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Beratung im Landratsamt zum Thema Aufenthaltserlaubnis gibt’s von Manuel Mares und Sarah Binneböse.

Anerkannte Flüchtlinge im Landkreis (Serie)

Asylbewerber im Landkreis: Gekommen, um zu bleiben

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Landkreis - Die meisten Flüchtlinge haben einen anstrengenden Weg hinter sich. Wer anerkannt ist, befindet sich jedoch noch lange nicht auf der Zielgeraden. Im Landkreis geht es gerade vor allem darum, Wohnungen zu finden.

Asylantrag bewilligt, der neue Status lautet: anerkannter Flüchtling. Noch lange kein Grund, in Jubel auszubrechen. Denn nun geht es mit Anträgen und der Suche nach Arbeit und Wohnung erst richtig los. Und zwischendrin soll noch Zeit bleiben, die deutsche Sprache und Kultur kennenzulernen. Die Erwartung an alle Beteiligten in diesem Migrationsprozess ist riesig.

Ein großer Teil der Flüchtlinge im Landkreis hat eine Chance auf Anerkennung. Dessen ist sich Integrationsbeauftragter Max Niedermeier sicher. Über 180 Anträge im Landkreis wurden schon bewilligt, rund 150 von diesen Menschen leben noch hier. Gerade jetzt, wo kaum noch Asylbewerber nach Deutschland kommen, scheinen die Anträge nach und nach abgearbeitet zu werden. Den Eindruck hat auch Lisa Braun-Schindler von der Migrationsberatungsstelle der Arbeiterwohlfahrt in Hausham. „Seit Beginn des Jahres wurden viele anerkannt“, stellt sie fest. Darunter sind vor allem Antragsteller aus Syrien, Irak und Eritrea.

Sobald die Flüchtlinge anerkannt sind, fallen sie nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich des Landratsamts. „Die Gemeinden sind dann verantwortlich“, erklärt Niedermeier. Und die stehen vor einer der größten Herausforderungen: eine neue Bleibe finden. Das ist nicht immer einfach, einige Gemeinden haben jedoch schon Pläne geschmiedet. „Einige finden durch die Helfer Wohnungen“, sagt Braun-Schindler. „Aber wir haben nach wie vor viele Fehlbeleger.“ Der Wohnraum ist knapp – ob für Flüchtlinge oder Einheimische.

Anerkannte Flüchtlinge: Einige sind in der Gastronomie untergekommen

Übergangslösungen sind dabei nicht gewollt. Denn eines ist klar: Diese Menschen sind gekommen, um hier zu bleiben. „Es sind wenige, die sagen, sie wollen lieber nach München“, erklärt Braun-Schindler. Immer wieder würden schon Einzelne wegziehen, besonders wenn in einer anderen Stadt Bekannte wohnen. „Wenn sie aber eingebettet sind, wollen sie bleiben.“ Diese Erfahrung hat auch Niedermeier gemacht.

Doch beide sind sicher: Das hängt davon ab, wie es mit Arbeit und Wohnung weitergeht. „Wenn es partout keine Wohnungen gibt, werden sie irgendwann von hier weggehen“, befürchtet Niedermeier. Die Ausstattung der Wohnung wäre kein Problem: Die Lager mit gespendeten Möbeln sind randvoll. Doch ohne Dach über dem Kopf, hilft auch das nichts.

Noch bevor die anerkannten Flüchtlinge arbeiten gehen, wird der Fokus auf den Spracherwerb gelegt. „Wir schauen, dass sie Integrationskurse besuchen können“, sagt Braun-Schindler. Das ist sogar vorgeschrieben, vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Hier wird den Menschen aus den anderen Teilen der Welt die deutsche Kultur und Sprache vermittelt. So sollen sie für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Und arbeiten ist, was die meisten wirklich wollen.

Niedermeier sieht das vor allem an all denen aus Eritrea, die gerade vermehrt anerkannt werden. „Das sind junge Burschen, die alle einen Beruf erlernen wollen“, sagt er. Es sei die absolute Minderheit, die einfach nur das schnelle Geld verdienen wolle, um es nach Hause zu schicken. Die beliebtesten Berufe: Mechatroniker, Maler, Friseur und der Pflegebereich. Aber auch in der Gastronomie sind schon einige untergekommen, beispielsweise bei der Kaffeerösterei Dinzler in Irschenberg. Das Gelingen der Integration hängt also maßgeblich mit dem Finden einer Wohnung zusammen.

Zu dieser Serie: In den nächsten Teilen geht es darum, wie es den anerkannten Flüchtlingen in den Kursen ergeht, welche Pläne sie haben und wie es mit der Jobsuche läuft.

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