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Silvester im Landkreis Miesbach: „Es wird Einsätze wegen Böllern geben“ - Polizei und Feuerwehr einsatzbereit

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Von: Jonas Napiletzki

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Silvesterfeuerwerk Gmund
Silvesterfeuerwerke wie auf diesem Archivbild aus Gmund wird es heuer nicht im gleichen Ausmaß geben – es gilt das Böller-Verkaufsverbot. Auch illegale Ware wurde zumindest im vergangenen Jahr kaum registriert. © Georg Jackl

Das Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper hat weiterhin Bestand. Was bedeutet das für den Landkreis Miesbach? Wie bereiten sich Polizei und Feuerwehr auf Silvester vor?

Landkreis – Wie oft knallt es trotzdem und welche Raketen-Unfälle gab’s hier zuletzt? Polizei und Feuerwehr beurteilen die Lage. „Ganz persönlich“, sagt Kreisbrandrat Anton Riblinger, „brauche ich Feuerwerke nicht.“ Er verstehe aber die Hersteller: „Es ist halt ein Wirtschaftsprodukt.“

Problematisch aber sei die Masse, die es mittlerweile an Feuerwerken gebe. „In meiner Jugend hat man sich das gar nicht leisten können – heute ist es billiger.“ Neben der Umwelt und der Tiere mahnt der Kreisbrandrat aber auch wegen der Brand- und Unfallgefahr.

Anton Riblinger, Kreisbrandrat.
Anton Riblinger, Kreisbrandrat. © Thomas Plettenberg

„Einsätze haben wir schon gehabt“, sagt er mit Blick auf die vergangenen Jahre. Einmal habe ein Mülleimer gebrannt „weil’s so schön kracht, wenn man da einen Böller reinwirft“. Auch Schuppen, Balkone und einen Container am Miesbacher Eisstadion habe es mal erwischt. „Meistens waren das wohl Scherze von Jugendlichen, die Gott sei Dank keine große Schadenslage verursacht haben“, sagt Riblinger.

Kommunale Sperrzonen beschränken das Böllern

Auch heuer kann es – von kommunal festgelegten Sperrzonen abgesehen – wieder krachen, trotz des erneuten Verkaufsverbots. Denn: Altbestände dürfen abgebrannt werden, ebenso wie aus dem Ausland importierte Feuerwerke mit der CE-Nummer 0589 der Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM). Hinzu kommen genehmigte Profi-Feuerwerke, die es vereinzelt auch heuer im Landkreis gibt.

Die Feuerwehren seien „mehr in Habachtstellung“ als außerhalb des Jahreswechsels, bestätigt Riblinger. Jedoch könnten Freiwillige Einsatzkräfte keine 2000 Leute bereitstellen. Bereitschaften in den Feuerwehrhäusern gebe es nicht. Der Kreisbrandrat appelliert jedoch, auf die Waldbrandgefahr zu achten. Die könne bei Föhn auch im Winter steigen.

Ähnlich wie die Feuerwehren wird auch die Polizei den Jahreswechsel aufmerksam verfolgen. Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, erklärt: „In einer Silvesternacht sind für die Polizei ab Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden Einsätze zu erwarten.“ Typischerweise würden dazu Brände, übermäßiger Alkoholkonsum oder Verletzungen zählen. Und: „Es wird sicher auch Einsätze wegen Böllern geben“, sagt Sonntag.

Stefan Sonntag, Polizeisprecher.
Stefan Sonntag, Polizeisprecher. © Archiv MM

Ob die Nacht heuer ruhiger wird wegen des Verkaufsverbots? Der Präsidiumssprecher hält eine Prognose dazu für schwierig. „Es gibt die Kontaktbeschränkung und den Appell, Kontakt zurückzufahren.“ Wie die Menschen dies annehmen, sei nicht abschätzbar. „Es werden aber genügend Kollegen im Dienst sein, um die Einsätze abzuarbeiten“, verspricht Sonntag.

„Wenn es Anlass dazu gibt kommen wir auch bei Böllern.“ Das sei in Einzelfällen etwa nach Unstimmigkeiten oder Streits der Fall. Verdacht auf illegale Böller ohne CE-Siegel schöpfe die Polizei vor allem bei besonders lautem Knallen. „Wer einen illegalen Böller zündet, muss mit einer Anzeige wegen des Verstoßes nach dem Sprengstoffgesetz rechnen“, erklärt der Polizeisprecher.

Vergangenes Jahr: Wenig Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz

Geht es um Vergehen nach dem Sprengstoffgesetz, übernimmt das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen. Dort verzeichnete man im vergangenen Jahr „einen erheblichen Rückgang bei Einfuhren und sonstigen Verstößen mit illegalen Feuerwerkskörpern“, schreibt ein LKA-Pressesprecher auf Nachfrage unserer Zeitung. In der Folge „wurden kaum Verstöße gegen das Sprenggesetz und Explosionsverletzungen registriert.“

Diese Beobachtung widerspricht Behauptungen, nach denen das Verkaufsverbot zu besonders vielen illegalen Einfuhren führe. Der LKA-Sprecher erklärt das „mit der großen Auffälligkeit einzelner Feuerwerke bei fehlendem Begleitgeräusch“. Wenn man Feuerwerke legal nicht kaufen könne, werde auch illegales dadurch weniger attraktiv. „Denn wenn man eigentlich keine Böller kaufen kann, sind die, die explodieren, erst recht auffällig.“

Insgesamt sei das Gesamtaufkommen an Anzeigen an Silvester und Neujahr im vergangenen Jahr annähernd auf dem gleichen Niveau wie in den Vorjahren geblieben. „Wenngleich auch eine Verschiebung hin zu neuen Delikten, insbesondere zu Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz, auffällig ist“, schreibt der LKA-Sprecher.

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