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Freuen sich auf gut besuchte Andachten: (v.l.) Marie-Christin Heider, Vikarin bei der evangelischen Kirchengemeinde Miesbach, Michaela Meier, katholische Gemeindeassistentin und Mesnerin Brigitte Denz, die die neue Holzstele gedrechselt hat.

Ökumenische Aktion

Schöner beten für den Frieden: Neue Holzstele am Miesbacher Marienplatz

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Seit drei Jahren versammelt sich ein kleiner Kreis an Miesbachern am Marienplatz zum Friedensgebet. Doch es sollen noch mehr werden. Deshalb wurde jetzt eine neue Stele aufgestellt.

Miesbach – Ein paar Leute stehen im Kreis zusammen. Sie halten Kerzen in der Hand, sprechen einen Text. Dann singen sie auch noch. Ein liturgisches Gewand trägt niemand von ihnen, und die Kirche ist doch ein paar Meter weit weg. Sie haben sich am Miesbacher Marienplatz versammelt, mitten in der Stadt. Eine Szene, die sich seit fast drei Jahren jeden Dienstag um 17 Uhr wiederholt – und doch noch für verwunderte Blicke sorgt. „Manchmal kommt man sich fast ein bisschen schräg vor“, sagt die katholische Gemeindeassistentin Michaela Meier.

Schade, denn eigentlich ist der Sinn der Zusammenkunft alles andere als schräg. Es handelt sich um das Miesbacher Friedensgebet. Eine 15 Minuten kurze, ökumenische Andacht, die nach den Terroranschlägen in Paris am 13. November 2015 von der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde gemeinsam ins Leben gerufen wurde. Nicht ein einziges Mal ist sie seitdem ausgefallen. „Die Leute kommen bei Wind und Wetter“, erzählt Marie-Christin Heider, Vikarin bei der evangelischen Kirchengemeinde Miesbach-Hausham. Nur: Es dürften auch gerne noch mehr werden.

Deshalb haben Meier und Heider im Mai mit einer Verschönerungsaktion für den Ort des Friedensgebets begonnen. Mit finanzieller Unterstützung der Stadt und tatkräftiger Hilfe etlicher Freiwilliger befreiten sie den Marienplatz vom Unkraut und pflanzten Blumen (wir berichteten). Jetzt ist auch Teil zwei des Projekts fertig: die Holzstele, die künftig als Zentrum für die Betenden dient.

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Für die Gestaltung der Säule zeichnet die Mesnerin der Miesbacher Stadtpfarrkirche, Brigitte Denz, verantwortlich. Sie hat das Holz beim Drechseln in eine kunstvolle Form gebracht. Der optische und auch räumliche Bezug zum vom Valleyer Künstler Karl Jakob Schwalbach gestalteten und 1993 aufgestellten Taubenbrunnen ist ganz bewusst gewählt, erklärt Meier. Nicht nur, weil die Taube ein Symbol des Friedens ist: Auch zeitlich bauen die Monumente auf dem Marienplatz aufeinander auf.

Ihre Geschichte reicht weit zurück und ist von stetigen Wendungen geprägt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde auf dem Platz, der sich über zwei Höhenstufen der Altstadtterrassen erstreckt, erstmals eine Mariensäule errichtet. 1954 wurde sie aber aufgrund ihres „angeblich hässlichen Äußeren“ wieder entfernt, heißt es in Alexander Langheiters Chronik „900 Jahre Miesbach“. Acht Jahre später wurde eine neue Mariensäule aufgestellt. Der Rosenheimer Bildhauer Josef Hamberger schuf dafür eine bronzene Muttergottes mit Christuskind auf dem Arm, die an einem Steinblock aus römischem Travertin hängt. Heute steht die Säule an der Südachse des Platzes. Ihr früherer Sockel an der Ostseite dient nun als Becken für den Taubenbrunnen.

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Mit der Holzstele hat der Marienplatz nun ein drittes künstlerisches Element erhalten. Zwei kleine Metalltafeln finden darauf Platz. Eine mit einem Gebet von Franz von Assisi, eine mit einem kurzen Informationstext zum Friedensgebet an sich. „So kann sich jeder selbst seinen Moment zum Innehalten suchen“, erklärt Meier. Und alle, die bislang skeptisch auf die kleine Zusammenkunft schielten, erfahren endlich, was es damit wirklich auf sich hat. Meier und Heider hoffen, dass sich dann auch einige der Andacht anschließen. „Frieden“, sind sich die beiden Frauen einig, „ist immer ein aktuelles Thema“.

Das nächste Friedensgebet

am Miesbacher Marienplatz findet am Dienstag, 18. September, um 17 Uhr statt. Es dauert wie gewöhnlich rund 15 Minuten.

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