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Die Sozialpreisträger: (v.l.) Renate Reithmeier, Max Niedermeier und Marga Mariutti wurden von Landrat Wolfgang Rzehak für ihr besonderes soziales Engagement gewürdigt. 

Mit 3000 Euro dotiert

Selbstloser Einsatz für die Gesellschaft: Drei Ehrenamtliche erhalten Sozialpreis des Landkreises

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Auch in diesem Jahr hat der Landkreis Miesbach wieder den Sozialpreis verliehen. Drei Ehrenamtliche wurden mit der Auszeichnung gewürdigt. Dotiert ist der Preis mit 3000 Euro.

Miesbach – Jedes Jahr verleiht der Landkreis den Sozialpreis an Menschen und Organisationen, die sich in besonderem Maß für andere engagieren und Beispiele für selbstlosen gesellschaftlichen Einsatz darstellen. Mit dem Sozialpreis soll die hohe Wertschätzung für die Bürger ausgedrückt werden, die viel Zeit und Mühe aufwenden, um für ihre Mitmenschen da zu sein und ihnen zu helfen, erklärte Landrat Wolfgang Rzehak bei der jüngsten Verleihung. Über die Auszeichnung durften sich heuer Marga Mariutti, Renate Reithmeier und Max Niedermeier freuen.

Der Preis wurde jetzt zum zwölften Mal vergeben. Die insgesamt 3000 Euro, mit denen dieser dotiert ist, stammen aus der Spendenaktion „Leser helfen Lesern“ der Heimatzeitung. „Die finanziellen Mittel sind für den Zweck bestimmt, für den sich die Preisträger engagieren“, sagte Rzehak. Die Verleihung des Sozialpreises erfolgte im Anschluss an die Scheckübergabe der Spendenaktion (wir berichteten) im Sitzungssaal des Landkreises in Miesbach.

Im vergangenen September hat sich ein Vergabegremium über die Preisträger beraten. Es besteht aus gewählten Mitgliedern des Sozialbeirats: Anton Engelhard, Waltraud Frank, Betty Mehrer und Franz Zehendmaier. Die Entscheidung war laut Rzehak, wie jedes Jahr, sehr schwierig. Das Engagement und die vielfältigen Aktivitäten aller vorgeschlagenen Personen und Organisationen in den verschiedensten sozialen Bereichen verdienten höchste Anerkennung.

Schließlich hat sich das Gremium aber auf die drei Preisträger geeinigt. Marga Mariutti, vorgeschlagen von der Gemeinde Fischbachau, ist seit der Gründung vor 18 Jahren im Vorstand der Kolpingsfamilie Leitzachtal. Sie beteiligt sich an der Organisation verschiedener Veranstaltungen, deren Erlös für in Not geratene Personen und Familien im Gemeindebereich Fischbachau gespendet wird. Die Kolpingfamilie initiierte auch die Gründung der Nachbarschaftshilfe, die von Mariutti organisiert wird. In bis zu 1000 Arbeitsstunden pro Jahr werden ältere Gemeindebürger besucht, gefahren oder bei Behördengängen persönlich betreut. Außerdem hat Mariutti das Erzählcafé gegründet. Jeden Mittwoch werden die teilnehmenden Senioren abgeholt, um zu singen, zu turnen oder sich auszutauschen.

Seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert ist auch Renate Reithmeier. Sie ist im Vorstand des Deutschen Kinderschutzbundes Kreisverband Miesbach tätig und setzt sich zum Wohl der Kinder im Landkreis ein. Vor mehr als 30 Jahren hatte sie die Idee für den Kinder-Kleidermarkt, der erstmalig 1988 in Hausham stattfand. Seither gibt es jedes Jahr vier Veranstaltungen in Gmund und Hausham, bei denen bis zu 40 ehrenamtliche Helfer an drei Tagen im Einsatz sind. „Das funktioniert nur mit Ehrenamtlichen“, sagte Reithmeier, gab allerdings zu bedenken: „Es wird mittlerweile schwierig, immer wieder genügend Helfer zu finden. Ich hoffe, dass das noch lange gut geht.“

