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Jürgen Heiß: Fachlicher Leiter am Schulamt Miesbach.

„Lehrer, Eltern und das Kind setzen sich gemeinsam an einen Tisch“

Schulamtsleiter im Interview: Gespräch ist besser als Zwischenzeugnis

Das Zwischenzeugnis ist aus der Mode gekommen. Immer mehr Schulen setzen stattdessen auf Leistungsgespräche. Warum, erklärt Schulamtsleiter Jürgen Heiß im Interview.

Miesbach – Das Zwischenzeugnis gibt’s in Bayern immer Mitte Februar. Normalerweise ist das der letzte Tag vor den Faschingsferien. Weil die aber heuer schon so früh waren, wird das Dokument erst am heutigen Freitag verteilt. Wir wollten von Jürgen Heiß, Leiter des Miesbacher Schulamts und damit zuständig für Grund- und Mittelschulen, wissen, welche Bedeutung das Zwischenzeugnis heutzutage hat.

-Herr Heiß, heute gibt es Zwischenzeugnisse. Gilt das für alle Schulen?

Ja, das ist ein vom Bayerischen Kultusministerium vorgegebener Termin für alle Grund-, Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien. Lediglich an den Grundschulen kann das dokumentierte Lernentwicklungsgespräch das Zwischenzeugnis in den Klassen eins bis drei ersetzen.

-Zwischenzeugnis oder Leistungsgespräch – wer entscheidet das?

Die Schulleitungen können das selbst entscheiden – in Absprache mit dem Lehrerkollegium und den Eltern. Von vielen wird es als gutes Instrumentarium wahrgenommen, um den Stand eines Kindes wiederzugeben. Lehrer, Eltern und das Kind setzen sich gemeinsam an einen Tisch und reflektieren die Entwicklung des Schülers. So wird deutlich: Wo sieht sich das Kind selbst? Wo sehen es die Lehrer oder Eltern?

-Wählen viele Grundschulen diese Möglichkeit?

Im Landkreis sind es tatsächlich bis auf zwei Ausnahmen alle Grundschulen, die auf diese Alternative zurückgreifen. Sie hat also einen sehr hohen Stellenwert.

-Was halten Sie persönlich von dieser Alternative?

Sehr viel. Im Gespräch werden doch wesentlich mehr Informationen vermittelt, als das nur durch blanke Noten oder eine schriftliche Beurteilung möglich ist. Ich unterstütze diese Gespräche.

-Wie ist es bei Schülern im letzten Schuljahr? Hat das Zwischenzeugnis für sie eine besondere Bedeutung?

Es gibt dem Schüler eine Rückmeldung über seine Leistung und hilft ihm zu sehen: Wo stehe ich? Wo muss ich noch nachlegen?

-Spielt das Zwischenzeugnis bei Bewerbungen eine Rolle?

Zunächst gehen die Noten natürlich in die Jahresabschlussnote ein. Für Bewerbungen werden aber meistens schon die Zeugnisse ab der achten Klasse vorgelegt. Freilich gibt es auch Jugendliche, die noch keine Lehrstelle haben. Für die ist es dann das aktuellste und damit schon ein wichtiges Zeugnis.

Von Christine Merk

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