Grundschule Valley
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Kleine Gruppen in großen Räumen: Auch an der Grundschule Valley ist der Unterricht nach den Pfingstferien angelaufen. Schulleiterin Anja Rettich (im Bild) sagt: „Die Kinder machen das richtig gut.“

Geteilte Klassen, weniger Schüler,...

Schulen und Corona: So läuft der Präsenzunterricht im Landkreis Miesbach

  • vonHeidi Siefert
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Über Monate war es leer in den Schulgebäuden. Seit Montag gibt es nun wieder Präsenzunterricht für alle Altersstufen. Wir haben uns umgehört, wie der Start geglückt ist.

Landkreis Über Monate war es leer in den Schulgebäuden. Seit Montag gibt es nun – mit geteilten Klassen und entsprechend weniger Schülern – wieder Präsenzunterricht für alle Altersstufen. Wir haben uns bei ein paar Schulen im Landkreis umgehört, wie es angelaufen ist.

Grundschule Valley und Mittelschule Mangfalltal

„Die Kinder machen das richtig gut. Auch die Kleinen“, freut sich Rektorin Anja Rettich. „Zum Glück haben wir große Zimmer und kleine Klassen.“ Das Schulgebäude bietet zudem den baulichen Vorteil einer direkten Zugangsmöglichkeit zu den Erdgeschoss-Räumen aus dem Pausenhof. Bei aller Diszipliniertheit – die Grundschüler hätten auch ihre Schwierigkeiten, sagt Rettich. Nach drei Stunden Kernfächer im Frontalunterricht seien die Kinder sichtlich geschafft. Die schönen Fächer und das gemeinsame Toben in der Pause würde fehlen. Unterrichtet wird in Valley in allen Altersstufen im wöchentlichen Wechsel, wobei neue Themen in der Schule besprochen werden.

Gunetzrhainer-Realschule Miesbach

„Wir haben sehr viel positives Feedback bekommen“, bilanziert Schulleiter Thomas Kaspar und lobt seinerseits die Miesbacher Realschüler. Nicht nur die Neuntklässler hätten sich sehr diszipliniert reingehängt. Überrascht sei das Kollegium gewesen, wie vernünftig das Gros das Lernpensum bewältigt hat. „Für das, was in der Schnelle der Zeit zu bedenken und zu organisieren war, läuft es gut.“ Mit versetzten Unterrichtszeiten hat die Schulleitung für möglichst wenig Personen im Haus gesorgt. Spannend wird es, wenn im Juli die Abschlussprüfungen in die heiße Phase gehen. Für 13 im Schulhaus verteilte Gruppen sind dann jeweils zwei Aufsichtspersonen notwendig.

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Grund- und Mittelschule Hausham

„I war fei wirklich froh, moi wieda in da Schui z‘sei.“ Nicht nur an Schüler-Äußerungen wie dieser bemerkt Markus Rewitzer, wie gut es den Kindern tut, wieder gemeinsam Unterricht zu haben. „Die Lernstände klaffen ganz schön auseinander, auch wenn die Allermeisten toll und engagiert mitgeholfen haben“, hat der Rektor festgestellt, der seiner Hauptaufgaben aktuell als Telefonieren und Mailen beschreibt. Das Organisieren beginne bei verschiedenen Eingängen und gestaffelten Anfangs- und Endzeiten und ende noch lange nicht bei der Einteilung von Geschwisterkindern an denselben Schultagen. Zunehmend problematisch sei die Notbetreuung, nachdem nun wieder alle Klassen im Haus sind, Schwangere und weitere Risikogruppen im Kollegium aber nicht unterrichten dürfen. „Was mich umtreibt, sind die unterschiedlichen Maßstäbe in verschiedenen Schularten“, bedauert Rewitzer. Regelmäßiger Dank vom Kultusministerium sei zwar schön, „aber Vertrauen wäre mir manchmal lieber“. So würden ständig wechselnde politische Vorgaben den Schulalltag erschweren. Zumindest das Schulamt helfe, wo es geht. Bis zum Schuljahresende hofft der Rektor nun auf Kontinuität. Um die Kinder regelmäßiger an der Schule zu haben, praktiziert man in Hausham den Präsenzunterricht im tageweisen Wechsel.

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Realschule Tegernseer Tal

Über die Pfingstferien haben die Lehrer Konzepte erarbeitet, wie sie in den geteilten Klassen Lerninhalte vermitteln. Die Möglichkeiten sind so individuell wie vielfältig zwischen Flipped Classroom, bei dem sich die Schüler im Eigenstudium Themen erarbeiten, die später gemeinsam besprochen werden, oder mit neuen Inhalten an der Schule und der Vertiefung daheim. Wichtig seien der rote Faden und eine klare Kommunikation für die Daheim-Lernenden, wann was zu tun ist, sagt Schulleiter Tobias Schreiner. „Wobei mir wirklich das Herz blutet, sind die vielen schönen Projekte, die zwischen Pfingsten und Sommerferien die Schule bunt und lebendig machen und die heuer nicht stattfinden.“ Neben all den anderen Herausforderungen stecke aktuell viel Arbeit in der Rückabwicklung ausgefallener Schulfahrten. Zwölf Ausflüge und Reisen mit bis zu 120 Teilnehmern waren geplant. Kulanzmöglichkeiten bei Reisepartnern gibt es kaum.

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