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Mit Notenblättern in den Händen saßen die Teilnehmer in den Zuhörerreihen, um gemeinsam – und unterstützt von Orchester und Solisten – das Weihnachtsoratorium zu singen. Das Singalong wurde ein voller Erfolg. 

Singalong im Waitzinger Keller

Wenn 200 Sänger das Weihnachtsoratorium anstimmen

Miesbach – Es war Miesbachs erster Singalong: Rund 200 Sänger brachten im Waitzinger Keller Bachs populärstes geistliches Vokalwerk, das Weihnachtsoratorium, vielstimmig zum Klingen.

Schon im Vorfeld der Veranstaltung lag eine besondere Stimmung in der Luft. Aus allen Richtungen kamen festlich gekleidete Menschen mit Noten in den Händen. Hier und da sang jemand auf dem Weg zum Waitzinger Keller noch einmal eine Tonleiter auf und ab. Einsingen, so hatte man die Mitwirkenden gebeten, sollten sie sich bereits zu Hause.

Gemeinsam stimmte man vorab noch einmal den Choral „Wie soll ich Dich empfangen“ und das „Ehre sei Gott“ an, das Chorleiterin Andrea Wehrmann augenzwinkernd als „das heikelste Stück des Abends“ ankündigte: „Sie wissen warum.“ Als schon im Probelauf alles klappte, dankte die Miesbacher Kirchenmusikerin ihren Laien mit einem spontanen „toll“ – und es war Zeit, dass die Pauken des aus Studierenden und Absolventen der Musikhochschulen München und Würzburg bestehenden Kammerorchesters Dieter Sauer den Auftakt für diesen besonderen Abend machten, auf den sich nicht nur Wehrmann „riesig“ freute.

Bis weit über München hinaus waren Chorbegeisterte aller Altersklassen gekommen, um in der Kreisstadt das zu probieren, was alljährlich die Londoner Royal Albert Hall oder die Kirchen von Den Haag und Hamburg-Altona fülle, wie der evangelische Pfarrer Erwin Sergel eingangs ausführte. Bayern sei mit Neuendettelsau und Würzburg diesbezüglich noch eher unbedeutend. Sichtlich stolz fügte er „und jetzt Miesbach“ hinzu. Etwa ein Drittel der sangesfreudigen Laien kam aus der Kreisstadt. Auch der Landkreis war stark vertreten. Familien, Freundeskreise und Chorgruppen waren dabei. Nur bei den Tenören war die Resonanz etwas schwach, so dass bei einigen Stücken die hohen Bässe mit einspringen mussten.

Einspringen musste auch Virgil Hartinger. Der Salzburger Bach-Spezialist kam für den erkrankten Christian Havel, um als Tenor mit den Rezitativen des Evangelisten die Geschichte zwischen den Gesängen zu erzählen. Als weitere Solisten begeisterten Barbara Pischetsrieder (Sopran), Kerstin Rosenfeldt (Alt) und Daniel Hinterberger (Bass).

Dass die Profis singen können, davon durfte man ausgehen. Doch die Stimmgewalt, die vom bunt zusammengewürfelten Chor kam, beeindruckte immer wieder. Mehr als einmal taten die Zuhörer spontan ihre Begeisterung kund. Leise flüsternd, um den Gesang nicht zu stören, aber tief beeindruckt. Als nach eineinhalb intensiven Konzertstunden der Chor vor der großen Projektion des Miesbacher Weihnachtsfensters zum zweiten Mal den „Herrscher des Himmels“ beendete, fiel mit dem donnernden Applaus merklich die Spannung von allen Beteiligten ab. Man lag sich in den Armen, von allen Seiten kam Applaus und Solisten wie Chorleiterin strahlten mit allen Verantwortlichen um die Wette. Die Premiere war gelungen.

„Schön“, kommentierten die einen noch sichtlich verklärt. „Wie bei den Fischerchören“ ordneten andere das Gesangserlebnis ein, über das noch lange gesprochen wurde. Und auf dem Weg zu den Parkplätzen erklangen wieder Gesänge; diesmal nicht mehr zur Stimmübung sondern voller Begeisterung.

Heidi Siefert

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