten nun auch die vier Marktplatz-Weisen erfahren. „Irgendwie“, so sinnierte Fastenprediger Oberitas, „ham de Bürger des neie Konzept ned so richtig verstanden. Die einen halten es für einen Riesenschmarrn, die anderen finden es nur blöd.“ Und das, obwohl Zweiter Bürgermeister Paul Fertl gemeint habe: „,Wir haben mit allen geredet, die mit uns reden wollten‘ – tja, Paul, des is genau das Problem.“

Mitgefühl bekam dagegen Pongratz: „Liebste Ingrid, noch 358 Tage bis zur Wahl, dann hast Du es geschafft.“ Und damit das Runterzählen leichter fällt, schnitt ihr Oberitas ein 3,58 Meter langes Maßband ab.

Geschafft habe den Absprung dagegen Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner. „De is jetzt im Austrag“, lästerte der Prediger über die neue Landtagspräsidentin – „ma werd oiwei eigladn, aber hod koa Verantwortung mehr“.

Ski-WM in Miesbach

Richtig gefordert sei der Landkreis – nach Kreidl und Kreissparkasse – bei seinem dritten K-Fall gewesen. „Do san nachts de Schneepflüge kreuz und quer durch Miaschboch gfahrn und ham den Schnee gschobn – vom oana Eck ins andere, und vom andern Eckn wieder ins oane.“

Dass der Zugverkehr bei der BOB zusammenbrach, weil die Gleise nicht geräumt wurden, dafür hatte der Fastenprediger Verständnis: „Die Deutsche Bahn hod hoid zuerst de Gleise frei gmacht, auf dene de eigenen Züge fahrn. Ihr habt’s ja aa ned zuerst beim Nachbarn geräumt.“ Jetzt liege der gesamte Schnee beim ehemaligen Hollertaler Skilift in Frauenried. „Mit dem Gletscher können wir uns für die nächste Ski-WM bewerben, weil wir san schneesicher bis Mitte Juni.“

Dem Landrat geht‘s nass nei...

Doch auch zum Wasser gab es etwas zu berichten, oder besser gesagt zur Wasserschutzzone. Da habe Landrat Wolfgang Rzehak seine Möglichkeiten nicht genutzt: „Du hättst ois werdn kenna, a echter Held. Die Nächstgeborenen zwischen Thalham und Wies hätten alle Wolfi geheißen“. Und jetzt? „Jetzt host no oa Jahr, dann stehst zur Wahl – zwischen Landratsamt und KVR in Minga“. Rzehak, der derzeit nicht das beste Verhältnis zu Pongratz hat, musste sich das erst beim zweiten Anstich am Samstag anhören, den traditionsgemäß Zweiter Bürgermeister Fertl vornimmt. Als Schirmherr der Spendenaktion „Leser helfen Lesern“ war Rzehak zu dieser Zeit beim Wohltätigkeitsessen in Hausham.

Hier geht‘s zu den besten Sprüchen vom Starkbierfest

Ein anderer, der mit Pongratz eine Rechnung offen gehabt habe, sei Ex-Kreisbaumeister Werner Pawlovsky. „Wia i mitkriagt hob, hod d’Ingrid aa so abgestimmt, dass der über sei Rentenalter nimmer weiterarbeiten derf und hat ihn so in den Ruhestand geschickt.“ Die Folge: „Er hod ois drogsetzt und koan Urlaub gnomma, damit ma no des Urteil hibringt, dass de Klostermauer baut werdn muass.“ Pech für Pongratz, wie Oberitas feststellte: „Die Berliner Mauer ist 28 Jahre und 28 Tage gestanden. Du wolltest es andersrum machen, Ingrid: Du wolltest die Mauer 28 Jahre und 28 Tage hinauszögern.“

Zum Abschluss des umjubelten Anstichs zeigte das Volkstheater des Trachtenvereins den Einakter „In der Tür geirrt“ von Thorsten Böhner– ein überaus unterhaltsames Stück, in dem die junge Mareike (Gitti Babl) nach ihrer umfangreichen Ausbildung nicht mehr beim Papa (Regisseur Franz Xaver Laußer) wohnen, sondern auf eigenen Füßen stehen will. Und da kommt sie bei der „Suchtberatungs-WG“ von Kuddl (Nikolaus Ruml), Pepe (Sepp Brugger), Schorsch (Gabriel Sack) und Miezi (Magdalena Laußer) an eine ganz besondere Adresse, die – zumindest vom Publikum – mit viel Applaus bedacht wurde.

ddy

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