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Im Dorf der Bakonzo hat die Schülergruppe aus Miesbach einen Schmied besucht. Als Mitbringsel durften sich die Gymnasiasten ein Messer schmieden und mussten dafür selbst den Blasebalg betätigen.

„Ich dachte mir, so schnell komme ich da nicht wieder hin“

Wahnsinn: Schüler machen Klassenfahrt nach Uganda

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Miesbach - Neun Schüler, ein Lehrer und dessen Frau waren zwei Wochen in dem Land in Ostafrika unterwegs - und sie bekamen einen richtigen Schock im Dschungel.

Die afrikanische Frau ist kleinwüchsig. So wie die anderen aus ihrem Stamm in Uganda. Sie hat ein kleines Baby an der Brust, hinter dem Ohr klemmt ein Joint. Für sie ist das keine große Sache, sie alle rauchen Marihuana, um sich das Leben erträglicher zu machen. Theresa Baumann (18) und ihre Schulkameraden aus Miesbach sind schockiert, als sie das sehen. Als die Leute sie dann auch noch massiv bedrängen, ihre Waren zu kaufen, wollen die Schüler nur schnell weg.

Erlebnisse, die im Gedächtnis bleiben. Davon hat die Seminargruppe vom Gymnasium Miesbach, die mit ihrem Lehrer Georg Gröbmeyer und seiner Frau eine ungewöhnliche Studienfahrt nach Uganda unternommen hat, jede Menge. Schöne Eindrücke überwiegen.

Sechs Schüler sind nicht mit in Uganda dabei

Die Reisegruppe: (h.v.l.) Anastasia Wanek, Felix Wimberger, Lena Speyer, Fahrer Said Lovego, Franziska Huber, Georg Gröbmeyer, Tino Jährig, Birgit Gröbmeyer, (v.v.l.) Laura Paetzold, Linda Kick, Lea Lehmann, Theresa Baumann.

Eine Schulfahrt nach Uganda – nicht gerade alltäglich. Das wissenschaftspropädeutische Seminar der Q11 in Miesbach hat „Subsaharisches Afrika“ als Thema. Lehrer Gröbmeyer ist Afrikafan. Mit seiner Frau Birgit war er schon mehrere Male dort und verfügt über gute Kontakte. Die Anregung, nach Uganda zu fahren, kam aber besonders von den Schülern selbst.

Bis es aber soweit war, dass die Reise stattfinden konnte, mussten Gröbmeyer und die Schüler das Ziel erst einmal den Eltern schmackhaft machen. Gröbmeyer erzählt: „Einige waren schon skeptisch.“ Am Ende haben sie ihm aber ihre Kinder anvertraut. „Ich habe bestimmt 150 E-Mails geschrieben und zig Telefonate geführt“, berichtet Gröbmeyer von den aufwendigen Vorbereitungen.

Sechs Schüler sind aber nicht mit nach Uganda gefahren – zu unsicher, zu kostspielig. „Es gab auch Alternativen“, erzählt der Seminarlehrer. Beispielsweise nach Rom.

Es sprach aber auch einiges für Uganda. Kein Bürgerkrieg und ein Land, das mit seinen Seen und Urwäldern auch „grüne Perle“ genannt wird. Für Theresa Baumann war sofort klar, dass sie mit will. „Ich dachte mir, so schnell komme ich da nicht wieder hin“, erzählt die Miesbacher Schülerin. „Nach der anfänglichen Begeisterung kamen dann auch ein paar Bedenken.“

Auf dem Markt liegt die Ware neben dem Abwasser

Malariaprophylaxe – ja oder nein? Die 18-Jährige war sich unsicher. Letztlich haben sich alle neun Schüler gegen das gefährliche Fieber schützen lassen. Auch gegen Gelbfieber, bis auf zwei. Das wurde dann zum Problem. Denn eine Gelbfieberimpfung war in Uganda keine Pflicht. Bis zwei Wochen vor der Abreise. „Das mussten wir dann kurzfristig noch arrangieren“, sagt Lehrer Gröbmeyer.

Das sollte nicht die einzige Überraschung bleiben. Nicht immer eine warme Dusche und tagelang kein W-Lan. „Das war schon eine Erfahrung für die Schüler“, weiß Gröbmeyer. „Es war ein Experiment.“ Und sowieso war es eine Exkursion, kein Urlaub. In den zwei Wochen waren Eindrücke dabei, die gerade diejenigen, die noch nie eine große Reise gemacht hatten, erst einmal verkraften mussten.

Erfahrungen mit einheimischen Kindern

Die Schulgruppe kam ganz nah an die Menschen in Uganda heran. Das war das Besondere. Zweimal besuchten die elf Reisenden einen typischen Markt. Auf einem Tuch ausgebreitet lag die Ware, gleich daneben lief das Abflusswasser vorbei. „Das hat abartig gestunken“, erinnert sich Theresa Baumann. Sie hat aber fasziniert, mit welcher Hingabe die Einheimischen ihre Waren angepriesen haben. „Das ist das Leben, wie es dort wirklich ist.“ Für die Schülerin zählten die Marktbesuche zu den schönsten Erlebnissen.

Zwei Wochen gibt es Reis mit Soße

Nicht zu vergessen die Elefanten, Giraffen und anderen Wildtiere, die den Weg der Miesbacher kreuzten. An Tag zwölf sahen die Schüler auf einer Urwald-Safari zwei ausgewachsene Löwen. Bilder, die sie nie mehr vergessen.

Müde von allem, was sie tagsüber erlebten, kam die Gruppe abends in die Unterkünfte. „Die waren immer sehr einfach“, sagt Gröbmeyer. Dem Zweck haben sie gedient. Theresa Baumann hatte sich den hygienischen Zustand noch schlimmer vorgestellt und nur mit Plumpsklos gerechnet.

Nur mit dem Essen konnte sich die 18-Jährige nicht anfreunden. Reis mit Soße. Jeden Tag. „Eine Woche war das Okay, in der zweiten dann nicht mehr so“, erzählt die Miesbacherin. Geschadet hat es aber keinem. Und bis auf zwei Erkältungen und den ein oder anderen Kulturschock sind auch alle wieder unbeschadet daheim angekommen.

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