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Lagebesprechung in großer Runde: Katharina Schreiber (vorne r.), Leiterin der Polizeiinspektion Miesbach, stellt den Bürgermeistern den Sicherheitsbericht für ihren Dienstbereich vor.

Polizei gibt Zahlen bekannt

Sicherheitsbilanz: 6,9 Prozent mehr Straftaten als 2016

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Erstmals seit 2013 hat die Polizeiinspektion Miesbach wieder einen Anstieg bei den Straftaten verzeichnet. 6,9 Prozent mehr Delikte wurden 2016 gezählt. Ein im Landkreisvergleich noch moderater Wert.

Miesbach – Genau 1578 Delikte wurden 2016 gezählt, das sind 6,9 Prozent mehr als 2015. Dennoch zeigte sich Inspektionsleiterin Katharina Schreiber beim Sicherheitsgespräch mit den Bürgermeistern aus Miesbach, Hausham, Schliersee, Fischbachau und Bayrischzell und Irschenberg „ganz zufrieden“ mit der Kriminalitätsentwicklung im vergangenen Jahr.

Tatsächlich fällt das Plus im Miesbacher Dienstbereich deutlich moderater aus als landkreisweit (+17,5 Prozent) sowie im Gesamtgebiet des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd (+8,5 Prozent ohne illegale Migration). Auch die gefühlte Kriminalitätsbelastung – die Polizei berechnet diese aus der Zahl der Straftaten im Verhältnis zur hochgerechneten Einwohnerzahl von 100 000 – bleibt mit 5085 klar unter dem bayernweiten Wert von 6871.

Dass die Miesbacher Häufigkeitszahl höher als im gesamten Landkreis (4381) ist, liegt in erster Linie am Ausreißer Irschenberg (15 315). Der kommt jedoch – wie in jedem Jahr – durch die vielen Aufgriffe der Schleierfahnder auf der Autobahn zusammen. Grund zur Sorge gibt es laut Schreiber in ihrem Inspektionsgebiet also nicht. Zumal auch die Aufklärungsquote von 59,1 auf 69,5 Prozent gestiegen ist. „Damit bin ich sogar sehr zufrieden“, sagt Schreiber.

Schaut man sich die einzelnen Delikte an, sticht in erster Linie das Plus von 78,1 Prozent bei den Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ins Auge. Dieses erklärt die Polizei durch mehrere „Großverfahren“ mit vielen Einzelabnehmern von Rauschgift und durch die verstärkte Kontrolltätigkeit. Die mit 23 Prozent ebenfalls deutliche Zunahme bei den sogenannten Rohheitsdelikten sei hingegen vor allem auf Körperverletzungen zwischen Zuwanderern zurückzuführen. Spitzenreiter in absoluten Zahlen sind nach wie vor die Vermögens- und Fälschungsdelikte (410), gefolgt von den Diebstählen (319). Im Versuchsstadium stecken blieben glücklicherweise zwei Tötungsdelikte. Als Erfolg im Bereich der Sexualstraftaten (21) wertet die Polizei die Festnahme des Exhibitionisten, der seit Juli 2015 am Schliersee und Spitzingsee sein Unwesen trieb.

Unverändert bei 35 Prozent liegt der Anteil der Ausländer an der Gesamtkriminalität. Die Anzeigen im Zusammenhang mit Asylbewerbern haben sich zwar von 24 auf 55 mehr als verdoppelt, insgesamt habe sich die Einsatzbelastung in diesem Bereich aber auch 2016 in Grenzen gehalten. Für die Inspektionsleiterin liegt das in erster Linie an der dezentralen Unterbringung der Menschen im Miesbacher Dienstbereich. Auffälligkeiten habe es hier keine gegeben, erklärt sie.

Anders bei den Statistiken für die einzelnen Gemeinden. Hier fällt der mit 30,1 Prozent vergleichsweise starke Anstieg an Straftaten in Hausham auf (insgesamt 285 Delikte). Dieser speist sich vor allem aus mehr Sachbeschädigungen und Rauschgiftvergehen. Erhöht hat sich die Zahl der Straftaten auch in der Kreisstadt (452 Delikte, +19,3 Prozent) und in Fischbachau (89, +12,7 Prozent), Rückgänge verbuchte die Polizei in Bayrischzell (50, -3,9 Prozent), Schliersee (211, -6,4 Prozent) und Irschenberg (491, -6,5 Prozent).

Die mit Ausnahme von Hausham und Bayrischzell in allen Gemeinden rückläufigen Diebstähle (Gesamtrückgang von 374 auf 319) wertet Schreiber als Erfolg der in den vergangenen Monaten erfolgten Präventionsarbeit sowie der „Notrufoffensive 110“. Auf die Hilfe der Bevölkerung sei die Polizei auch bei der Aufklärung der um 21,4 Prozent angestiegenen Sachbeschädigungen (136) angewiesen.

Um auch die gefühlte Sicherheit in Zeiten des Terrors weiter zu erhöhen, schlägt die Inspektionsleiterin den Gemeinden eine Sicherheitswacht vor. Ein bereits seit 2012 in Miesbach und Schliersee bestehender Verbund sei wegen fehlender Interessenten derzeit nicht einsatzfähig.

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