Kreistag schlägt Integrationsbeauftragten des Landkreises vor

Der Vorschlag für den dritten Preisträger kam von den im Kreistag vertretenen Fraktionen. Seit 2013 ist Max Niedermeier der Integrationsbeauftragte des Landkreises. Vor allem durch den Flüchtlingszugang 2015 hat sich das Aufgabengebiet Niedermeiers erheblich ausgeweitet. Rund 1000 Flüchtlinge aus den verschiedensten Kulturkreisen, teils traumatisiert, hielten sich im Landkreis auf. Mit Rat und Tat stand Niedermeier besonders auch bei der Gründung der Asyl-Helferkreise in allen 17 Gemeinden zur Verfügung und gründete zusammen mit dem Netzwerk Integration, den ehrenamtlichen Helfern sowie dem Landratsamt das Forum Asyl, das sich als Plattform für den Erfahrungsaustausch fest etabliert hat. Zudem initiierte Niedermeier den Integrationsbeirat Landkreis Miesbach, leitet den Arbeitskreis Deutsch und ist Mitglied des Lenkungsstabs Asyl sowie des Sozial- und des Sportbeirats des Landkreises. Mit dem Pakt für Integration und Arbeit (PIA) hat er laut Rzehak ein Vorzeigeprojekt zur Integration von Asylbewerbern mit begründet und ist auch Vorsitzender des Fördervereins PIA.

Niedermeier wollte die Lorbeeren allerdings nicht für sich behalten, sondern lobte die vielen fleißigen Helfer, die zwar von außen so gut wie nicht gehört und gesehen werden, aber Tag und Nacht im Einsatz sind, um Flüchtlingen zur Seite zu stehen, . „Die machen das alle schweigend“, sagte Niedermeier. „Für sie nehme ich den Preis entgegen – nicht für mich.“

Für ihr außergewöhnliches Engagement wurden im vergangenen Jahr diese Sozialpreisträger geehrt.

tas

Niedermeier im Amt bestätigt

Der Integrationsbeauftragte des Landkreises, Max Niedermeier, möchte den Schwerpunkt seiner Arbeit künftig wieder auf die Integration ausländischer Mitbürger legen. Das sagte der 71-Jährige, als es jetzt im Kreistag um seine Bestellung für weitere sechs Jahre ging. Der Beschluss erfolgte einstimmig, es ist Niedermeiers zweite Amtszeit. „In der Vergangenheit ging es nur um Flüchtlinge, Flüchtlinge, Flüchtlinge“, berichtete der Miesbacher. „Es waren schwierigste Zeiten, aber dank der vielen Helfer haben wir es geschafft.“ Jetzt gelte es, sich verstärkt auch wieder um die rund 12 000 ausländischen Mitbürger zu kümmern. 

Lesen Sie auch: Integrationsbeauftragter im Interview: „Jetzt fängt die Arbeit erst richtig an“

Helfen soll dabei der Förderverein PIA (Pakt für Integration und Arbeit). Als Verein gegründet, der bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt hilft, wird er künftig federführend die Aufgaben des Netzwerks Integration übernehmen. Dazu soll bei der Hauptversammlung im Mai in der Satzung auch der Begriff „Flüchtlinge“ durch „Migranten“ ersetzt werden. „Unsere Lernwerkstatt mussten wir leider aufgeben, weil es nur Fördermittel für anerkannte Flüchtlinge gibt“, berichtete Niedermeier. Ziel der Lernwerkstatt sei es aber gerade gewesen, schon jene für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt fit zu machen, die gerade ins Land gekommen sind. Der Verein werde weiter aktiv sein, sich nun aber eben verstärkt ums Thema Integration kümmern, ob nun in Form von Sprachunterricht für ausländische Mitbürger oder durch die Betreuung anerkannter Flüchtlinge. 

Inge Jooß (SPD), die Integrationsbeauftragte in der Kreisstadt Miesbach ist, lobte Niedermeiers Engagement in den vergangenen sechs Jahren. Er habe die Helfer entlastet, indem er die „Verhandlungen nach oben“ übernommen habe. Auch sie erkenne aber jetzt die Notwendigkeit, sich wieder um andere Bevölkerungsgruppen wie beispielsweise die türkischen Mitbürger zu kümmern.

sh

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