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Schulamtsdirektor Peter Huber und seine Stellvertreterin, Schulrätin Petra Burkhardt, die Anfang August Ursula Weiß-Brummer abgelöst hat. 

Zum Schulstart 2017/18

Schulamt Miesbach legt Zahlen vor: Der Luxus der kleinen Klassen

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Der Lehrermangel ist auch im Landkreis Miesbach zu spüren. Dennoch ist es dem Schulamt gelungen, alle Grund- und Mittelschulen ausreichend mit Personal zu versorgen. Ein Kraftakt: die kleinen Klassen behalten.

Landkreis – Kleine Schulen, kleine Klassen: Was viele Eltern als paradiesische Zustände empfinden, ist für das Schulamt Miesbach jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung. „Für Klassen mit weniger als 21 Schülern gibt es auch weniger Lehrerstunden“, erklärt Schulamtsdirektor Peter Huber. „Das ist im Grunde ein Draufzahlgeschäft.“ Dennoch leistet sich die Behörde auch heuer diesen Luxus. Und das, obwohl der Lehrermangel deutlich zu spüren ist.

309 Lehrkräfte und 41 Fachlehrer unterrichten im Schuljahr 2017/2018 an den 19 Grund- und acht Mittelschulen im Landkreis. Hinzu kommen noch rund 25 Lehramtsanwärter, die von zwei Seminarrektoren betreut werden. Ohne Unterstützung von fünf Gymnasial- und drei Realschullehrern hätte sich der Bedarf aber auch heuer nicht decken lassen, berichtet Huber. „Der Markt an Grund- und Mittelschulkräften ist erschöpft.“

Umso wichtiger ist da die so genannte Mobile Reserve, die aktuell mit 28 Lehrern bestückt ist – darunter auch einige Österreicher. Die zusätzlichen Kräfte springen immer dann ein, wenn an einer Schule Not am Mann ist. „Wir sind nicht im Paradies, aber wir haben eine bedarfsgerechte Versorgung hinbekommen“, sagt Schulrätin Petra Burkhardt. Die 46-jährige Sauerlacherin hat Anfang August die Nachfolge von Ursula Weiß-Brummer angetreten.

Weitgehend stabil sind die Schülerzahlen. 3269 Grundschüler (33 weniger als im Vorjahr) verteilen sich auf 154 Klassen, die 1204 Mittelschüler (sechs weniger als im Vorjahr) auf 64 Klassen. Angestiegen ist dafür die Zahl der Schulanfänger. Insgesamt 970 Kinder und Jugendliche (im Vorjahr 912) kommen am Dienstag erstmals an eine neue Schule, darunter 751 Erstklässler in 36 Klassen und 219 Fünftklässler in zehn Klassen. Generell auffallend ist der hohe Anteil an vergleichsweise kleinen Klassen: In 61 Grund- und 43 Mittelschulklassen werden weniger als 20 Kinder und Jugendliche sitzen.

Ganz ohne Auswirkungen bleibt dies aber nicht. So haben die Grundschulen in Bayrischzell und Wall aktuell keinen eigenen Rektor. Sie werden von Elbach und Warngau aus mitbetreut. „Die Stellen werden erst dann nachbesetzt, wenn es wieder für jeden Jahrgang eine eigene Klasse gibt“, erklärt Huber. Momentan werden die Kinder in sieben jahrgangskombinierten Klassen zusammengefasst. „Das hat aber sogar einen pädagogischen Mehrwert“, sagt Burkhardt. Auch die Eltern würden diese Unterrichtsform schätzen, ergänzt Huber.

Ebenso beliebt sind die Ganztagsangebote. Zwei Grund- und drei Mittelschulen setzen auch heuer auf den so genannten rhythmisierten Unterricht der gebundenen Ganztagsschule, zwei Mittelschulen bieten die individuell entwickelten und meist klassen- oder jahrgangsübergreifenden offenen Ganztagskonzepte an. Einen Zuwachs um eine Klasse gibt es bei den Kooperationsklassen, in denen jeweils drei bis fünf Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zusammen mit Kindern ohne Förderbedarf mehrere Stunden pro Woche unterrichtet werden. Zwei Grund- und zwei Mittelschulen haben sich für dieses Konzept entschieden.

Gut gerüstet ist das Schulamt laut Huber auch für die heuer 626 Kinder mit Migrationshintergrund (im Vorjahr waren es 745). In 16 Vorkursen und je zwei Übergangsklassen an den Mittelschulen Hausham und Holzkirchen werden Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse für den Besuch der Regelklassen fit gemacht – darunter auch Flüchtlinge. „Wir sind gut vorbereitet“, sagt Huber.

Das gilt auch für die Lehrer. Vor allem für die Mittelschulkräfte wird der Start ins neue Unterrichtsjahr heuer besonders spannend. Für sie gilt ein neuer Lehrplan, der sich laut Burkhardt mehr an den Kompetenzen der Schüler orientiert. „Die Grundschulen arbeiten schon länger damit“, sagt die Schulrätin. Den Einfluss von kleinen Klassen auf die pädagogische Qualität hält Burkhardt hingegen nicht für wesentlich: „Ein guter Lehrer kommt überall zurecht.“

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