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Über sieben Brücken musst du gehn - vor allem am Brückentag.

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Sieben Landkreis-Brücken - was Sie noch nicht darüber wussten

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  • Dieter Dorby
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  • Marlene Kadach
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Wir haben diesen Montag zum Anlass genommen, nach sieben bemerkenswerten Brücken im Landkreis Ausschau zu halten. Weil - genau - heute Brückentag ist. Viel Spaß!

Heute ist Brückentag. Das heißt nun nicht, dass man – wie in dem überaus bekannten deutschen Song – über sieben Brücken gehen muss. Auch wenn der eine oder andere die Gelegenheit dazu hätte. Schließlich werden Tage wie dieser gerne dafür genutzt, die freie Zeit ein wenig zu verlängern.

Die Bewegte

Über sieben Brücken musst du gehn - vor allem am Brückentag.


Die Mangfallbrücke der A 8 bei Weyarn hat eine bewegte Geschichte: Auf Anweisung Adolf Hitlers wurde sie zwischen 1934 und 1936 errichtet – im Zuge des Baus der Autobahn zwischen München und Salzburg. Der Zweite Weltkrieg setzte ihr ordentlich zu: Am 1. Mai 1945 sprengte die Waffen-SS das Bauwerk, um die anrückenden Amerikaner abzuwehren. Es klaffte ein tiefer Abgrund in der Autobahn, in den einige Autos stürzten. Danach wurde ein Provisorium errichtet. Nach dessen Abriss kam 1959 der Nachfolgerbau – eine parallelgurtige Spannbetonbalkenbrücke, eine Fachwerkkonstruktion in Betonbauweise. Dieser Teil entspricht jetzt den Fahrtrichtungen nach Salzburg. Die heutigen Gegenspuren nach München entstanden in den 70ern.

Die Hilfreiche


Aus der Not geboren ist die Behelfsbrücke über die Schlierach im Herzen Miesbachs – gewissermaßen die Seufzerbrücke der Kreisstadt. Seit einem Jahr überbrückt sie die Bauphase der neuen Johannisbrücke und hat den Verantwortlichen im Rathaus und vielen Autofahrern – für sie ist die Brücke gesperrt – viele Nerven gekostet. Schon ihr Bau war eine Hängepartie: Die Stadt brauchte die Einwilligung privater Grundeigentümer, was den Baubeginn verzögerte. Jetzt nähert sich das Ende: Derzeit werden die Gas-, Wasser- und Telekommunikationsleitungen zurückverlegt. Ab Mitte Oktober ist die neue, 1,1 Millionen Euro teure Brücke frei für Fußgänger. Dann wird die rund 45 000 Euro teure Behelfsbrücke abgebaut. Ab Ende November ist die Johannisbrücke für den Autoverkehr geöffnet.

Die Gebogene


Wenn die BOB die Mangfall in Gmund überquert, dann ist der Tegernsee fast erreicht. Die Eisenbahnbrücke, die parallel zur Autobrücke verläuft, steht da seit dem Jahr 1900. In den letzten Kriegstagen sprengte die Waffen-SS das Bauwerk. 1946 wurde sie wieder aufgebaut und setzte neue Maßstäbe: Sie war eine der ersten Spannbrücken aus Stahlbeton mit einem sogenannten eingespannten Bogen, der noch immer so existiert. Natürlich kommt auch eine Brücke in die Jahre, und so musste sie sich 2004 einer gründlichen Sanierung unterziehen. Ihre Stützweite beträgt 28 Meter, sie verläuft 7,80 Meter über der Mangfall und wird zu beiden Seiten von 76 Pfählen im Boden gesichert. 

Die Ersehnte


Als in den 1970er Jahren der Autoverkehr deutlich zunahm, zog sich durch Oberwarngau eine immer schärfere Trennlinie. Die viel befahrene B 318 machte es schwer, den Ort auf der Kreisstraße MB 19 in Richtung Ost-West zu queren. Als Notbehelf entstand 1964 das „Mausloch“. Nach jahrelanger Planung wird seit September 2016 endlich an der größen Lösung gebaut: Der Bund lässt die B 318 tiefer legen, darüber führt die 80 Meter „Grünbrücke“ (Bild) – ein Extra, für das die Gemeinde 1,8 Millionen Euro Gemeinde bezahlt. Auf dieser Brücke kann die Kreisstraße kreuzungsfrei die B 318 queren – und Oberwarngau wieder zusammenwachsen. Spätestens im Frühjahr 2018 soll die Brücke in Betrieb gehen.

Die Revolutionäre


Das Aquädukt bei Grub (Gemeinde Valley) trägt auf vier Bögen eine Wasserleitung 17 Meter hoch über den Teufelsgraben – seit 1890. Die Leitung, die das natürliche Gefälle nutzt und erst 1998 außer Dienst ist, bedeutete damals eine Revolution, weil sie sauberes Trinkwasser nach München brachte. Dass das klassizistische Baudenkmal noch steht, ist auch ein Wunder: Es besteht aus purem Stampfbeton, ohne Stahlskelett. ag

Die Aussichtsreiche 


Wer von Bayrischzell aus zum Sudelfeld fährt überquert eine ganze Reihe von Brücken. Diese hier über den Auerbach ist die achte und längste (knapp 80 Meter). Lang war auch die Bauzeit der darüber führenden Deutschen Alpenstraße. 1938 wurde der Abschnitt Bayrischzell-Sudelfeld fertiggestellt, bis die Autofahrer auch über diese Brücke und bis zum Tatzelwurm kamen, dauerte es es noch einmal 15 Jahre. Im Zweiten Weltkrieg und den Nachkriegsjahren ruhten die Arbeiten. Wohl beeindruckt von der schönen Aussicht auf der Strecke, bestanden in den 50er-Jahren Pläne, von der gezeigten Stelle aus eine öffentliche, fünf Meter Breite Straße bis weit hinauf zum Wendelstein (Reindlscharte) zu bauen.

Die Umstrittene


Wenn der Grundstücksbesitzer hinter dem Rathaussteg mit seinem Boot auf den Tegernsee hinaus will, darf er eine Ziehbrücke öffnen, und die Spaziergänger auf dem Steg müssen warten. So einfach ist das. Der Bau des Stegs war alles andere als einfach. Ein Jahr nach einem eigentlich ablehnenden Bürgerentscheid 2003 wurde er dennoch gebaut. 2013 folgte ein weiterer Steg bis zur Macke-Anlage.

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