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Punktsieg für die Autos: Die Realschüler dürfen in der Pause nicht mehr auf den Campus.

Aus Sicherheitsgründen

Realschule lässt Schüler nicht mehr auf den Campus

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Miesbach - Der Campus zwischen Realschule und Gymnasium Miesbach sollte ein Platz für Schüler werden, auf dem Autos nur langsam kreuzen. Jetzt hat die Realschule ihren Schülern das Betreten untersagt.

Es ist immer eine schwierige Angelegenheit, wenn sich Fußgänger und Autofahrer eine Fläche teilen müssen. Im Fall des Miesbacher Schulcampus haben sich fürs Erste die Autofahrer durchgesetzt. Die Realschule zieht die Notbremse: Die Schüler dürfen in der Pause nicht mehr auf den Campus. „Dieser Schritt ist uns sehr schwer gefallen, aber letztlich ließ er sich nicht vermeiden“, sagt Johanna Tojek-Rieth, Leiterin der Realschule. „Die Kollegen, die auf dem Campus die Aufsicht haben, können diese Verantwortung nicht mehr tragen.“

Grund sind die Autos: Trotz Tempo 20 fahren viele immer noch zu schnell. Eine Handhabe, die Fahrzeuge zum Stehen zu bringen, haben die Schulen nicht. Ein großes Problem, denn die Realschüler müssen die Haidmühlstraße überqueren, um rüber zur Mensa zu gelangen, die auf der Westseite beim Gymnasium untergebracht ist. Das bedauert auch Tojek-Rieth: „Es lief alles gut. Der Betrieb in der Kantine klappte gut.“ Umso bedauerlicher sei nun das Ende.

Im Stadtrat kam die Entscheidung der Schulleitung gar nicht gut an. „Das ist eine Konterkarierung dessen, was wir gemacht haben“, stellte Dirk Thelemann (CSU) fest. „Wo Vernunft gelehrt wird, sollte man sie auch praktizieren.“ Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) betonte zudem, dass der Bestand der Durchgangsstraße nie zur Diskussion gestanden habe: „Das habe ich immer gesagt.“

Unterstützung bekommt die Realschule indes vom Gymnasium. „Meine Kollegin hat Recht“, sagt Schulleiter Rainer Dlugosch. Man habe von Anfang an auf die Schwierigkeiten hingewiesen, vor allem auf überhöhte Geschwindigkeiten. „Viele halten die 20 km/h halt nicht ein“, bestätigt er. Die Schulen fühlten sich allein gelassen.

So vermisst Dlugosch entsprechende Maßnahmen. Sein Vorschlag: Schwellen sollen die Autofahrer bremsen. Auch Tempokontrollen könnten für mehr Bewusstsein sorgen. Gerade wegen der Messbarkeit per Radar hat die Stadt das Tempolimit von zehn auf 20 km/h erhöht. „Aber kontrolliert wurde da noch nie.“ Auch könne er sich vorstellen, dass die Aufhebung der Einbahnstraßenregelung an der Stöger-Ostin-Straße Entlastung bringe.

Das Hauptproblem sieht Tojek-Rieth darin, dass die Autofahrer Vorrang haben. Den Lehrern seien damit die Hände gebunden – sie dürfen zu rasante Fahrer nicht bremsen. Wenn schon nicht die im Winterdienst schwierigen Schwellen machbar sind, könnte sich die Schulleiterin einen gekennzeichneten Überweg vorstellen, an dem Autos halten müssen.

Ähnlich sieht es Karin Barthuber, Vorsitzende des Elternbeirats der Realschule. „Die Stadt sollte den Kindern auf dem Campus Vorfahrt gewähren“, sagt sie. „Wir brauchen einen vernünftigen Konsens, denn der Campus ist eine große Chance für beide Schulen.

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