Unschöne Fleißarbeit: Stefan Koch vom Förderkreis Erholungsgebiete Miesbach kämpft mit Lappen und Lösungsmittel gegen ein Graffiti, mit dem ein unbekannter Sprayer die Rutsche auf dem Abenteuerspielplatz.

Förderkreis freut sich aber über junge Helfer

Schon wieder: Vandalismus auf dem Abenteuerspielplatz

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Immer wieder Ärger mit Vandalen auf dem Abenteuerspielplatz hat der Förderkreis Miesbach. Jüngster Vorfall: ein Graffiti auf der Rutsche. Doch junge Helfer stehen bereit.

Miesbach – Eigentlich wollte Stefan Koch gestern nur mal wieder Rasenmähen auf dem Abenteuerspielplatz am Miesbacher Nordgraben. Rechtzeitig, bevor der große Regen kommt. Jetzt rubbelt er sich mit Lappen und Lösungsmittel auf der kleinen Rutsche die Finger wund. Mitten auf die Metallbahn hat ein Unbekannter in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ein Graffiti gesprüht. „Mit blauer Sprühfarbe haben wir immer wieder mal zu tun“, seufzt Koch, der sich für den Förderkreis Erholungsgebiete Miesbach um den Spielplatz kümmert.

Nicht die einzige Form von Vandalismus, mit dem die ehrenamtlichen Helfer des 1972 gegründeten Vereins am Nordgraben zu kämpfen haben. Vor zwei Jahren etwa bereiteten ihnen ganze Gruppen junger Männer Sorgen – und deren Hinterlassenschaften in Form von leeren und teils auch mutwillig zerbrochenen Flaschen eine Menge Arbeit (wir berichteten). „Jede Woche haben wir ein Schafferl voll Glas weggeräumt“, erinnert sich Koch. Wenigstens das habe sich mittlerweile aber beruhigt. Vielleicht auch, weil der Förderkreis am Nordgraben wieder etwas präsenter ist.

Das hat einen erfreulichen Grund: Die junge Mittelaltergruppe der Waldecker sorgt für Leben im Vereinsstüberl neben dem Spielplatz. Hintergrund ist eine Kooperation: Die Waldecker dürfen die Utensilien für ihre Auftritte beim Förderkreis einlagern, und im Gegenzug packen sie bei dessen Liegenschaften an. Die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen. Die fleißigen Helfer haben den Boden im Stüberl aufbereitet, die Wände geweißelt, eine Sitzbank neu beplankt und draußen einen Wurzelstock aus der Erde gerissen. „Da können wir jetzt Steckäplattln“, berichtet Koch erfreut. 25 neue und vor allem aktive Mitglieder habe der Förderkreis so bekommen.

Ein wahrer Segen für den Verein. Denn die Personaldecke der früher sehr rührigen Truppe wurde aus Altersgründen immer dünner. Die meisten Gründungsmitglieder seien gestorben, die Nachwuchssuche gestaltete sich schwierig. Schade eigentlich, findet Koch. Denn die technische Ausstattung des Förderkreises kann sich durchaus sehen lassen.

Die Werkstatt, in der die Gründer einst Kirtahutsch, Kletterhaus und Seilbahn für den Spielplatz gebaut haben, ist mit Kombifräse und Hobelmaschine noch heute gut ausgestattet. Auch ein Schmalspurtraktor für die Instandhaltung der Spazierwege im Stadtwald und ein Spurgerät für die Langlaufloipe stehen in der Garage. „Aber es braucht halt auch jemanden, der damit umgehen kann“, sagt Koch.

Mit den jungen Waldeckern scheinen sich die Nachwuchssorgen nun erübrigt zu haben. Und damit auch die Schwierigkeiten beim Erledigen der vielen ehrenamtlichen Aufgaben des Förderkreises, an die sich die Miesbacher über die Jahre gewöhnt haben. Zum Beispiel die Pflege der Langlaufloipe in Schweinthal. Hier hofft Koch, dass sich ein junges Mitglied des Technischen Hilfswerks (THW) Miesbach als Nachfolger des verstorbenen Spurgerät-Fahrers anlernen lässt. Denn auch zwischen THW und Förderkreis bestehe seit Längerem eine gute Zusammenarbeit.

Gemeinsam mit den jungen Waldeckern wollen die Helfer auch den Vandalen auf dem Abenteuerspielplatz die Stirn bieten. Und so das Erbe der Gründer von 1972 bewahren, meint Koch. Das Motto: „Von Miesbachern für Miesbacher – und für alle, die gerne nach Miesbach kommen.“

Hinweise

auf den unbekannten Sprayer nimmt die Polizei unter 0 80 25 / 29 90 entgegen. Der Schriftzug zeigt unter anderem das Datum 29. August und mehrere sogenannte Tags.

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