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Das Verwaltungsgebäude der Raiffeisenbank im Oberland an der Wallenburger Straße in Miesbach.

„Wir halten am Ziel der Selbstständigkeit fest“

So reagiert die Konkurrenz auf die Raiffeisen-Fusion

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Die Bankenlandschaft im Landkreis verändert sich. Dank der Fusion mit der Raiffeisenbank Tölzer Land schwingt sich die Raiffeisenbank im Oberland zu einer Großbank auf. Das sagt die Konkurrenz.

Miesbach/Landkreis – Der Weg zur Großbank führt die Raiffeisenbank im Oberland über die Landkreisgrenze hinaus. Wie berichtet, ist der Verschmelzungsvertrag mit den Kollegen im Tölzer Land bereits unterzeichnet. Und das, obwohl es mit den Raiffeisenbanken Gmund und Holzkirchen-Otterfing auch im Kreisverband zwei mögliche Partner gegeben hätte. Übergangen fühlt man sich dort aber nicht – und schon gar nicht enttäuscht.

„Wir haben keine konkrete Anfrage erhalten“, sagt Konrad Buckel, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing. Deshalb habe es auch kein offizielles Treffen zum Thema Fusion gegeben. „Wir haben hier einen kleinräumigen, aber sehr starken Markt“, erklärt Buckel. Nicht zuletzt durch die vielen Gewerbeansiedlungen und den starken Zuzug biete der Landkreis-Norden perspektivisch ein hohes Wachstumspotenzial. Dass auch die vergangenen Geschäftsjahre erfolgreich verlaufen sind, führt Buckel zudem auf die Strategie seiner Bank zurück. So habe man unter den Stichwörtern Einfachheit und Transparenz eine noch engere Beziehung zu den Kunden aufgebaut. Ein Vorgehen, das nicht von heute auf morgen mit räumlichem Wachstum vereinbar ist.

Dass sich seine Miesbacher Kollegen nun nach Bad Tölz orientiert haben, ist für Buckel „nachvollziehbar“. Beide Kreditinstitute seien Flächenbanken und hätten ähnliche Strukturen. Fremd seien die Tölzer dem Kreisverband ohnehin nicht. „Wir kennen uns.“

Josef Paul, Vorstand der Raiffeisenbank Gmund, bestätigt das. Mehr noch: Er sieht die Fusion als „Verdichtung der Kompetenzen“. So könnten alle Raiffeisenbanken im Landkreis von einem größeren Fachwissen profitieren. Gerade zu Themen wie Finanzmarktregulierung oder Aufsichtsrecht tausche man sich im Kreisverband seit Jahren intensiv aus.

In Sachen Kundengeschäft sieht aber auch Paul vorerst keinen Bündnisbedarf. „Wir halten ans unserem Ziel der Selbstständigkeit fest“, sagt er. So lange man die Bedürfnisse der Kunden im Tegernseer Tal vollständig abdecken könne und die Dienstleistungen nachgefragt würden, werde sich daran nichts ändern. „Die Kunden sind unsere Existenzberechtigung“, betont Paul. Trotzdem könne sich der Markt schnell verändern – und damit eine Fusion notwendig werden. Sollte es tatsächlich dazu kommen, versichert Paul, werde man sich zuerst im Landkreis nach Partnern umschauen.

Nicht mehr nötig hat das die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee. Sie ist bereits heute flächendeckend im Landkreis vertreten – und übertrifft mit einer Bilanzsumme von 1,7 Milliarden Euro auch die neue Raiffeisenbank im Oberland beim Geschäftsvolumen deutlich. Wie berichtet, ist hier von 1,1 Milliarden Euro die Rede. Schon aus betriebswirtschaftlicher Sicht bestünde daher für die Sparkasse kein Fusionsbedarf, sagt Pressesprecher Peter Friedrich Sieben. Weder der Sparkasse, noch den Kunden würden daraus Vorteile entstehen. So könne man auch alleine alle gewünschten Finanzdienstleistungen anbieten. Ansonsten seien Kooperationen das Mittel der Wahl. So etwa beim Auslandsgeschäft mit der Sparkasse Rosenheim. Eine Fusion, betont Sieben, sei dagegen auch in Zukunft kein Thema. „Die Eigenständigkeit ist und bleibt unser Ziel.“

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