Besonderer Ort: Das Gymnasium Tegernsee ist wegen seiner großen Räume mit teils kleinen Fenster das einzige Gymnasium, das Luftfilter einsetzt. Die meisten anderen Schulen brauchen sie nicht.
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Besonderer Ort: Das Gymnasium Tegernsee ist wegen seiner großen Räume mit teils kleinen Fenster das einzige Gymnasium, das Luftfilter einsetzt. Die meisten anderen Schulen brauchen sie nicht.

Meist Präsenzunterricht, aber keine Luftfilter

Schulen beginnen Unterricht Montag mit bewährten Konzepten

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Die Schulen im Landkreis starten am Montag mit ähnlichen Hygienekonzepten in den Präsenzunterricht wie im Herbst. Nur vereinzelt gab es Bedarf für Neuerungen.

Landkreis – Wenn viele Schüler im Landkreis am Montag nach der Corona-Zwangspause erstmals wieder in die Schulen gehen, werden dort deutlich weniger mobile Luftfilter auf sie warten, als die Debatten das vor einigen Monaten vermuten ließen. Zwar standen die Geräte lange im Ruf, Schüler vor Corona zu schützen. Der Freistaat hat sogar ein Förderprogramm für die Anschaffung aufgelegt.

Doch außer dem Gymnasium Tegernsee und dem BSZ Miesbach setzt keine weiterführende Schule im Landkreis auf die Filter. Auch in den Grund- und Mittelschulen in Holzkirchen und Miesbach werden laut den beiden Verwaltungen keine Luftfilter arbeiten. „Die Grundschule Waakirchen verwendet Filter“, sagt Schulamtsdirektor Jürgen Heiß. „Aber sonst scheinen sie kein übermäßig großes Thema zu sein.“

Die Ausgangslage

Warum, das zeigen die Beispiele des Gymnasiums Tegernsee und des Staatlichen Gymnasiums Holzkirchen. In Holzkirchen hat Schulleiter Axel Kisters keine mobilen Luftfilter bestellt. Im jungen Gebäude seiner Schule reinigt bereits eine Lüftungsanlage mit FFP7-Filtern die Luft. „Daher waren zusätzliche Filter bei uns nicht nötig.“

Ähnlich begründet Miesbachs Bürgermeister und Schulverbandsleiter Gerhard Braunmiller (CSU) den Verzicht auf die Geräte in den Grundschulen Parsberg und Miesbach sowie der Mittelschule Miesbach: Dort reiche Lüften zum Corona-Schutz.

Anders ist die Ausgangslage am Gymnasium Tegernsee. „Unsere Räumlichkeit ist etwas älter“, sagt Schulleiter Werner Oberholzner. Eine Folge: In zehn größeren Räumen mit kleinen Fenstern habe ihm der Unterricht während der Pandemie Bauchschmerzen bereitet. Dank 22 hochwertiger Filteranlagen, die das Landratsamt einbauen ließ, habe er nun „auch in diesen Zimmern ein gutes Gefühl.“ Die baulichen Gegebenheiten bestimmen also, welchen Schulen Filter etwas bringen. Das sind scheinbar weniger als gedacht.

Der Ablauf

Der Fall Tegernsee verdeutlicht: Wer nachrüsten wollte, konnte das. Die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt sei „sehr, sehr kooperativ“ gelaufen, sagt Oberholzner. Seine Schule habe den Bedarf gemeldet, die Behörde den Rest übernommen. Sie habe auch gewusst, dass die Filter unter Volllast zu laut für den Unterricht werden und daher zwei pro Zimmer gekauft. Die brummen nun bei halber Kraft annehmbar leise.

Bisher hat Oberholzner die Filter noch nicht gebraucht. Die Abiturklassen sind zwar bereits seit zwei Wochen im Wechselunterricht, doch dafür reichen die Räume. Ab Montag könnte sich das ändern: Dann kommen die Abiturklassen vollständig zum Präsenzunterricht ins Gymnasium. Oberholzner ist froh, die Filter dann zu haben.

Die Grundschulen

Schwieriger ist die Lage an den Grundschulen: Hier kehren nicht nur die Abschlussklassen zurück, sondern alle Schüler. Der Präsenzunterricht für alle ist aber nur erlaubt, wenn die Einrichtungen auch für alle den Mindestabstand sichern können. Sonst bleibt es beim Wechselunterricht – so lange die Inzidenz unter 100 bleibt.

Schulamtsdirektor Heiß schätzt, dass rund die Hälfte der Grund- und Mittelschulen vollständig im Präsenzunterricht startet. In Bayrischzell werden die Schüler beispielsweise vollständig ins Schulhaus kommen, in Elbach reicht dazu der Platz nicht. „Es hängt immer von Klassenstärken und Räumlichkeiten ab.“ Schulen dürften zwar Kinder in Turnhalle oder Aula unterrichten. Aber sie müssten auch schauen, was pädagogisch Sinn macht.

Die Konzepte

Die Entwicklung zeigt: Der Infektionsschutz in den Schulen hat sich im Vergleich zum Herbst kaum verändert. Es gibt zwar Detailverbesserungen: Das Landratsamt hat alle Schulen mit CO2-Meldern ausgestattet, um nie den Zeitpunkt zum Lüften zu verpassen. Lehrer tragen jetzt zwingend OP-Masken, bei Schülern reicht aber weiter die Stoffvariante. Desinfektionsmittel, Abstand und Lüften bilden weiter die Pfeiler aller Hygienekonzepte. Diese Beständigkeit hat Methode, meinen die Verantwortlichen übereinstimmend. Die Schulen seien keine Infektionsherde gewesen, die Methoden hätten sich bewährt. Warum also alles umwerfen?

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