Saubere Luft im Klassenzimmer: ein mobiles Filtergerät in einem Klassenzimmer der Grund- und Mittelschule in Hausham.
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Saubere Luft im Klassenzimmer: ein mobiles Filtergerät in einem Klassenzimmer der Grund- und Mittelschule in Hausham.

Maßnahmenpaket soll Präsenzunterricht garantieren

Schulanfang im Landkreis Miesbach: Corona-Regeln und Impfangebote

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Möglichst viel Präsenzunterricht bei bestmöglichem Infektionsschutz: Das ist das Motto fürs neue Schuljahr. So soll es im Landkreis Miesbach erreicht werden.

Landkreis – Neben Federmäppchen, Heften und Brotzeitbox müssen die Abc-Schützen im Landkreis Miesbach noch etwas anderes in ihre nagelneuen Schulranzen packen: den Nachweis eines negativen Corona-Testergebnisses. Erst dann dürfen sie mit ihren Schultüten an der Begrüßungsfeier und am Präsenzunterricht teilnehmen.

Wie das Landratsamt Miesbach auf Basis von Hinweisen des Kultusministeriums mitteilt, werden die Eltern gebeten, ihr Kind möglichst schon vor dem ersten Schultag am Dienstag, 14. September, in einem Testzentrum oder einer Apotheke testen zu lassen. Bei einem PCR-Test ist dies bekanntlich schon 48 Stunden vorher möglich, bei einem Antigen-Schnelltest maximal 24 Stunden vorher. Andernfalls müssten die Erstklässler einen von der Schule gestellten Selbsttest durchführen. Bereits geimpfte oder genesene Kinder sind von der Testpflicht befreit, wenn sie einen entsprechenden Nachweis vorlegen.

Im Sinne einer sicheren Schuleingangsfeier werden auch die teilnehmenden Sorgeberechtigten sowie andere schulfremde Personen gebeten, die 3G-Regel zu beachten. Die Anzahl der Begleitpersonen pro Abc-Schütze würden die Schulen jeweils anhand der Platzverhältnisse vor Ort selbst festlegen.

Welche Vorschriften sonst gelten – nicht nur zum Schulstart, sondern auch in den Wochen danach –, haben wir hier zusammengefasst.

Maskenpflicht

Auf dem gesamten Schulgelände müssen in geschlossenen Räumen Masken getragen werden. Um den besonderen Risiken zum Schuljahresbeginn (beispielsweise durch Reiserückkehrer) Rechnung zu tragen, darf der Mund-Nasenschutz bis zum 1. Oktober auch am Platz nicht abgenommen werden – und das unabhängig von der tagesaktuellen 7-Tage-Inzidenz im Landkreis. Bis zur vierten Klasse genügen dabei auch Stoffmasken, ansonsten sind medizinische Masken verpflichtend.

Tests

Hier fehlen dem Landratsamt noch genaue Ausführungsbestimmungen. Fest stehe bislang folgendes: An Grund- und Förderschulen testen sich die Kinder vorerst drei Mal pro Woche selbst. Nachdem sich das neue Schuljahr ein bisschen eingespielt hat, sollen die von der Staatsregierung angekündigten PCR-Pooltests (Lolli-Tests) anlaufen. Diese werden dann zwei Mal pro Woche durchgeführt. An den weiterführenden Schulen bleibt es vorerst bei drei Selbsttests pro Woche. In jedem Fall bedeute die Ausweitung der Tests einen „enormen logistischen Aufwand“ für das Staatliche Schulamt und das Team Katastrophenschutz, betont das Landratsamt.

Auch interessant: Die neuen Corona-Regeln für Kitas und Kindergärten im Überblick

Quarantäne

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat hier die Marschrichtung vorgegeben: „Wir alle wollen so wenig Quarantäne wie möglich“, sagt Holetschek. Die Quarantäne in Schulen werde demnach „mit höchstem Augenmaß“ angeordnet. Bei einer Corona-Infektion müsse nicht mehr die gesamte Klasse in Quarantäne, sondern nur die engen Kontaktpersonen. Letztere sind laut Landratsamt unter der Voraussetzung einer adäquaten Lüftung sowie eingehaltener Abstandsregeln und Maskenpflicht in den Klassenzimmern nur noch die Sitznachbarn des positiv Getesteten. Und auch sie können, sofern sie keine Symptome haben, nach fünf Tagen mit einem negativen PCR- oder Antigentest die Quarantäne beenden, teilt Holetschek mit.

Luftfilter

Sieben Luftreinigungsgeräte mund 144 C02-Ampeln hat das Landratsamt für die weiterführenden Schulen bestellt. Wie Pressesprecherin Sophie Stadler auf Anfrage mitteilt, hat der Hersteller zugesichert, die Geräte noch vor Schuljahresbeginn auszuliefern. Für die Ausrüstung der Grund- und Mittelschulen sind jeweils die Städte und Gemeinden als Sachaufwandsträger zuständig.

Impfungen

Ist ein Schulkind vollständig geimpft, ist es automatisch von der Testpflicht befreit. Wenn Eltern ihre Kinder ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, rät das Landratsamt, sich an den behandelnden Kinder- oder Hausarzt zu wenden oder zum Familientag (jeden Sonntag von 15 bis 17 Uhr) ins Impfzentrum nach Hausham zu kommen. Obendrein planen Schulamt und Impfzentrum derzeit mobile Aktionen an den Schulen. Letztere werden die Eltern informieren, sobald es konkrete Termine gibt, Das Landratsamt weist aber explizit darauf hin, dass es sich um freiwillige, unverbindliche Angebote handelt. Es bestehe keine Impfpflicht an Schulen, Zudem würden unter 16-Jährige nur nach Zustimmung des Sorgeberechtigten geimpft.

sg

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