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Schulstart im Landkreis Miesbach: Weniger Unterricht wegen Personalmangel

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Von: Jonas Napiletzki

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Kämpfen zum neuen Schuljahr mit Engpässen: Fachlicher Schulamtsleiter Jürgen Heiß und Stellvertreterin Andrea Pelters-Mönkemeier.
Kämpfen zum neuen Schuljahr mit Engpässen: Fachlicher Schulamtsleiter Jürgen Heiß und Stellvertreterin Andrea Pelters-Mönkemeier. © Thomas Plettenberg

Externe Kräfte sollen an Grund- und Mittelschulen im Landkreis Miesbach unterstützen. Wegen des Lehrkräftemangels gibt‘s heuer sogar Kürzungen im Fach Musik.

Landkreis – Schüler dürfen zum Start ins neue Jahr aufatmen: Es gibt keine Masken- oder Testpflicht mehr. Das Staatliche Schulamt kämpft indirekt trotzdem noch mit der Pandemie: Für schwangere Lehrerinnen gilt auch im neuen Schuljahr ein Betretungsverbot. Das verschärft die angespannte Personalsituation. Grund- und Mittelschulen im Landkreis stehe insgesamt ein „herausforderndes Jahr“ bevor, wie der Fachliche Schulamtsleiter Jürgen Heiß nun erklärt.

Der Personalmangel zwingt ihn und Stellvertreterin Andrea Pelters-Mönkemeier zum Griff in den „Werkzeugkasten“ des Kultusministeriums. Konkret heiß das: Landkreisweit entfällt in dritten und vierten Klassen eine Musik-Stunde, Mittelschulen müssen teils den Differenzierten Sportunterricht kürzen und Klassen in Förderstunden werden seltener geteilt. Nötig wurde das aus verschiedenen Gründen.

Mehr Schüler

Mit 216 Grundschülern mehr als im vergangenen Jahr gibt’s im Landkreis einen starken Anstieg, der sich laut Heiß mindestens bis 2025 fortsetzen soll. Im Vorjahr war der Zuwachs mit 29 Schülern geringer. Heuer gehe die Zahl auf Zuzug und zu etwa einem Viertel auf Schüler aus der Ukraine zurück. In der Folge entstehen vier neue Klassen. In Mittelschulen ist die Schülerzahl (plus eins) nahezu konstant, das Schulamt spart sich indes eine Klasse. Unterm Strich entstehen so im Landkreis drei neue Klassen.

Weniger Kapazität

Etwa fünf Lehrerinnen dürfen wegen ihrer Schwangerschaft nicht unterrichten. Weiter wurden zwölf Lehrkräfte auf eigenen Wunsch außerhalb des Landkreises versetzt, während nur elf nachrücken. „Die Zahl ist aber irreführend“, erklärt Heiß. Problematisch sei insbesondere, dass immer mehr Lehrkräfte in Teilzeit arbeiten, weshalb in der Praxis mehr Stunden fehlen, als auf den ersten Blick ersichtlich.

Ersatz schwierig

„Die Personalakquise gestaltet sich zunehmend schwieriger“, sagt Heiß. Der Markt an Lehrkräften sei überbeansprucht, viele Bewerber hätten falsche Vorstellungen und müssten zudem über ein Hochschulstudium verfügen. Insgesamt konnte das Schulamt acht Nachrücker, vorwiegend Lehramtsstudenten, und sechs Substitutionskräfte mit pädagogischem Hintergrund akquirieren. Eine Team-Lehrkraft hält den Unterricht, den Schwangere vorbereitet haben. Eine Fachlehrkraft unterstützt im Sport, weiter gebe es Drittkräfte für Sprachförderung und für das Programm „Gemeinsam Brücken bauen“ zum Schließen von Lücken aus der Pandemie.

Problemlösung

Heiß und Pelters-Mönkemeier setzen auf Personalgewinnung und hoffen auf weitere Lehramtsstudenten, die mit 15 Wochenstunden einspringen. Die Mobile Reserve, aktuell noch im Rückstand, soll mit externen Bewerbern aufgestockt werden. Der „Werkzeugkasten“ des Ministeriums für Einsparungen im Unterricht sei zudem noch nicht ausgeschöpft. „Wir haben bewusst die Höchstgrenze der Klassenstärken nicht erhöht“, sagt Heiß. Daran wolle er aber festhalten. Auch die Kernfächer blieben freilich unangetastet.

Schüler aus der Ukraine

Die Willkommensklassen wurden aufgelöst, Grundschüler werden in Regelklassen integriert. Ältere besuchen eine von drei Brückenklassen an den Gymnasien Holzkirchen, Tegernsee oder der Realschule Holzkirchen. Der Standort ist unabhängig vom erreichbaren Abschluss. Weitere Angebote könnten folgen, dazu gehören auch zwei Deutschklassen an den Mittelschulen Hausham und Holzkirchen. Wer seine Schulpflicht erfüllt hat, kann die Berufsschule besuchen. Ein Wechsel ist bei erreichter Qualifikation möglich.

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