Im Einsatz: Dr. Florian Meier bei einem Abstrich im Testzentrum des Landkreis an der Oberlandhalle.
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Im Einsatz: Dr. Florian Meier bei einem Abstrich im Testzentrum des Landkreis an der Oberlandhalle.

Dr. Florian Meier im Interview

Schnelltests im Landkreis Miesbach: „Mit QR-Code keinerlei Abrechnungsbetrug“

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Könnten Corona-Teststationen auch im Landkreis Miesbach betrogen haben? Nein, meint Dr. Florian Meier. Zumindest nicht, wenn sie das QR-Code-System des Landratsamts nutzen.

Miesbach – Zwei Betreiber von Corona-Testzentren in Nordrhein-Westfalen sollen deutlich mehr Tests abgerechnet als durchgeführt haben. Ein Betrug, der auch die Corona-Statistik verfälscht. Dr. Florian Meier, Ärztlicher Koordinator im Landkreis, schließt ähnliche Fälle hier aus – zumindest für Tests, die über das Portal www.reihentestung.de gebucht werden.

Schnelltests im Landkreis Miesbach: „Mit QR-Code keinerlei Abrechnungsbetrug“

Dr. Meier, zwei bundesweite Schnelltestanbieter sollen betrogen haben. Haben diese auch im Landkreis getestet?

Nein. Im Landkreis hatten diese Firmen keine Teststationen.

Hat Sie der Betrug mit Tests überrascht?

Verwundert war ich nicht. Ich habe ja gemerkt, dass immer mehr private Anbieter auf den Markt kommen, weil die Schnelltests eine Lizenz zum Gelddrucken sind.

Gibt es auch hier Betrug?

Mit unserem Portal www.reihentestung.de können wir sicher sagen, dass alle teilnehmenden Teststellen keinerlei Abrechnungsbetrug oder sonst irgendwas begehen. Alle Tests werden elektronisch erfasst und wir können genau nachvollziehen, welche Teststation an welchem Tag wie viele Tests gemacht hat.

Mehr zum Thema: Corona im Landkreis Miesbach: Inzidenz fällt unter 50 - Lockerungen seit Samstag in Kraft

Wegen der QR-Codes.

Richtig. Durch das QR-Code-System kann niemand beliebig Tests abrechnen. Scannt eine Teststation an einem Tag 50 Codes, weiß ich, sie hat 50 Tests gemacht. Sie kann nicht behaupten, es waren 100. Alle Tests werden genau im System erfasst.

Sie filtern die Teststationen auch aus.

Richtig. Bei www.reihentestung.de kommt nicht jeder rein. Das Gesundheitsamt prüft das Hygienekonzept, ich bekomme alles zum Gegenlesen. Wir fordern auch bessere Schulungen der Mitarbeiter: Jede Teststelle braucht eine ärztliche Leitung und Aufsicht. Eine Stunde Online-Kurs, wie anderswo, reicht nicht. Erst wenn alles passt, wird die Teststation aufgenommen.

Hilft das, das Virus schneller zu besiegen?

Ja. Wir testen viel und gut. Das ist einer der Gründe, warum wir lange Hotspot waren. Wir machen die Tests ja aber nicht, damit jemand ein Zertifikat in der Hand hält, um einkaufen zu gehen. Sinn und Zweck ist, Infektionsketten zu unterbrechen. Das haben wir geschafft. Es wird sich bald auszahlen.

Einige Anbieter im Landkreis rechnen ohne QR-Codes ab. Wie kontrollieren Sie diese?

Das ist schwierig. Das Gesundheitsamt schaut natürlich auch auf diese Anbieter. Aber um zu prüfen, ob sie alles korrekt machen, müssten wir Testpersonen hinschicken. Selbst dann könnte niemand sagen, ob alle Tests richtig gemeldet werden.

Also im Zweifel das Portal nutzen?

Ich empfehle es. Dort findet man auch nur Testanbieter aus dem Landkreis. Die Tests helfen dem BRK, der DLRG – nicht Unternehmen von sonstwo, die Gewinn machen wollen.

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